Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Januar 1884.
30,7° S-Br und 22,3° W-Lg, während „Etha Rickmers“ gleichzeitig in 33,6° S-Br
and 23,1° W-Lg stand. Zum ersten Meridian in 38,2° S-Br gelangte die erstere
Bark am 25. März, während die andere etwa 24 Stunden früher in 39,4° S-Br
die westliche Länge verlassen hatte. „Maria Rickmers“ hatte bis zum 25. März
27 Tage auf der südlichen Halbkugel zugebracht und dort: 10° S-Br in 30,8°
W-Ly am 3. März, 20° S-Br in 31,2° W-Lg am 7. März und 30° S-Br in
24° W-Lg am 12. März gekreuzt. In östlicher Länge konnte „Maria Rickmers“
bei den dort zunächst angetroffenen stürmischen Südwinden nur in solch lang-
z3amer Weise fortschreiten, dals erst am 1. April der Meridian von 10° Ost
überschritten werden konnte, Erst bei dem am 2. April durchkommenden West-
winde ließ sich ein rascherer Fortschritt erzielen, und legte die Bark dann, indem
sie sich in der Nähe von 43° S-Br hielt, die erforderliche Länge zurück. Stürme
wurden gar nicht beobachtet, und am 24. April, dem 30. bis dahin in östlicher
Länge erlebten Tage, stand „Maria Rickmers“ auf dem in 39° S-Br über-
schrittenen Meridian von 80° Ost. An demselben Tage war dieses in 38,4° S-Br
auch bei dem Mitsegler „Etha Rickmers“ der Fall. Beim Aufsteuern nach
Norden verfolgte „Etha Rickmers“ einen etwas östlicheren Kurs, als wie ihn
„Maria Rickmers“ einhielt, und die Folge davon war, dafs, als die erstere Bark
am 28. April Mittags in 35,6° S-Br und 95,3° O-Lg stand, sich gleichzeitig die
andere in 35,8° S-Br und 92,6° O-Lgy befand. Als „Maria Rickmers“ am 6. Mai
zu der in 27,5° S-Br und 103° O-Lg befindlichen polaren Passatgrenze gelangte,
befand sich „Kiha Rickmers“, bei der sich der Passat schon am 2. April in
der Nähe von 30° S-Br und 104° O-Lg eingestellt hatte, schon in 22° S-Br und
103,8° O-Lg. Nachdem der kräftig wehende SE-Passat „Maria Rickmers“ nach
7,5° S-Br geführt hatte, wurde derselbe schwach und unbeständig. Bei dem-
3elben erreichte man am nächsten Tage den Eingang. der Sunda-Strafse. Es
waren damals 115 Tage nach der Abreise von 50° N-Br vergangen. Auf dem
letzten Reiseabschnitt war: 30° S-Br in 103°, O-Lg am 4. Mai, 20° $S-Br in
103,5° O-Lg am 8, Mai und 10° S-Br in 105,3° O-Lg am 12. Mai gokreuzt
worden. Zum Hafen von Singapore gelangte „Maria Rickmers“. am 2. Juni.
Der Mitsegler „Etha Rickmers befand sich in Sicht von Java Head am 12. Mai.
Am 9. August, als sich die am 16. Juli von Singapore ausgegangene, nach
London bestimmte „Maria Rickmers“ in 8,4° S-Br und 101,5° O-Lg befand, wurde
an Bord derselben die Führung des meteorologischen Journals wieder begonnen,
Der die Fahrt damals begünstigende kräftige SE-Passat hielt in dieser Weise
längere Zeit an und wurde erst schwächer, nachdem 22° S-Br überschritten
worden war. Unweit 23° S-Br in 61,5° O-Lg beobachtete man am 22, August
ganz leichte südliche Briese, auf die jedoch später noch wieder ein anhaltender
kräfliger SE-Wind folgte. Erst am 28. August veränderte sich in der Nähe
von 29,5° S-Br und 46,4° O-Lg der Wind nach NE, um dann bald bis zum ganz
leisen Zuge abzunehmen. Unbeständige Ostwinde waren später noch vor-
herrschend, bis endlich am 10. September, in geringer Entfernung von 35° S-Br
und 23° O-Lg, anhaltende Westwinde angetroffen wurden. Durch das Auftreten
derselben wurde die Reise um ein Bedeutendes verzögert, Bei kräftigem Ost-
winde, der am 18. September einsetzte, konnte endlich am 19. September die
Länge der Kapstadt überschritten werden, und nachdem die Fahrt während der
nächsten Tage noch wieder durch heftige nördliche Winde verzögert worden
war, führte ein frischer Westwind die Bark am 26. September zurück zu dem
in 9,9° O-Lg überschrittenen Parallel von 30° Süd. Es waren dann 27 Tago
vergangen, seit man dieselbe Breite im Indischen Ocean verlassen hatte. Während
der Fahrt über dieses Meer war: 10° S-Br in 95° O-Lg am 11. August, 20° S-Br
in 69° O-Lg am 19. August und 30° S-Br in 44,5° O-Lg am 30. August, wie
90° O-Lg in 11,3° S-Br am 12. August, 60° O-Lg in 23;5° S-Br am 23. August
und 30° O-Lg in 33° S-Br am 7. September geschnitten worden. ,
Der Westwind, bei dem „Maria Rickmers“ wieder nördlich von 30° S-Br
gelangte, veränderte sich noch an demselben Tage. durch S nach SSE und
wurde Passat. In seinem unweit 28,5° S-Br in 8,5° O-Lg betretenen Gebiete
konnte bis nach 18° S-Br hin ein befriedigend rascher Fortgang erzielt werden.
Nördlich von dieser Breite verlor der Wind allmählich seine Stärke, und in der
Nähe von St, Helena nahm der dort herrschende flaue Zug sogar die südwest-
liche Richtung an. Der sich einen Tag darauf wicder einstellende Passat trat
Ann. d. Hydr. ete.. 1884. Heft Y.
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