Eingänge von meteorologischen Journalen ete,, Januar 1834.
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Barometerstande von 762,5 mm, nach NE, um sich dann, indem er gleichzeitig
wieder etwas auffrischte, für verhältnifsmäfsig sehr lange Zeit im nordöstlichen
Viertel zu halten. Der Luftdruck stieg dabei bis auf einen, unweit 32,5° S-Br
in 21° W-Lg abgelesenen, höchsten Stand von 769,7 mm. Krst in der Näho
von 39,5° S-Br in 3,5° W-Lg drehte der Wind am 27. Dezember durch N nach
NW; und da dann nach kaum 1'/a Tagen, am 29. Dezember in 40° S-Br, der
Meridian von Greenwich überschritten wurde, so war fast die ganze durch den
Südatlantischen Ocean führende Route bei Ostwind zurückgelegt worden.
Während der 20 Tage, die dazu erforderlich gewesen waren, hatte man: 10°
S-Brin 31° W-Lg am 12, Dezember, 20° S-Br in 31,3° W-Lg am 16. Dezember und
30° S-Br in 23,5° W-Lg am 21. Dezember gekreuzt. Der Mitsegler „Capella“ ge-
langte zum ersten Meridian in 42,2° S-Br am 30, Dozember. Am 16, Dezember
Mittags, an welchem Tage bei beiden Schiffen gleichzeitig der SE-Passat ein
Ende nahm, befand sich „Charles Lüling“ in 20,3° S-Br und 31,5° W-Lg gegen
den gleichzeitigen von „Capella“ in 22° S-Br und 31° W-Lg. Die hölzerne
Bark verfolgte nach dieser Zeit einen östlicheren Kurs, als wie ihn die eiserne
steuerte, Kin Verfahren, welches innerhalb gewisser Grenzen, die vielleicht
dadurch zu bezeichnen wären, dafs man nicht östlicher als SOzS steuere, dafs
aber ein solcher Kurs immer einem S-Kurse vorzuziehen sei, für die rund Kap
der Guten Hoffnung bestimmten Schiffe vortheilhaft zu sein Scheint. Indem
„Charles Lüling“ dieses that, „Capella“ dagegen auch bei raumem Winde voll
weg hielt nach Süden, wie es freilich früher allgemein empfohlen worden ist,
gewann jenes Schiff einen Vorsprung. Am 23. Dezember Mittags, an welchem
Tage sich der Wind bei „Capella“ nach NW veränderte, befand sich dieses
Schiff in 36,6° S-Br und 23,3° W-Lg, während der gleichzeitig noch bei
mäfsigem NE-Winde segelnde „Charles Lüling“ in 33,7° S-Br und 18,7° W-Lg stand,
Während der Zeit, in welcher die erforderliche Länge zurückgelegt wurde,
hielt „Charles Lüling“ sich am längsten in der Nähe von 42° S-Br. Jenos
geschah bei vorherrschend aus nördlicher und westlicher Richtung kommenden
Winden, die meist kräftig aber in keinem Falle als heftiger Sturm wehten.
Zu verschiedenen Malen sank der Wind auch zum ganz leisen Zuge herab.
Am 19. Januar 1883, dem 21. bis dahin in östlicher Länge verbrachten Tago,
gelangte „Charles Lüling“ zu dem in 39° S-Br überschrittenen Meridian von
80° Öst. Der Mitsegler „Capella“, welcher seine Länge gröfstentheils in der
Nähe von 40° S-Br zurücklegte, erreichte 80° O-Lg in 33,5° S-Br am 26. Januar.
Als dieses Schiff sich am 30. Dezember in etwa 42,2° S-Br und 1,5° O-Lg
befand, gerieth es dort in unmittelbare Nähe von Treibeis und Eisbergen, ohne
dafs eine Abnahme in der etwa 10,5° C. betragenden Wassertemperatur zu
bemerken war. Durch dieses Antreffen von Eis wurde der Kapitän der „Capella“
bewogen, : eine etwas nördlichere Route, als sie anfänglich beabsichtigt war,
einzuschlagen. „Charles Lüling“, welcher 1,5° O-Lg in 40° S-Br am 29. Dezember
passirte, fand dort von Eis keine Spur, dagegen eine Wasserwärme von 14,2° C,
Eine recht ungünstige Gelegenheit wurde vom „Charles Lüling“ auf dem
Wege. zum Gebiete des SE-Passats angetroffen. Es waren dort östliche Winde
vorherrschend, und wiederholt wurden auch ganz schwache unbeständige Winde
beobachtet. Als die Bark sich am 26. Januar in der Nähe von 31° S-Br und
36,5° W-Lg befand, entstand dort, indem sich der ganz leichte Wind bei
einem Barometerstande von 766,5 mm von SSW durch S nach SSE veränderte,
der Passat. Derselbe nahm rasch an Stärke zu und begleitete das Schiff bis
es am 1. Februar nach 13° S-Br in 88,8° O-Lg gelangt war. In geringer
Entfernung von diesem Punkte lag die äquatoriale Passatgrenze. Der dort
ganz schwach und unbeständig gewordene Ostwind hielt später noch einen
Tag an, und nachdem dann an einem Tage Stille beobachtet worden war,
stellte sich am 3. Februar, in der Nähe von 11,8° N-Br und 88,4° W-Lg, der
rasch auffrischende NW-Monsun ein. Bei diesem, von starker östlicher
Strömung begleiteten Winde legte „Charles Lüling“ fast die ganze Strecke bis
zu der, am 11. Februar in 95,1° W-Lg überschrittenen Linie zurück, Auf dem
Wege zu derselben hatte man vorher: 30° S-Br in 87,3° O-Lg am 27. Januar,
20° S-Br in 88,2° O-Lg am 30. Januar und 10° S-Br in 89,4° O-Lg am
4. Februar gekreuzt, Die Bark „Capella“ erreichte den Aequator in 90,3 O-Lg
erst am 19. Februar. Der bei „Charles Lüling“ unweit 0,5° S-Br ganz schwach