Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Februar 1884.
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Nachdem „Papa“ die erlittenen schweren Beschädigungen wieder aufs
Beste ausgebessert erhalten hatte, setzte er am 21. Mai die Reise nach Wla-
diwostock fort, Dieselbe nahm, da die auf See angetroffenen Winde fast ununter-
brochen aus nordöstlicher Richtung wehten, zunächst nur einen langsamen Ver-
lauf. Am 28. Mai befand sich „Papa“ in Sicht der NW-Küste von Formosa
und am 29. Mai in Sicht der kleinen Insel Agincourt. Von dieser Position aus
nahm die Reise einen günstigeren Verlauf, Auf die dort herrschende Stille, in
welche der Nordwind übergegangen war, folgte ein mäfsiger, sich langsam nach
rechts verändernder Ostwind, der das KEinhalten eines Nordkurses erlaubte.
Unweit 30° N-Br nahm der Wind westliche Richtung an, und segelte man dann
bei westlichem Winde bis zum 3. Juni zur Strafse von Korea, Im Japanischen
Meere gewährten mäfsige SE-Winde zunächst auch noch eine günstige Gelegen-
heit zur Förderung der Reise, während der nördlich von 41° N-Br an mehreren
Tagen beobachtete leichte nordöstliche Zug eine Verzögerung der Reise bewirkte.
Ein leichter, am 9. Juni einsetzender SE-Wind führte die Bark am 10. Juni zum
Hafen von Wiadiwostock,. Um zu demselben von Honkong aus zu gelangen,
waren 20 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 25°
N-Br in 120° O-Lg am 28. Mai, 30° N-Br in 124,5° O-Lg am 31. Mai, 35° N-Br
in 130° O-Lg’'am 3. Juni und 40° N-Br in 131,6° O-Lg am 5. Juni gekreuzt.
Nachdem der „Papa“ in Wladiwostock entlöscht worden war, trat der-
selbe in Ballast geladen am 24. Juli eine Reise nach der in der Phönix-Gruppe
gelegenen kleinen Koralleninsel Sydney an, um dort eine Ladung Guano ein-
zunehmen. Man überschritt bei ganz leichter nördlicher und südlicher Briese
das Japanische Meer und passirte am 29, und 30. Juli die Sangar Strafse, Im
Stillen Ocean wurde der Verlauf der Reise bei dem dort herrschenden mäfsigen
südöstlichen Winde ein rascherer, und als „Papa“ bis zum 6. August nach
144,5° N-Br in 154,1° O-Lg vorgerückt war, wurde dort bei mäfsigem Ostwinde
gewendet und für längere Zeit nach Süden gesegelt. Als sich der Wind später
wieder im südöstlichen Viertel hielt, sogelte man wieder mit St. B.-Halsen.
Einigermafsen frische und beständige Westwinde beobachtete man nur am
15., 16. und 17. August auf der zwischen 42° S-Br in 170° O-Lg und 40,5° N-Br in
177° O-Lg liegenden Strecke. Der Wind vollendete auf ihr eine in S be-
ginnende und in N endende Drehung durch den westlichen Halbkreis, Der
nachher folgende Ostwind wehte für längere Zeit aus dem südöstlichen Qua-
dranten und ermöglichte deshalb doch ein ziemlich rasches Fortschreiten des
Schiffes nach Osten. Erst nachdem die Windrichtung am 28. August, in der
Nähe von 30,5° N-Br und 166° W-Lg, wieder eine östlich von SE liegende
wurde, entwickelte sich der beständige Passat, Unweit dieses Punktes beob-
achtete man einen höchsten Barometerstand von 768,1 mm. Der frisch und
beständig wehende Passat führte die Bark bis zum 9. September zu ‚der in
164,3° W-Lg überschrittenen Linie, ohne dafs vorher Mallung beobachtet wurde.
Das Passiren des Aequators geschah bei frischem SE-Winde, denn der Wind
hatte von 6° N-Br an schon eine südlich von E liegende Richtung gehabt. In
züdlicher Breite, wo der Wind unweit 1° S-Br für eine Wache als ganz leiser
Zug herrschte, wehte der Wind später wieder aus nordöstlicher Richtung, und
bei leichtem ENE-Winde erreichte „Papa“ schliefslich auch am 12. September
den in Lee von der Sydney Insel gelegenen Ankerplatz. Es waren damals
50 Tage nach der Abreise von Wladiwostock verflossen. Während dieser Zeit
hatte man: 40° N-Br in 178,5° O-Lg am 18. August, 30° N-Br in 166,5° W-Lg
am 29, August, 20° N-Br in 163,7° W-Lg am 2, September und 10° N-Br in
161,3° W-Lg am 5, September, ferner: 150° O-Lg in 42,5° N-Br am 3. August,
160° O-Lg in 41,6° N-Br am 12. August, 170° O-Lg in 42° N-Br am 15. August,
180° Länge in 39,3° N-Br am 18. August und 170° W-Lg.in 32,2° N-Br am
26. August gekreuzt, Die herrschende Strömung, welche zwischen’5,5° N-Br und
4,5° S-Br die Bark in fünf Etmalen 170 Sm nach Westen versetzt hatte, lief
zwischen 8° N-Br und 5,5° N-Br, obgleich dort weder Stillengürtel noch flaue
Ostwinde beobachtet wurden, mit 23 Sm Stärke nach Osten. Die in der Nähe
der Linie 26,5° C. betragende Wassertemperatur war bei dem östlichen Strom
gleich 28,4° C. und in der Nähe der Sydney Insel gleich 27,8° C, gewesen.
Auf dem an der Leeseite der Sydney Insel gelegenen Ankerplatze, wo
hohe südwestliche Dünung oft eine derartige Brandung verursachte, dafs jede
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