accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Eingänge von meteorologischen Journalen ete,, Januar 1834. 
285 
Barometerstande von 762,5 mm, nach NE, um sich dann, indem er gleichzeitig 
wieder etwas auffrischte, für verhältnifsmäfsig sehr lange Zeit im nordöstlichen 
Viertel zu halten. Der Luftdruck stieg dabei bis auf einen, unweit 32,5° S-Br 
in 21° W-Lg abgelesenen, höchsten Stand von 769,7 mm. Krst in der Näho 
von 39,5° S-Br in 3,5° W-Lg drehte der Wind am 27. Dezember durch N nach 
NW; und da dann nach kaum 1'/a Tagen, am 29. Dezember in 40° S-Br, der 
Meridian von Greenwich überschritten wurde, so war fast die ganze durch den 
Südatlantischen Ocean führende Route bei Ostwind zurückgelegt worden. 
Während der 20 Tage, die dazu erforderlich gewesen waren, hatte man: 10° 
S-Brin 31° W-Lg am 12, Dezember, 20° S-Br in 31,3° W-Lg am 16. Dezember und 
30° S-Br in 23,5° W-Lg am 21. Dezember gekreuzt. Der Mitsegler „Capella“ ge- 
langte zum ersten Meridian in 42,2° S-Br am 30, Dozember. Am 16, Dezember 
Mittags, an welchem Tage bei beiden Schiffen gleichzeitig der SE-Passat ein 
Ende nahm, befand sich „Charles Lüling“ in 20,3° S-Br und 31,5° W-Lg gegen 
den gleichzeitigen von „Capella“ in 22° S-Br und 31° W-Lg. Die hölzerne 
Bark verfolgte nach dieser Zeit einen östlicheren Kurs, als wie ihn die eiserne 
steuerte, Kin Verfahren, welches innerhalb gewisser Grenzen, die vielleicht 
dadurch zu bezeichnen wären, dafs man nicht östlicher als SOzS steuere, dafs 
aber ein solcher Kurs immer einem S-Kurse vorzuziehen sei, für die rund Kap 
der Guten Hoffnung bestimmten Schiffe vortheilhaft zu sein Scheint. Indem 
„Charles Lüling“ dieses that, „Capella“ dagegen auch bei raumem Winde voll 
weg hielt nach Süden, wie es freilich früher allgemein empfohlen worden ist, 
gewann jenes Schiff einen Vorsprung. Am 23. Dezember Mittags, an welchem 
Tage sich der Wind bei „Capella“ nach NW veränderte, befand sich dieses 
Schiff in 36,6° S-Br und 23,3° W-Lg, während der gleichzeitig noch bei 
mäfsigem NE-Winde segelnde „Charles Lüling“ in 33,7° S-Br und 18,7° W-Lg stand, 
Während der Zeit, in welcher die erforderliche Länge zurückgelegt wurde, 
hielt „Charles Lüling“ sich am längsten in der Nähe von 42° S-Br. Jenos 
geschah bei vorherrschend aus nördlicher und westlicher Richtung kommenden 
Winden, die meist kräftig aber in keinem Falle als heftiger Sturm wehten. 
Zu verschiedenen Malen sank der Wind auch zum ganz leisen Zuge herab. 
Am 19. Januar 1883, dem 21. bis dahin in östlicher Länge verbrachten Tago, 
gelangte „Charles Lüling“ zu dem in 39° S-Br überschrittenen Meridian von 
80° Öst. Der Mitsegler „Capella“, welcher seine Länge gröfstentheils in der 
Nähe von 40° S-Br zurücklegte, erreichte 80° O-Lg in 33,5° S-Br am 26. Januar. 
Als dieses Schiff sich am 30. Dezember in etwa 42,2° S-Br und 1,5° O-Lg 
befand, gerieth es dort in unmittelbare Nähe von Treibeis und Eisbergen, ohne 
dafs eine Abnahme in der etwa 10,5° C. betragenden Wassertemperatur zu 
bemerken war. Durch dieses Antreffen von Eis wurde der Kapitän der „Capella“ 
bewogen, : eine etwas nördlichere Route, als sie anfänglich beabsichtigt war, 
einzuschlagen. „Charles Lüling“, welcher 1,5° O-Lg in 40° S-Br am 29. Dezember 
passirte, fand dort von Eis keine Spur, dagegen eine Wasserwärme von 14,2° C, 
Eine recht ungünstige Gelegenheit wurde vom „Charles Lüling“ auf dem 
Wege. zum Gebiete des SE-Passats angetroffen. Es waren dort östliche Winde 
vorherrschend, und wiederholt wurden auch ganz schwache unbeständige Winde 
beobachtet. Als die Bark sich am 26. Januar in der Nähe von 31° S-Br und 
36,5° W-Lg befand, entstand dort, indem sich der ganz leichte Wind bei 
einem Barometerstande von 766,5 mm von SSW durch S nach SSE veränderte, 
der Passat. Derselbe nahm rasch an Stärke zu und begleitete das Schiff bis 
es am 1. Februar nach 13° S-Br in 88,8° O-Lg gelangt war. In geringer 
Entfernung von diesem Punkte lag die äquatoriale Passatgrenze. Der dort 
ganz schwach und unbeständig gewordene Ostwind hielt später noch einen 
Tag an, und nachdem dann an einem Tage Stille beobachtet worden war, 
stellte sich am 3. Februar, in der Nähe von 11,8° N-Br und 88,4° W-Lg, der 
rasch auffrischende NW-Monsun ein. Bei diesem, von starker östlicher 
Strömung begleiteten Winde legte „Charles Lüling“ fast die ganze Strecke bis 
zu der, am 11. Februar in 95,1° W-Lg überschrittenen Linie zurück, Auf dem 
Wege zu derselben hatte man vorher: 30° S-Br in 87,3° O-Lg am 27. Januar, 
20° S-Br in 88,2° O-Lg am 30. Januar und 10° S-Br in 89,4° O-Lg am 
4. Februar gekreuzt, Die Bark „Capella“ erreichte den Aequator in 90,3 O-Lg 
erst am 19. Februar. Der bei „Charles Lüling“ unweit 0,5° S-Br ganz schwach
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.