Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Februar 1884. 347
pomene“ war am 25. Januar in 93,1° O-Lg von der südlichen zur nördlichen
Halbkugel übergegangen. Nachdem „Euterpe“ bei leichtem ‘ nordwestlichem
Winde bis zum 16. Februar nach 4,6° N-Br in 95° O-Lg gesegelt war, wurde
dort mit der Führung des meteorologischen Journals eingehalten, Zur Mün-
dung des Rangoon-Flusses gelangte „Kuterpe“ am 10. März, während dieses von
„Melpomene“ schon am 9, Februar geschehen war. „Kuterpe“ hatte die Reise
von 50° N-Br bis zum Bestimmungshafen in 135 Tagen zurückgelegt.
Von Rangoon versegelte „Euterpe“ in Ballast nach Calcutta. Man trat
diese Reise am 4. Mai an nd vollendete sie in neun Tagen. Nachdem das
Schiff im letzteren Platze beladen worden war, verliefs cs am 5, Juni die Mün-
dung des Hoogly, um nach dem auf Trinidad gelegenen Hafen Port of Spain
zu segeln. Bei dem in der Bai von Bengalen wehenden SW-Monsun wurde
versucht, nach Süden hin vorzurücken, und dabei häufig mit B. B.-Halsen gesegelt.
Der südlich von 12° N-Br schwach gewordene Monsun ging unweit 2° N-Br in
leichten, unbeständigen, bald vorherrschend aus südöstlicher Richtung kommenden
Zug über. Bei leichter östlicher Briese ging „Luterpe“ am 3. Juli in 91,2° O-Lg
von nördlicher in südliche Breite über. Der 3. Juli war der 28. nach der Ab-
reise vom Hoogly verflossene Tag. Während dieser Zeit hatte man: 20° N-Br
in 87,6° O-Lg am 8. Juni, 15° N-Br in 89,7° O-Lg am 12, Juni, 10° N-Br in
88,2° O-Lg am 21, Juni und 5° N-Br in 89,8° O-Lg am 24. Juni gekreuzt. In
südlicher Breite segelte „Zuterpe“ bis nach 4,5° S-Br in 86,4° O-Lg bei leichter,
vorherrschend aus südöstlicher Richtung kommender Briese. Indem dieselbe in
der Nähe dieses Punktes am 9, Juli kräftiger wurde, entstand aus.ihr der SE-
Passat, bei dem sich für längere Zeit ein recht befriedigender Fortgang erzielen
lief. Unweit 22,2° S-Br in 60,5° O-Lg, wo der Ostwind am 20. Juli bei auf
771,1 mm gestiegenem Barometerstande bis zum ganz leisen Zuge abnahm,
schien die polare Passatgrenze zu liegen. Später vollendete der Wind mehrere
unregelmäfsig verlaufende Drehungen nach links, bei denen man noch in
ziemlich rascher Weise nach Westen hin fortschreiten konnte. Auch bei der
Umsegelung des Kap der guten Hoffnung wurde „Kuterpe“ an mehreren Tagen
durch Ostwind begünstigt, und bei mäfsigem SE-Winde wurde auch am 17, Juli
die Länge der Kapstadt überschritten. . Frischer Westwind führte die Bark am
22. August zurück zu dem in 11,8° O-Lg überschrittenen Parallel von 30° Süd,
Südlich von demselben hatte man 19 Tage verbracht, und während der Fahrt
über den Indischen Ocean war: 10° S-Br in 82,5° O-Lg am 12. Juli, 20° S-Br
in 67,5° O-Lg am 18. Juli und 30° S-Br in 36,3° O-Lg am 3. August, 90° O-Lg
in 1,3° S-Br am 4. Juli, 60° O-Lg in 22,6° S-Br am 21. Juli und 30° O-Lg in
32,6° S-Br am 8. August gekreuzt worden.
Der Westwind, bei dem „Euterpe“ wieder nördlich von 30° S-Br gelangte,
veränderte sich bald nach liuks, und es entstand dann aus ihm der Passat, ohne
dafs vorher eine Störung beobachtet wurde. Unweit 27,6° S-Br in 9,5° O-Lg,
wo die Windrichtung am 23. August eine südöstliche wurde, schien die polare
Passatgrenze zu liegen. Der Luftdruck erreichte in ihrer Nähe einen höchsten
Stand von 773,4 mm. Geführt vom SE-Passate, legte die Bark dann die Strecke
durch den Südatlantischen Ocean in mäfsig rascher Fahrt zurück, bis schliefslich
am 20. September der Aequator in 39,5° W-Lg erreicht wurde. Um zu dem-
selben von 30° S-Br her zu gelangen, waren 29 Tage erforderlich gewesen.
Während dieser Zeit hatte man: 20° S-Br in 0,3° W-Lg am 29, August und
{0° S-Br in 16,4° W-Lg am 7. September ‘geschnitten. In nördlicher Breite
nahm der Wind, nachdem 5° N-Br. überschritten worden war, bis zur ganz
leichten Briese ab, doch blieb die Windrichtung eine östliche. „Kuterpe“
gelangte dann bis zum 7. Oktober in Sicht der Insel 7rinidad, verlor hier aber
als Folge der herrschenden leichten Mallung und der Strömung noch sieben Tage,
bevor es gelang, Port of Spain zu erreichen. Zur Vollendung der Reise waren
131 Tage erforderlich gewesen. ;
Von Port of Spain ging „Euterpe“ am 12. November wieder in See, um
nach Bull River in Süd-Carolina zu versegeln.. Am 16. November passirte die
Bark bei frischem Ostwinde die Mona-Passage, und ohne dafs anderer als Ost-
wind beobachtet worden war, gelang es, am 23. November Bull River zu
erreichen. Dort wurde die Bark mit Phosphat beladen und, nachdem dieses
geschehen, am 16. November die Heimreise nach Hamburg angetreten. Auf
0X