Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Januar 1884.
hatte, nahm die Reise aufs neue einen rascheren Verlauf. Die aufser durch
einige Stürme, durch keinen ungewöhnlichen Vorfall unterbrochene Reise wurde
dann bis zum 5. November beendet. Ks waren damals 109 Tage nach dem
Antritt der Reise verflossen. Im Atlantischen Ocean hatte man 32 Tage
zugebracht und dort: 50° S-Br in 45,5° W-Lg am 14. Oktober, 40° S-Br in
5° W-Lgy am 26. Oktober, wie 50° W-Lg in 52,5° S-Br am 12. Oktober,
30° W-Lg in 44,6° S-Br am 18, Oktober und 0° Länge in 38,2° S-Br am
28. Oktober gekreuzt.
Von der Kapstadt aus ging die nun in Ballast geladene „Dora“ schon
am 17. Dezember wieder in See, um nach Mauritius zu segeln. Der leichte
NW-Wind bei dem das Schiff den Hafen verliefs, endete schon nach wenigen
Stunden, und es folgte auf ihn ein fast stürmisch wehender S- und SE-Wind,
bei dem man während der nächsten Tage nur einen sehr geringen Fortgang
erzielen konnte. Erst nachdem sich am 21. Dezember wieder westlicher Wind
eingestellt hatte, nahm die Reise einen rascheren Verlauf. Am 22. und
23. Dezember lenzte „Dora“ vor einem ungewöhnlich heftigen NW-Sturm, bei
dem das Barometer einen niedrigsten Stand von 746,8 mm erreichte. Als dieser
Sturın sich gemäfsigt hatte, blieb die Richtung der folgenden Winde doch eine
westliche, und indem „Dora“ sich zwischen 39° und 40° S-Br hielt, rückte sie
nun bis zum 81. Dezember nach 38,7° S-Br in 56° O-Lg vor. Als man nach
dieser Zeit versuchte, einen nördlichen Kurs einzuhalten, wurde dieses durch
das Auftreten nördlicher und nordöstlicher Winde für längere Zeit bedeutend
erschwert. Am 7, Januar 1883 entwickelte sich aus kurzer, unweit 34° S-Br
in 60° O-Lg beobachteter Windstille ein frischer Westwind, der sich bald nach
links veränderte und in den Passat üborging. Unweit 30,5° S-Br in 60° O-Lg,
wo die Windrichtung am 8. Januar, bei einem Barometerstande von 767,7 mm,
eine östlich von S liegende wurde, schien die polare Passatgrenze zu liegen.
Von dem anfangs kräftigen, nördlich von 25° S-Br aber nur schwach und un-
beständig auftretenden Passat wurde „Dora“ bis zum 15. Januar zum Hafen
von Mauritius geführt. Es waren bis dahin 29 Tage seit der Abreise von der
Kapstadt verflossen, Während dieser Zeit hatte man: 35° S-Br in 60,5° O-Lg
am 3. Januar, 30° S-Br in 60,1° O-Lg am 8. Januar, 25° S-Br in 59,5° O-Lg
am 10. Januar und 20° S-Br ia 58° O-Lg am 14. Januar; wie 30° O-Lg in
40° S-Br am 24. Dezember und 50° O-Lg in 39,6° S-Br am 29. Dezember
geschnitten.
Da es „Dora“ in Mauritius nicht gelang, eine Fracht zu erhalten, so
setzte die Bark von dort aus am 29, Januar die Reise nach New-Castle in
Australien fort. Auf See wurde bei dem dort nun wehenden, kräftigen und
beständigen Passat ein südlicher Kurs verfolgt, bis zu der am 4. Februar in
der Nähe von 34,5° S-Br und 55° O-Lg gelegenen polaren Passatgrenze. Als
dort der Wind sich nach NE veränderte, zeigte das Barometer, welches unweit
30° S-Br einen Stand von 766,0 mm inne gehabt hatte, auf 761,4 mm. Indem
der Wind später in langsamer Weise eine Drehung nach links ausführte und
zum südöstlichen Quadranten zurückkehrte, stieg der Luftdruck bis auf den
anweit 37,5° S-Br in 64,5° O-Lg beobachteten Stand von 771,6 mm. Später
vollendete der Wind noch einen ähnlichen Rundlauf nach links, in dem er sich
auch nur für kurze Zeit im westlichen, desto länger aber unerwünschter Weise
im östlichen Halbkreise hielt. Aus südöstlicher Richtung wurde damals auch
am 16. Februar, in der Nähe von 39,5° S-Br und 89° O-Lg, ein ziemlich heftiger
Sturm überstanden. Erst nachdem „Dora“ am 19. Februar südlich von 42° S-Br
gekommen war, stellten sich durchstehende Westwinde ein, bei denen die Reise
einen rascheren Verlauf nahm. Am 5. März gelangte die Bark in Sicht der
Südspitze von Tasmanien und am 17. März ankerte sie im Hafen von New-
Castle. Die Reise dahin war in 47 Tagen vollendet worden. Während
derselben hatte man: 80° O-Lg in 42° S-Br am 12. Februar und den Meridian
des Kap Leeuwin in 43° S-Br am 25. Februar überschritten,
Auch in Newcastle konnte „Dora“ keine Ladung finden, indessen gelang
8 dort doch eine Charter abzuschliefsen, laut welcher die Bark nach Apia zu
versegeln hatte. _ Sie ging deshalb am 24. März wieder in See, konnte aber
infolge des fast nur aus nordöstlicher Richtung wehenden Windes zunächst nur
langsamen Fortschritt erzielen. Am 28, März veränderte sich der Wind unweit
Ann. d, Hydr., ete., 1834, Heft V.
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