350 Eingänge von meteorologischen JYournalen etc., Februar 1884.
Zeit, als der Schoner auf der Rhede von Zquique ankerte, sich etwas weiter
von der Küste entfernt befand, dort in eine drei Tage lang anhaltende Stille
gerieth, während welcher sie nordwärts bis nach Pisagua hin vertrieben wurde.
Dieselbe konnte infolge dessen Zquique erst am 28. Juli erreichen, Von
Iquique aus versegelte „General Brialmont“ später noch nach Arica, und von
diesem Platze kehrte der Schoner wieder nach /quique zurück. Diese Hinreiso
wurde in fünf und die Rückreise in acht Tagen vollendet. Endlich ging der
„General Brialmont“ von Iquique aus wieder am 18. September in See, um
nach Lissabon als Ordrehafen zu segeln. Der während der nächsten Tage an-
getroffene schwache, oft von Stillen unterbrochene südliche Wind wurde in
etwas gröfßserem Abstande vom Lande kräftiger, und segelte das Schiff dann
mit B. B.-Halsen bis zum 26. September nach 24,3° S-Br in 78,5° W-Lg. In
der Nähe dieses Punktes, wo ein höchster Luftdruck von 767,1 mm abgelesen
wurde, endete der Passat. Auf ihn folgte zunächst leichte, wiederholt von
Windstille unterbrochene Mallung und später noch wieder ein frischer SE-Wind,
der sich allmählich nach links veränderte. Nachdem unweit 36,5° S-Br in
87° W-Lg abermals Windstille angetroffen worden war, entwickelte sich aus
derselben am 8, Oktober ein westlicher Wind, der allmählich stärker wurde und
dann ununterbrochen wehte. Am 19. und 20, Oktober überstand „General
Erialmont“ unweit 56° S-Br in. 75° W-Lg einen ungewöhnlich heftigen Sturm,
der aus NW begann, WSW endete und bei dem das Barometer einen niedrigsten
Stand von 731,4 mm erreichte. Am 21. Oktober wurde bei stürmischem West-
winde die Länge des Kap Horn überschritten. Der 21. Oktober war der 33,
vis dahin auf See zugebrachte Tag. Während dieser Zeit hatte man:
30° S-Br in 82,4° W-Lg am 1. Oktober, 40° S-Br in 88° W-Lg am 10. Oktober
and 50° S-Br in 86° W-Lg am 15. Oktober gekreuzt. Im Atlantischen Ocean
wurden während der ersten dort zugebrachten Tage auch noch westliche Winde
angetroffen, Nachdem das Schiff jedoch bis zum 27, Oktober nach 51,5° S-Br
in 49° W-Lg gelangt war, gerieth es dort in eine einen Tag lang anhaltende
Windstille, auf die später ein südlicher, sich bald nach SE verändernder Wind
folgte. Die Reise uahm auch bei diesem einen zufriedenstellenden Verlauf;
dagegen verursachten die nördlich von 38° S-Br herrschenden schwachen, meist
aus hoch nördlicher Richtung kommenden Winde eine solch bedeutende Ver-
zögerung der Fahrt, dafs z, B., um von 30,5° nach 27,5° S-Br zu gelangen,
nicht weniger als sechs Tage erforderlich waren, Aus ganz leisem nordöstlichem
Zuge entwickelte sich am 17. Oktober in der Nähe von 27,5° S-Br und 26° W-Lg
der Passat, bei welchem, da derselbe später nur schwach auftrat, die Strecke
bis zum Aequator in langsamer Fahrt zurückgelegt wurde. Man erreichte den-
selben in 26,5° W-Lg am 2, Dezember, nachdem bis dahin 42 Tage seit der
Abreise von der Länge des Kap Horn verflossen waren. Während dieser Zeit
hatte man: 50° S-Br in 48,2° W-Lg am 28. Oktober, 40° S-Br in 37° W-Lg
am 3. November, 30° S-Br in 27,8° W-Lg am 12, November, 20° S-Br in
28° W-Lg am 21. November und 10° S-Br in 29° W-Lg am 27. November
geschnitten. In nördlicher Breite erfolgte der Uebergang vom SE- in den
NE-Passat, ohne dafs ein diese beiden Winde trennender Gürtel von Stillen
and Mallung zu überschreiten war. Indem sich der schwache und etwas
anbeständig gewordene Wind allmählich von SE durch E nach NE veränderte,
wurde derselbe zum Passat, Derselbe wehte später auf der zwischen 8° und
20° N-Br liegenden Strecke am frischesten und endete, als das Schiff von ihm
bis zum 19. Dezember nach 35,5° N-Br in 36° W-Lg geführt worden war.
Als dort der östliche Wind bis zum ganz leisen Zuge abnahm, hatte der Luft-
druck einen höchsten Stand von 776,7 mm erreicht. Der noch übrige Theil der
Reise wurde bei umlaufenden westlichen und südöstlichen Winden zurückgelegt,
bis endlich am 7. Januar 1884 die Mündung des Tajo erreicht wurde. Es
waren dann 111 Tage nach der Abfahrt von Zquique verflossen. Im Nord-
atlantischen Ocean hatte man 36 Tage zugebracht und dort während dieser
Zeit: 10° N-Br in 28,8° W-Lg am 7. Dezewber, 20° N-Br in 32,5° W-Lg am
11. Dezember und 30° N-Br in 35° W-Lg am 16. Dezember gekreuzt.