304
Mikroskopische Untersuchung von vulkanischem Staub,
Die Krakatau-Asche ist ein aschgraues Pulver, im äufseren Ansehen einem
feinen Smirgelpulver sehr ähnlich. Wird eine kleine Probe derselben in einen
auf dem Objektträger befindlichen Tropfen Wasser gethan, 80 sinken die wenigen
gröberen Steinchen (die im allgemeinen kaum
'l/ımm grofs sind) unter, die grofse Masse
feinen Staubes verbleibt an der Oberfläche
des Tropfens. Nach dem Verdunsten des
letzteren krystallisirt am Rande nichts aus:
in Wasser lösliche Stoffe können also so gut
wie gar nicht vorhanden sein. Mittelst des
Mikroskops bei 400maliger Vergröfserung
antersucht, erhält man ein Bild, welches ich
durch die nebenstehende Figur wiederzugeben
versucht habe. Den bei weitem gröfsten Theil
der Asche bildet ein farbloses Glas, welches
in fast allen denkbaren Gestalten — wurm-
förmig, lineal, unregelmäfsig verbogen und
zerbrochen — erscheint. Alle diese Glas-
ztücke enthalten entweder zahllose auf die
zeltsamste Weise verzogene Luftblasen, oder
sie sind fast ganz vollgepfropft von winzigen
aadelförmigen Kryställchen (Mikrolithen), oder
endlich sie führen beides. Der Grad der An-
füllung schwankt übrigens bedeutend; sehr
ziele Glasstücke schwimmen eben infolge des
grofsen Gasgehalts auf dem Wasser. Luftblasen und Mikrolithen haben recht
häufig die gleiche Richtung, wodurch klar wird, dafs das beim Ausbruch noch
teigig-weiche Glas während des Festwerdens in der kälteren Luft aus einander
gezogen sein muß. Viel seltener sieht man farbige Partikeln, erfüllt mit
Schaaren von Punkten, wie die Zeichnung einige darstellt (Entglasungsprodukte);
zbenso Eisenstücke, oft als Würfel eingewachsen, oft isolirt. Sehr vereinzelt
fand ich freiliegende, gröfsere, flaschengrüne Augitkrystalle. Isolirte Mikrolithen
sind sehr selten. Zuletzt kommt noch eine Unzahl punktförmig kleiner undefinir-
barer Bestandtheile, die man sich viel zahlreicher vorstellen mufs, als die
Zeichnung sie angiebt.“
Wr
Vebersicht der bisher ermittelten Höhenverhältnisse der Europa
umschliefsenden Meere.
In dem Generalbericht pro 1881/82 hat das Central-Burcau der curopäischen
Gradmessung die Höhenlage verschiedener Europa umschliefsender Meere mit
der Ostsee verglichen, Seitdem ist gegen Ende des vorigen Jahres noch eine
Vergleichung mit dem Adriatischen Meere bei Zriest hinzugekommen, die aber
nicht mehr in den Bericht an die 7. Allgemeine Konferenz hat aufgenommen
werden können.
Bei dem hohen Interesse, welches diese Vergleichung besitzt, hat der
Präsident des Central-Bureaus der europäischen Gradmessung die Mittheilung
derselben nicht verzögern wollen und sie in den Verhandlungen des wissenschaft-
lichen Beiraths des Königlichen gecodätischen Instituts zu Berlin veröffentlicht.
Höhendifferenz zwischen Ostsee und dem Adriatischen Meere.
Nach dem Nivellement zwischen Swinemünde und Konstanz
ist die Höhe von Röderau. ........ . .= +100,4830 m
Nach dem sächsischen Nivellement (noch nicht publicirt) liegt
Franzensbad über Röderau. . . ..0.0.0.0. .=+349/797 ,
Nach dem baierischen Nivellement liegt Eger über Franzensbad = + 15,977 „
Daher Eger über der Ostsee. . . ‚= + 466.204 m