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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

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Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Januar 1884 
und unbeständig gewordene NW-Monsun gewann in nördlicher Breite zwar 
wieder etwas gröfsere Stärke, doch war dieselbe immerhin cine geriuge und 
der Fortgang des Schiffes dem entsprechend ein langsamer. In etwa 4,5° N-Br 
and 94,7° W-Lg nahm der Wind am 17. Februar nordöstliche Richtung an, und 
segelte man dann bei demselben in zwei Tagen bis in Sicht der Insel Pulo 
Brasse. Von dort aus nahm die Reise noch einen derart langsamen Verlauf, 
dafs nicht eher als am 10. März im Hafen von Singapore geankert werden 
konnte. Der 10. März war der 115. nach der Abreise von 50° N-Br verflossene 
Tag. Der Mitsegler „(apella“ erreichte seinen Bestimmungshafen Rangoon am 
15, März: 
Nachdem „Charles Lüling“ seine Kohlenladung in Singapore entlöscht 
hatte, versegelte derselbe am 25. März nach Calcutta. Kr erreichte die Mündung 
des Hoogly am 10. Mai und verliefs sie wieder mit Weizen beladen und nach 
Liverpool bestimmt am 23. Juni. In der Bai von Bengalen wurde an den ersten 
drei dort verbrachten Tagen leichte, unbeständige südliche Briese angetroffen, 
bei welcher die Bark bis zum 26. Juni nach 19,5° N-Br in 87,3° O-Lg vor- 
rückte. In der Nähe dieses Punktes setzte der kräftige SW-Monsun ein, bei 
dem mit St. B.-Halsen südostwärts gesegolt wurde. Sowie man weiter nach 
dieser Richtung vorrückte, wurde die Windstärke geringer und die Richtung 
sine schralere. Es wurde infolge dessen, besonders nachdem 10° N-Br über- 
schritten worden war, häufig mit B. B.-Halsen gesecgelt. Der Fortschritt wurde 
nun ein solch langsamer, dafs es erst am 15, Juli gelang, den Aequator in 
92,2° O-Lg zu erreichen. Der 15. Juli war der 22. bis dahin auf See ver- 
brachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 20° N-Br in 87,6° O-Lg am 
25. Juni, 15° N-Br in 88,8° O-Lg am 29. Juni, 10° N-Br in 91,5° O-Lg am 
2, Juli und 5° N-Br in 94° O-Lg am 7. Juli gekreuzt. 
Als „Charles Lüling“ am 15. Juli in südliche Breite überging, geschah 
dasselbe bei leichter südöstlicher Briese, und beobachtete man solche und Stille 
auch während der ersten auf südlicher Halbkugel verbrachten "Tage. Am 
19. Juli setzte unweit 2,5° S-Br in 91° O-Lg der SE-Passat eiu, welcher lang- 
sam an Kraft zanahm, und bei dem sich dann für längere Zeit ein recht be- 
Friedigender Fortgang orzielen liefßs. „Charles Lüling“ segelte bis zum 2. August 
nach 25° S-Br in 56,5° O-Lg. Als dort der Wind nordöstlich lief, zeigte das 
Barometer auf einen Stand von 768,0mm. Unweit 23° S-Br hatte der Luftdruck 
/69,5mm betragen, und nachdem der Wind südlich vom Passatgebiete die west- 
lichen Striche in ziemlich rascher Weise durchlaufen hatte und wieder zum 
südöstlichen Viertel zurückgekehrt war, stieg das Barometer bis auf den in 
stwa 26° S-Br und 54° O-Lg beobachteten höchsten Stand von 774,1 mm. Der 
Wind vollendete später noch mehrere Rundläufe nach linke, die in jedem Falle 
von bedeutenden Barometerschwankuugen begleitet waren. Die Bark konute 
dabei in ziemlich rascher Fahrt nach Westen hin vorrücken, und erst nachdem 
der Wind sich am 18. August, in der Nähe von 34° S-Br und 27,5° O-Lg, 
abermals wieder durch N nach W verändort hatte, entstand eine längere Ver- 
zögerung der Reise. Der Wind blieb nun zunächst westlich und wiederholt 
wehte derselbe als heftiger Sturm. Auffallend waren dabei besonders die grofsen 
und häufigen Schwankungen des Luftdrucks. Kin kräftiger, jedoch nur einen 
halben Tag lang anhaltender Ostwind führte den „Charles Lüling“ zur Länge 
der Kapstadt, und die später folgenden frischen S- und SE-Winde ermöglichten 
os, dafs am 31. August in 10° O-Lg der Parallel von 30° Süd wieder über- 
schritten werden konnte. Es waren dann 20 Tage vergangen, seit man dieselbe 
Breite im Iodischen Ocean verlassen hatte. Während der Fahrt über dieses 
Meer war: 10° S-Br in 82,3° O-Lg am 24. Juli, 20° S-Br in 67° O-Lg am 
29. Juli und 30° S-Br in 41,5° O-Lg am 11. August, wie 90° O-Lg in 4,5° S-Br 
am 20. Juli, 60° O-Lg in 23,4° S-Br am 31. Juli und 30° O-Lg in 33° S-Br 
am 17. August geschnitten worden. Unter den während der Umsegelung des 
Kap der guten Hoffnung überstandenen Stürmen war der -heftigste derjenige, 
welcher am 23. und 24. August in der Nähe von 365° S-Br und 23° O-Lg 
beobachtet worden war. Derselbe, welcher von orkanartigen Hagelböen und 
Blitzen begleitet war, begann aus NW und endete aus W. Das Barometer sank 
währeud desselben bis auf 753,8mm. Am 21. August hatte der Luftdruck
	        
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