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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Januar 1884,
von 40,5° S-Br, wohin man am 31. Juli gelangte, herrschten kräftige NW-Winde
vor, welche „Parnass“ bis zum 3. August zu dem in 65,6° W-Lg überschrittenen
Parallel von 50° Süd führten. Der 3. August war der 27. bis dahin in südlicher
Breite zugebrachte Tag. 10° S-Br war dort in 34,5° W-Lg am 11. Juli, 20°
S-Br in 38,8° W-Lg am 16. Juli, 30° S-Br in 44,3° W-Lg am 21. Juli und
40° S-Br in 54,2° W-Lg am 26. Juli gekreuzt worden. Der Mitsegler „Suaheli“
war nach 20° S-Br in 37° W-Lg am 19. Juli gelangt.
Am 4. August umsegelte „Parnass“ bei, von rasch abnehmendem Luft-
drucke begleitetem, kräftigem NW-Winde die Ostspitze der Staaten-Insel, und
als die Bark am nächsten Tage den Meridian des Kap Horn schon beinahe er-
reicht hatte, schofs der stürmisch wehende Wind, bei einem bis auf 731,0 mm
abgenommenen Luftdrucke, aus nach SSW. Leider war man nun aber noch
hicht weit genug nach Westen vorgerückt, um diesen Wind mit B.B.-Halsen
segelnd voll ausnutzen zu können, und geschah es daher, dafs während der
nächsten 3 Tage kein Fortschritt nach Westen hin gut gemacht werden konnte.
Erst bei dem sich am 9, August einstellenden, auf kurze Stille folgenden,
frischen NE- und NW-Winde konnte man wieder Länge gut machen. Das
Barometer sank bei diesem Winde abermals, und als derselbe am 12. August
in etwa 56,5° S-Br und 79° W-Lg einen niedrigsten Stand von 725,0 mm er-
reicht hatte, folgte auch auf ihn ein kräftiger südlicher Wind. Jetzt war man
im Stande, denselben voll auszunutzen, und bei frischem SW-Winde gelangte
„Parnass“ am 15. August und in etwa 81,8° W-Lg zurück zum Parallel von
81,8° W-Lg. Während der 12 Tage, welche man südlich von demselben zu-
gebracht hatte, war nur ein, am 6. August wehender Sturm beobachtet worden.
Die Länge des Kap Horn hatte „Parnass“ in 57,2° S-Br am 8. August über-
schritten. Der letzte Theil der Reise erlitt durch NW-Winde zunächst eine
Verzögerung. Erst bei dem sich am 20. August, unweit 42° S-Br in 78,5° W-Lg,
aus ganz leisem Zuge entwickelnden frischen SSE-Winde konnte man in rascherer
Weise nach Norden hin vorrücken, Bei kräftigem SE-Winde erreichte „Parnass“
am 23. August den Hafen von Valparaiso. Es waren dann 80 Tage seit der
Abfahrt vom Kanal vergangen. 40° S-Br im Stillen Ocean war in 77,4° W-Lg
am 21. August gekreuzt worden.
Von Iquique aus trat „Parnass“ am 29. September die Rückreise nach
der Heimath an. Man segelte bei dem von Anfang der Reise an in mäfsiger
Stärke wehenden, sich allmählich etwas nach links verändernden SE-Passat mit
B. B.-Halsen, bis der Schiffsort am 2. Oktober 22,3° S-Br in 77,4° W-Lg ge-
worden war. In der Nähe dieses Punktes, wo ein Luftdruck von 764,4 mm be-
obachtet wurde, schien die polare Passatgrenze zu liegen, denn die Bark gerieth
dort in eine nahezu 4 Tage ununterbrochen anhaltende Stille. Auf diese folgte
später noch wieder ein beständiger mäfsiger SE-Wind, der das Schiff bis nach
30,5° S-Br in 86,5° W-Lg begleitete. In geringer Entfernung von diesem
Punkte wurde am 10, Oktober ein höchster Barometerstand von 772,8 mm ab-
gelesen. Auf die Windstille, in welcher auch diesmal der Ostwind geendet
war, folgte nach einem Tage westlicher Wind bei dem man in rascherer Weise
vorrücken konnte. Die Fahrt bis zum Kap Horn wurde dann in ruhiger
ereignifsloser Weise zurückgelegt. Am 23. Oktober, dem 24. bis dahin auf See
verbrachten Tage kreuzte „Parnass“ bei kräftigem Westwinde die Länge jenes
Vorgebirges. Auf dem Wege zu demselben war: 30° S-Br in 86,3° W-Lg am
10. Oktober, 40° S-Br in 85,7° W-Lg am 15. Oktober und 50° S-Br in 80,6°
W-Lg am 19. Oktober gekreuzt worden. Im Atlantischen Ocean erlitt die
Reise durch ganz leichte Winde wieder an mehreren Tagen eine bedeutende
Verzögerung. Erst am 2. November stellte sich ein etwas frischerer günstiger
Wind ein, bei dem man rascher vorrücken konnte. Der meist aus nördlicher
und westlicher, zuletzt aus nordöstlicher Richtung wehende Wind führte die
Bark bis zum 12. November nach 29° S-Br in 28° W-Lg. Unweit dieses
Punktes, wo ein höchster Barometerstand von 770,0 mm beobachtet wurde, nahm
der Wind wieder bis zum ganz leisen Zuge ab, und aus diesem entwickelte
sich einige Tage später ein NE-Wind, der, indem er sich nach rechts veränderte,
Passat wurde. Unweit 27,0° S-Br in 29° W-Lg, wo der Wind am 16. November,
bei einem Barometerstande von 768,0 mm, eine östlich von NE liegende
Richtung annahm, schien die polare Passatgrenze zu liegen. Vom SE-Passat