Ann, d. Hydr. ete., XII. Jahrg. (1884), Heft V.
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Die allgemeinen Ergebnisse der Dänischen internationalen Polar-
Expedition in Godthaab und der Fahrt der „Dijmphna“,
1882-—1883.
(Mit Tafel 6.)
A. Die Dänische Polar-Expedition.
Das Königlich Dänische Meteorologische Institut hat die allgemeinen
Ergebnisse der Dänischen Polar - Expedition unter dem Titel veröffentlicht:
„Resume des travaux de llexpEdition polaire danoise internationale“, welche
von dem Leiter der Expedition, Adam F. W. Paulsen, zusammengestellt sind.
Die Beobachtungsstation befand sich in Godthaab, einer kleinen Kolonie
an der Westküste Grönlands, in 64° 10‘ 48“ N-Br und 51° 40‘ 0” W-Lg, 26m
über dem Meere, auf einem kleinen Hügel an der NW-Spitze der Halbinsel,
welche den SW—NO laufenden und ca 130 km langen Godthaab-Fjord von dem
südlicheren Ameralik-Fjord trennt, dessen allgemeine Richtung eine ostnordöst-
liche ist und dessen Läuge ca 75km beträgt. Die Halbinsel selbst wie die
Umgebung sind sehr bergig, wodurch die Beobachtungen, namentlich diejenigen
über Richtung und Stärke des Windes, nicht selten beeinflufst wurden; des
Weiteren übten die lokalen Winde des Ameralik-Fjord .einen Einfluls aus. Die
Nähe des Meeres rief häufiger Nebel und Bewölkung hervor, als im inneren
Theile des Fjordes.
Von den Beobachtungen wurden die obligatorischen während der ganzen
Dauer der Expedition durchgeführt, die meteorologischen vom 1. August, die
magnetischen vom 7. August 1882 ab. Vorgenommen wurden ferner Unter-
suchungen über die Parallaxe einer Zahl von Nordlichten, über die atmo-
sphärische Elektricität, über den Verlauf der Temperatur im Gestein, Erdboden
und Fjordwasser, über Beschaffenheit der umgebenden Luft; nachdem zuvor
die Eisverhältnisse Pegelbeobachtungen verhindert hatten, wurde im Juli und
August 1883 stündlich der Wasserstand abgelesen. .
1. Magnetische Beobachtungen,
Die Monatsmittel, welche alle Störungen in sich schliefsen, geben für
die Horizontalintensität ein Maximum ungefähr um 6 p.m.
” » „ Minimum » » 10—11* a. m.
„ Vertikalintensität „ Maximum » „ 10—11* a. m.
# ® „ Minimum ® " 6hp, m,
Göttinger. Zeit; Längenunterschied zwischen Göttingen und Godthaab 4“ 6‘ 26%,
Die Deklination erreichte ihr Maximum (ihre gröfste Abweichung nach
Westen) zwischen Mitternacht und 2" a. m. Das Minimum machte sich nicht
sehr kenntlich; gewöhnlich traten zwei ein: eins zwischen 6* und 8* a, m., das
andere, gewöhnlich gröfsere, um 4* p. m. Das sekundäre Maximum zwischen
den beiden Minimen zeigte sich gewöhnlich um 1®* p. m., doch war die Zeit
dieses letzteren stets schlecht ausgeprägt. .
Die magnetischen Elemente sind angenähert folgende: Horizontalintensität
0,968, Inklination 80° 15‘, Deklination 57° 45.