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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Februar 1884, 
segelung des Kap Horn berührt hatte, war 60° S-Br in 76,3° W-Lg. Den 
Weg zum Passatgebiete legte „Schiller“ bei westlichen Winden, die dem Fort- 
schreiten des Schiffes nach Norden meistens günstig waren, zurück. Nachdem 
man nördlich von 36,5° S-Br gekommen war, lief der Westwind raumer, und 
indem sich der frische Wind am 6, März in geringer Entfernung von 34,5° S-Br 
und 94° W-Lg durch S nach SSE veränderte, entstand aus demselben der 
Passat. Von diesem wurde „Schiller“ bis zum 23. März zu der in 119,5° W-Lg 
überschrittenen Linie geführt. Das Schiff hatte die zwischen 50° S-Br und 
Aequator liegende Strecke in 24 Tagen zurückgelegt. Auf derselben war: 
40° S-Br in 90,9° W-Lg am 4. März, 30° S-Br in 95,7° W-Lg am 8. März, 
20° S-Br in 103,8° W-Lg am 13. März und 10° S-Br in 113,3° W-Lg am 
18, März gekreuzt worden. In nördlicher Breite wurde „Schiller“ bis nach 
3,5° N-Br in 119,8° W-Lg vom SE-Passat begleitet. Nachdem derselbe in der 
Nähe dieses Punktes am 24, März ein Ende genommen hatte, mufsten drei Tage 
im Stillengürtel zugebracht werden, bevor es gelang, den in 6,7° N-Br und 
119,5° W-Lg einsetzenden NE-Passat wieder anzutreffen. Das Gebiet diescs 
Windes dehnte sich aus bis nach unweit 29,5° N-Br in 137,5° W-Lg. Wind- 
stille und leiser Zug herrschten nördlich desselben für mehrere Tage, und 
stellten sich westliche Winde erst am 13. April in der Nähe von 35° N-Br 
and 140° W-Lg oin, Von Westwinden wurde „Schiller“ bis zum 19, April in 
Sicht der Farallones geführt. Dort mufste dann noch ein heftiger, aus SE be- 
ginnender und WNW endender Sturm überstanden werden, der eine aufser- 
ordentlich hoch auflaufende See verursachte, und welcher die Ankunft des 
Schiffes bis zum 20. April verzögerte. Der 20. April war der 130. seit der 
Abreise vom Kanal verflossene Tag. Im nördlichen Stillen Ocean hatte man 
während der 28 dort zugebrachten Tage: 10° N-Br in 120,8° W-Lg am 28, März 
und 30° N-Br in 137,2° W-Lg am 9. April überschritten. 
Als der auf der Heimreise nach einem englischen Orderhafen begriffene 
„Schiller“ sich am 26. Juni in 34,5° N-Br und 123,2° W-Lgy befand, wurde 
wieder mit der Führung des meteorologischen Journals begonnen. Der damals 
Irisch aus NW wehende Wind wurde in den nächsten Tagen schwächer und 
veränderte sich dann allmählich durch N nach NE. Unweit 26° N-Br sank der 
Wind zum ganz leisen Zuge herab, und verging dann nicht weniger als oine 
volle Woche, bevor sich wieder ein frischerer Wind, der NE-Passat, einstellte. 
Die polare Grenze desselben schien am 7. Juli in der Nähe von 22° N-Br und 
123,5° W-Lg zu liegen. Der NE-Passat begleitete das Schiff nicht weiter als 
vis nach 13,6° N-Br in 117,7° W-Lg. Unweit dieses Punktes endete derselbe 
am 12, Juli in leichte Mallung, und auf diese folgte nach kurzer Zeit ein 
mäfsiger, sich meist in westlicher Richtung haltender Wind. „Schiller“ segelte 
bei demselben mit St.-B. Halsen und gelangte in dieser Weise und gleichzeitig 
versetzt von östlicher Strömung, bis zum 17. Juli nach 6,5° N-Br in 113° W-Lg. 
In der Nähe dieses Punktes wurde gewendet und bis zum 24. Juli der Aequator 
in 122,2° W.Lg erreicht. Auf dem Wege zu demselben war: 30° N-Br in 
i23,3° W-Lg am 28. Juni, 20° N-Br in 122° W-Lg am 8. Juli und 10° N-Br 
in 115,5° W-Lg am 15. Juli gekreuzt worden. In südlicher Breite raumte der 
vorher recht schrale Passat bald, und da dessen Stärke auch eine genügende 
war, so liefs sich nun für längere Zeit ein recht befriedigender Fortgang or- 
zielen, Unweit 17° S-Br in 125,7° W-Lg, wo der Wind am 1. August nord- 
östliche Richtung annahm, schien die polare Passatgrenze zu liegen. Nachdem 
südlich von derselben der Wind am nächsten Tage durch N nach W umgelaufen 
and darauf in Stille übergegangen war, folgte auf diese wieder ein mäfsiger, 
mehrere Tage anhaltender SE-Wind. Südlich von 23° S-Br entwickelte sich 
aus 24 stündiger Stille westlicher Wind, um nach dieser Zeit vorherrschend zu 
bleiben. Die Reise nahm dann, obgleich östliche Winde auch noch wiederholt 
beobachtet wurden, einen befriedigenden Verlauf, bis zu der am 5. September 
überschrittenen Länge des Kap Horn. Der 5. September war der 43. bis dahin 
in südlicher Breite zugebrachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br 
in 125,8° W-Lg am 29. Juli, 20° S-Br in 125,3° W-Lg am 3. August, 30° S-Br 
in 125,7° W-Lg am 11. August, 40° S-Br in 114,6° W-Lg am 17. August und 
50° S-Br in 93° W-Lg am 27. August gekreuzt. 
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