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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Reiseberichte der Elsflether Schonerbrigg „Felix“. 
So kann die Zukunft des kleinen Riachuelo eine grofse genannt werden; 
schon jetzt werden durch denselben die meisten. Import- und alle Exportartikel 
bransportirt, schon jetzt lagen, z. B. am 22. Oktober, 69 Seeschiffe in der Boca 
und nur 65 auf der Rhede; später aber wird die Boca den Hauptknotenpunkt 
des Handels von Buenos Aires bilden, und dieser wird weiter bestehen und 
aufblühen, während er ohne den Riachuelo durch die immer fortschreitende 
Versandung der Rhede auf das Bedenklichste gefährdet sein würde. 
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Reisen der Elsflether Schonerbrigg ‚Felix‘, Kapt. E, E. Behrens, 
von Grofsbritannien: nach Nickerie und zurück. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
Im Nachstehenden ist eine kurze Uebersicht über den Verlauf von acht 
Reisen gegeben, welche das Schiff „Felix“, Kapt. E. E. Behrens, in der regel- 
mäfsigen Fahrt zwischen Grofsbritannien und dem in Niederländisch Guayana, 
an einem Nebenflusse des Corentyn gelegenen Platze Nickerie in den Jahren 
1877 bis 1882 machte. Bei der grofsen Erfahrung über die mafsgebenden Wind- 
und Strömungsverhältnisse seines Weges, welche Kapt. Behrens, der schon 
früher längere Zeit in dieser Fahrt beschäftigt war, bei der Führung seines 
Schiffes zur Seite stand, und von deren richtiger Anwendung die für Segelschiffs- 
fahrten ungewöhnliche Gleichmäfsigkeit seiner Reisen Zeugnifs ablegt, scheinen 
diese Reisen wohlgeeignet zu sein, anderen, mit dieser Fahrt nicht bekannten 
Schiffsführern bei der Wahl der Route als Richtschnur zu dienen, umsomehr 
als Beispiele von Reisen fast aus allen Jahreszeiten vorliegen. Wir halten 
jedoch des besseren Verständnisses wegen für angezeigt, hier noch einige 
Bemerkungen beizufügen, welche sich aus der Betrachtung der nachstehenden 
Reiseübersichten ergeben. 
Die Ausreise, .von 50° N-Br beziehentlich Lizard gerechnet, hatte eine 
mittlere Dauer von 33,7 Tagen. Die mittlere Route führt durch die Schuitt- 
punkte 50° N-Br in 10° W-Lg, 40° N-Br in 15,9° W-Lg, 30° N-Br in 23,1° W-Lg 
und 20° N-Br in 34,8° W-Lg, ferner durch 40° W-Lg in 16° N-Br und 50° W-Lg 
in 9,4° N-Br. Die Segeldistanz von 50° N-Br und 10° W-Lg längs dieser 
Route nach 6° N-Br und 57° W-Lg, der Mündung des Corentyn-Flusses, beträgt 
etwa 3800 Sm. Es wurden demnach im Mittel täglich 113. Sm zurückgelegt. 
Auf der kürzesten Ausreise (25,9 Tage im April und Mai 1881) war das durch- 
schnittliche Etmal 147 Sm, auf der längsten (39,6 Tage im September und 
Oktober 1878) dagegen 96 Sm. 
Um einen Anhalt zur Beurtheilung dieser Resultate zu bieten, bemerken 
wir, dafs für den Weg vom Kanal nach der Livie die mittlere im Etmal zurück- 
gelegte Distanz sich zu etwa 100 Sm ergiebt. Hiermit verglichen, mufs die 
Leistung des „Felix“ auf dem Wege nach Guayana als eine recht gute be- 
zeichnet werden. Der Gewinn von 13 Sm im Etmal, gleich !/z Kn Fahrt, welcher 
erzielt wurde, hatte freilich zum Theil seinen Grund in der vortheilhafteren, weil 
durchschnittlich westlicheren Stellung bei Antritt der Reise, sowie auch in der 
günstigeren Lage des Bestimmungsortes, der in den meisten Fällen erreicht 
werden konnte, ohne dafs man den Aequatorial-Kalmengürtel zu überschreiten 
brauchte; zum grofsen Theile muß er jedoch auch der verständigen Führung 
zugeschrieben werden. 
Die vergleichsweise längsten Reisen waren die, welche im September 1877, 
im August 1878 und im November 1879 angetreten wurden. Bei den zwei 
ersteren fand der längere Aufenthalt vornehmlich zwischen 40° und 50° W-Lg 
statt. Er wurde hervorgerufen durch die besonderen Verhältnisse der Jahres- 
zeit, welche darin bestehen, dafs von Anfang Juli bis etwa Mitte Oktober das 
1) S. „Ann, d. Hydr. etc.“, 1880, pag. 474, und 1882, pag. 100 u. 569, ferner „West India 
Pilot“, I, pag. 44, und Jülfs und Balleer: „Seehäfen und Seehandelsplätze der Erde“, Band II, 
pag. 94 ff,
	        
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