Eingänge von meteorologischen dournalen etec., Februar 1884.
hin recht frisch wehende Passat war weiter nach Norden hin weniger kräftig
und beständig und endete, als er die Bark bis zum 25. Januar nach 18° S-Br
in 112° O-Lg geführt hatte. Das Aufhören des Passats erfolgte, wie es zu
dieser Jahreszeit und in diesem Theile des Indischen Oceans anscheinend meistens
zu geschehen pflegt, indem der schwach gewordene Wind sich wieder durch S
nach SSW veränderte. Der zwar schwache, aber anfänglich doch noch ziemlich
beständig aus südwestlicher Richtung wehende Wind sank nördlich von 12° S-Br
zur flauen unbeständigen Briese herab. Man konnte infolge dessen nur in lang-
samer Fahrt nach Norden hin vorrücken, bis endlich am 3. Februar der Ein-
gang der Allas Strafse erreicht wurde. „Papa“ durchsegelte dieselbe bei
amlaufenden Westwinden von mäfsiger Stärke und erreichte am 4. Februar die
Sunda See. In derselben liefs Kapt. Bannau bei dem dort wehenden frischen
NW-Winde einen hoch nördlichen, auf die Salayer Stra/jse gerichteten Kurs
steuern. Da man am Morgen des 4. Februar schon aus Sicht von den Inseln
Lombock und Sumbava gekommen war, und das Tages über herrschende regne-
rische Wetter keine spätere astronomische Ortsbestimmung ermöglichte, wurde
„Papa“ von der in der Sunda See laufenden, ungewöhnlich starken Ostströmung
versetzt, ohne sich darüber Gewifsheit verschaffen zu können; und geschah es
30, dafs, obgleich Kapt. Bannau nach seiner Meinung die Möglichkeit einer
östlichen Versetzung mehr als genügend berücksichtigt hatte, das Schiff doch
in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar auf eine weit ostwärts von der beab-
sichtigten Kurslinie gelegene Korallenbank gerieth. Glücklicherweise golang es,
ohne dafs das Schiff durch die erlittenen heftigen Stöfse schr stark beschädigt
wurde, wieder frei von der Untiefe zu kommen, und zeigte es sich dann, als
der hereinbrechende Tag dem beigedreht liegenden Schiffe die Umschau ermög-
lichte, dafs man auf das zwischen den Inselu Roesah und Mamalakkie liegende
Korallenriff aufgefahren war. Der Strom hatte die Bark in der Zeit von 5'/2 Uhr
Morgens des 4. Februar bis 3'% Uhr Morgens am 5. Februar 41 Sm nach Ost
versetzt. Der Mitsegler „Adele“, welcher die Allas Strafse am 8. Februar
erreichte, traf später in der Sunda See ganz ähnliche Verhältnisse wie die eben
vorher beschriebenen an. Auch dieses Schiff wurde auf dem Wege zur Salayer
Strafse durch die in 24 Stunden 48 Sm betragende Ostströmung in solcher Weise
vertrieben, dafs cs wahrscheinlich nur dem Umstande, dafs es Tag war, als es
am 11. Februar in Sicht von der Insel Malamakkie kam, seine Rettung ver-
dankte. Es konnte diese Insel ebensowenig wie „Papa“ an der Westseite
passiren und mufste ebenso wie dieses Schiff wieder nach Süden abhalten, um,
nördlich und in Sicht von Flores entlang segelnd, die Molukken See zu erreichen
zu Suchen. „Papa“, bei dem sich der Anfangs nur unbedeutende Leck inzwischen
bedeutend verschlimmert hatte, dessen Ruder sich nach der einen Seite nur um
einen kleinen Winkel überlegen liefs, gelangte am 9. Februar in Sicht der Insel
Buro und am 13. Februar zum Aequator in 129,3° O-Lg. In nördlicher Breite
liefs sich bei der dort beständig aus N wehenden leichten Briese anfänglich
nur ein sehr langsamer Fortschritt erzielen. Günstiger wurde derselbe, nachdem
die Windrichtung unweit 1,5° N-Br eine nordwestliche geworden war, und noch
bofriedigender war er, nachdem sich aus der am 18. Februar in der Nähe von
4,2° N-Br und 136,6° O-Lg herrschenden kurzen Stille der rasch auffrischende
NE-Monsun entwickelt hatte. Bei demselben liefs Kapt. Bannau, der sich
durch den gefahrvollen Zustand, in dem sich sein Schiff befand, gezwungen sah,
Hongkong als Nothhafen aunzulaufen, einen nordwestlichen Kurs. steuern. Am
1]. März gelangte „Papa“ in Sicht der Bashee Inseln, und am 5. März wurde
auf der Rhede von Hongkong geankert. Es waren dann 111 Tage seit der
Abreise vom Kanal verfiossen. Auf dem östlich von 80° O-Lg liegenden Reise-
abschnitt hatte „Papa“: 30° S-Br in 105,5° O-Lg am 21. Januar, 20° S-Br in
111° O-Lg am 25. Januar und 10° S-Br in 115,1° O-Lg am 1. Februar; ferner
nördlich vom Aequator: 5° N-Br in 136,5° O-Lg am 19, Februar, 10° N-Br in
132,1° O-Lg am 23. Februar, 15° N-Br in 129,3° O-Lg am 26. Februar und
20° N-Br in 125° O-Lg am 28. Februar geschnitten. Die Bark „Adele“ ankerte
im Hafen von Hongkong am 10. März, und der Mitsegler „Charles Lüling“,
welcher 20° S-Br in 88,2° O-Lg am 30. Januar überschritten hatte, erreichte
Singapore ebenfalls am 10. März.
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