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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Konkurrenzprüfung von Marine-Chronometern in Hamburg 1883—84. 273 
Platz anweisen. Am evidentesten tritt dieser bei Chronometer Bröcking No; 892 
hervor, bei welchem zwischen der 9. und 10. Dekade ohne wesentliche Temperatur- 
änderung plötzlich ein mächtiger Sprung auftritt, der nur durch ein momentanes 
in Wirkung treten der Hülfskompensation erklärt werden kann. 
Die beiden Uhren Ehrich Petersen No. 14 und No. 12 sind Instrumente, 
welche auf alle Fälle vor ihrer Einlieferung keiner genügenden Revision unter- 
worfen wurden und daher noch mit den verschiedensten Mängeln behaftet 
erscheinen. 
Obgleich auch in diesem Jahre die Zahl der eingelieferten Chronometer 
gegen die der ersten Jahre zurücksteht, so kann sich die siebente Konkurrenz- 
Prüfung hinsichtlich der Güte der dabei untersuchten Uhren unbedenklich denen 
der letzten, Jahre anreihen. Wenn auch so ganz außerordentliche Leistungen 
wie im vorigen Jahre nicht erreicht wurden, so hat sich dagegen die Zahl der 
noch als vorzüglich zu bezeichnenden Instrumente noch vergröfsert. Es ist das 
ein Zeichen, dafs unsere deutsche Chronometer-Industrie rüstig auf dem be- 
tretenen Pfade vorschreitet und das einmal gewonnene Feld tapfer zu behaupten 
versteht. 
Dafs an diesen Resultaten die auf der Kaiserlichen Seewarte abgehaltenen 
Prüfungen einen nicht unerheblichen Antheil haben, ist augenscheinlich, da ja 
sie es ermöglichen, dafs die einzelnen Fabrikanten ihre resp. Instrumente einer 
nach einheitlichen Principien ausgeführten Untersuchung unterwerfen lassen und 
nach den dabei erhaltenen Andeutungen die Verbesserung ihrer Uhren vor- 
nehmen können. . 
In Anbetracht der grofsen Anzahl vorzüglicher Instrumente dieser siebenten 
Konkurrenz-Prüfung dürfte es für die Fabrikanten aufserordentlich ermuthigend 
sein, wenn dieses Jahr aufser den vier ersten Chronometern (Ehrlich No, 421, 
No. 399 und No, 415, und Gerlin No. 999), so weit es den Bedürfnissen der 
Kaiserlichen Marine entsprechen würde, noch eine gröfsere Anzahl der Uhren 
seitens der Letzteren zum Ankauf gelangen könnten. In erster Linie würden 
sich hierzu die unter No. 6 bis No. 12 aufgeführten Instrumente eignen, bei 
denen der als Norm aufgestellte Werth der charakteristischen Zahl von 35 Se- 
kunden kaum überschritten wird, und würden dieselben dazu aus dem an- 
geführten Grunde aufs wärmste zu empfehlen sein. 
Hamburg, den 10. April 1884. 
Der Vorstand der Abtheilung IV der Seewarte. 
George Rümker, 
Direktor der Sternwarte. 
Anm. d, Red. Dem Konkurrenz-Ausschreiben entsprechend wurden die 
Chronometer No, 1 zum Preise von 1500 ‚4, No. 2 zu 1200 ‚AA und No. 3 
und 4 zu je 1000 „4 für die Kaiserliche Marine erworben.
	        
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