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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Kingänge von meteorvlogischen Journalen etc., Februar 1884. 
als „Levuka“, geriethen sie zuerst in den südwestlichen Quadranten des Sturm- 
feldes und beobachteten dem entsprechend anfänglich NE-Sturm. Als der Sturm 
sich dann später weiter nach südlicher und östlicher Richtung hin fortbewegt 
hatte, sie also in den nordöstlichen Quadranten gelangt waren, erfolgte cin 
Umlaufen des Windes durch N nach NW und später eine allmähliche Abnahme 
der Windstärke. Bei „Levuka“ dagegen, welche deu südwestlichen und nord- 
westlichen Quadranten berührte, geschah die Windveränderung von SE durch 
S nach SW. Bei „Niagara“ wie bei „Carl Both“ trat der niedrigste Luftdruck 
um 4% a. m. des 29. Oktober ein; bei der ersteren Bark betrug derselbe 
740,9 mm, bei der anderen 736,3 mm. Dagegen beobachtete „Levuka“ einen 
niedrigsten Stand von 736,1 mm um 2* p. m. desselben Tages. Um 12* Mittags 
des 29. Oktober wehte bei „Levuka“ in 40,1° S-Br und 36,9° W-Lg der Wind 
aus ESE in Stärke 11, bei der sich in 35,4° S-Br und 34,4° W-Lg befindenden 
Bark „Niagara“ aus NWzW in Stärke 9 und bei dem gleichzeitig in 35,3° S-Br 
und 37° W-Lg stehenden „Carl Both“ aus NW in Stärke 9. Alle drei Schiffe 
wurden nach dem Sturme für mehrere Tage durch kräftigen, sich allmählich 
nach links verändernden und schliefslich durch S nach SE drehenden Westwind 
begünstigt. „Niagara“ und „Carl Both“ erreichten in dieser Weise den Passat, 
währeud der Wind bei „Levuka“ später noch wieder aus einer hoch nördlichen 
Richtung wehte. Bei dieser Bark war der Wind am 5. November durch S 
nach SE zurückgedreht, und schien es dann anfänglich, als ob damit der 
SE-Passat erreicht sei. Indem der Luftdruck während der nächsten Tage noch 
stieg bis zu einem in 25° S-Br abgelesenen höchsten Stande von 770,3 mm, 
3etzte der Wind jedoch die Drehung nach links langsam fort und wehte schliefs- 
lich noch für mehrere Tage schwach aus hoch nördlicher Richtung. Erst am 
11. November nahm unweit 21,5° S-Br in 28,5° W-Lg der Wind wieder eine 
östlich von NE liegende Richtung an und wurde zum rasch auffrischenden 
Passat. Von demselben wurde die Bark bis zum 19, November zu der in 
28,3° W-Lg überschrittenen Linie geführt. Auf dem Wege zu derselben war: 
50° S-Br in 53,8° W-Lg am 20. Oktober, 40° S-Br in 37° W-Lg am 29. Oktober, 
30° S-Br in 28,6° W-Lg am 4. November, 20° S-Br in 28,7° W-Lg am 
12. November und 10° S-Br in 28,5° W-Lg am 15. November geschnitten 
worden. Am 14. Oktober hatte „Levuka“ sich unweit 55,5° S-Br und 64° W-.Lg 
in Sicht von einem etwa 10m hohen Eisberge befunden. Die damals 4,8° C. 
betragende Wassertemperatur zeigte keine nennenswerthe Veränderung gegen 
den am Tage vorher und am nächstfolgenden Tage beobachteten Stand. Von 
den beiden Mitseglern erreichte „Niagara“ die nördliche Halbkugel in 30,2° W-Lg 
am 17. November und „Carl Both“ in 29° W-Lg am 13. November. Der 
hölzerne Mitsegler war dem eisernen jetzt an Schnelligkeit weit überlegen. 
In nördlicher Breite wurde „Levuka“ bis nach 4,5° N-Br in 28,7° W-Lg 
vom stetigen SE-Passate begleitet. Nördlich von diesem, am 22. November 
erreichten Punkte traf man keinen eigentlichen Stillengürtel an, wohl aber für 
ungewöhnlich lange Zeit anhaltende, unbeständige östliche Winde. Nachdem 
man 12° N-Br überschritten hatte, wurde die Fahrt an mehreren Tagen durch 
ganz leisen Zug und selbst Windstille verzögert. Einigermafsen beständiger 
Passat wurde nur auf der zwischen 22° in 32,5° W-Lg und 31° N-Br in 
33,3° W-Lg liegenden Strecke angetroffen. Die polare Passatgrenze schien am 
15. Dezember in der Nähe von 34° N-Br und 33° W-Lg zu liegen. Das dort 
auf 771,2 mm zeigende Barometer erreichte mehrere Tage nachher einen unweit 
39° N-Br abgelesenen höchsten Stand von 780,3 mm. Der nördlich vom Passat- 
gebiet zunächst noch herrschende leichte Ostwind ging unweit 40° N-Br in 
Stille über, und auf diese folgten später westliche und südöstliche Winde, bei 
denen der letzte Theil des Weges zum Kanal vollendet wurde. Am 30. Dezember 
überschritt „Levuka“ den Meridian von Lizard. Es waren dann 117 Tage nach 
dem Antritt der Reise verflossen. In nördlicher Breite hatte man 41 Tage 
zugebracht und dort: 10° N-Br in 29,8° W-Lg am 26. November, 20° N-Br 
in 32,4° W-Lg am 7. Dezember, 30° N-Br in 33,4° W-Lg am 13. Dezember und 
40° N-Br in 32,8° W-Lg am 20. Dezember gekreuzt. Der Mitsegler „Niagara“ 
ankerte in der Bai von Falmouth am 28. Dezember, während „Carl Both“ 
Zizard schon am 13. Dezember erblickt hatte. 
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