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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

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Mikroskopische Untersuchung von vulkanischem Staub, 
Die Krakatau-Asche ist ein aschgraues Pulver, im äufseren Ansehen einem 
feinen Smirgelpulver sehr ähnlich. Wird eine kleine Probe derselben in einen 
auf dem Objektträger befindlichen Tropfen Wasser gethan, 80 sinken die wenigen 
gröberen Steinchen (die im allgemeinen kaum 
'l/ımm grofs sind) unter, die grofse Masse 
feinen Staubes verbleibt an der Oberfläche 
des Tropfens. Nach dem Verdunsten des 
letzteren krystallisirt am Rande nichts aus: 
in Wasser lösliche Stoffe können also so gut 
wie gar nicht vorhanden sein. Mittelst des 
Mikroskops bei 400maliger Vergröfserung 
antersucht, erhält man ein Bild, welches ich 
durch die nebenstehende Figur wiederzugeben 
versucht habe. Den bei weitem gröfsten Theil 
der Asche bildet ein farbloses Glas, welches 
in fast allen denkbaren Gestalten — wurm- 
förmig, lineal, unregelmäfsig verbogen und 
zerbrochen — erscheint. Alle diese Glas- 
ztücke enthalten entweder zahllose auf die 
zeltsamste Weise verzogene Luftblasen, oder 
sie sind fast ganz vollgepfropft von winzigen 
aadelförmigen Kryställchen (Mikrolithen), oder 
endlich sie führen beides. Der Grad der An- 
füllung schwankt übrigens bedeutend; sehr 
ziele Glasstücke schwimmen eben infolge des 
grofsen Gasgehalts auf dem Wasser. Luftblasen und Mikrolithen haben recht 
häufig die gleiche Richtung, wodurch klar wird, dafs das beim Ausbruch noch 
teigig-weiche Glas während des Festwerdens in der kälteren Luft aus einander 
gezogen sein muß. Viel seltener sieht man farbige Partikeln, erfüllt mit 
Schaaren von Punkten, wie die Zeichnung einige darstellt (Entglasungsprodukte); 
zbenso Eisenstücke, oft als Würfel eingewachsen, oft isolirt. Sehr vereinzelt 
fand ich freiliegende, gröfsere, flaschengrüne Augitkrystalle. Isolirte Mikrolithen 
sind sehr selten. Zuletzt kommt noch eine Unzahl punktförmig kleiner undefinir- 
barer Bestandtheile, die man sich viel zahlreicher vorstellen mufs, als die 
Zeichnung sie angiebt.“ 
Wr 
Vebersicht der bisher ermittelten Höhenverhältnisse der Europa 
umschliefsenden Meere. 
In dem Generalbericht pro 1881/82 hat das Central-Burcau der curopäischen 
Gradmessung die Höhenlage verschiedener Europa umschliefsender Meere mit 
der Ostsee verglichen, Seitdem ist gegen Ende des vorigen Jahres noch eine 
Vergleichung mit dem Adriatischen Meere bei Zriest hinzugekommen, die aber 
nicht mehr in den Bericht an die 7. Allgemeine Konferenz hat aufgenommen 
werden können. 
Bei dem hohen Interesse, welches diese Vergleichung besitzt, hat der 
Präsident des Central-Bureaus der europäischen Gradmessung die Mittheilung 
derselben nicht verzögern wollen und sie in den Verhandlungen des wissenschaft- 
lichen Beiraths des Königlichen gecodätischen Instituts zu Berlin veröffentlicht. 
Höhendifferenz zwischen Ostsee und dem Adriatischen Meere. 
Nach dem Nivellement zwischen Swinemünde und Konstanz 
ist die Höhe von Röderau. ........ . .= +100,4830 m 
Nach dem sächsischen Nivellement (noch nicht publicirt) liegt 
Franzensbad über Röderau. . . ..0.0.0.0. .=+349/797 , 
Nach dem baierischen Nivellement liegt Eger über Franzensbad = + 15,977 „ 
Daher Eger über der Ostsee. . . ‚= + 466.204 m
	        
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