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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Den 
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Taifune iu Hongkong im Juli 1883, 
Kapt. Gefken beobachtete an einem geprüften Quecksilber-Barometer 
der Seewarte, während zu den Beobachtungen von Kapt. Ulderup ein Aneroid- 
Barometer verwendet wurde. Die Vergleichung der Angaben zeigt jedoch, dafs 
auch die Aneroid-Beobachtungen auf + 0,5 mm zuverlässig sind. 
„Inca“ passirte am 24. Juli um 2'/2* p. m. den Lema-Kanal, mulste aber 
wegen des harten Sturmes unter Green I. vor beiden Ankern liegen bleiben 
und gelangte erst am Mittage des 26. Juli, als der Taifun nachgelassen, auf 
seinen Ankerplatz im Hafen von Hongkong. ; 
Die Bark „Gerd Heye“, welche am 15. Juli Hongkong verlassen und eine 
Reise nach Cebu angetreten hatte, bestand am 22. Juli auf 14,5° N-Br und 
117° O-Lg einen Taifun, der wahrscheinlich mit dem, welcher am 25. Juli über 
Hongkong hinwegzog, identisch ist. 
Um 4 Uhr Morgens war es sehr böig aus SE mit Regen, und es lief 
eine hohe wilde See aus südlicher Richtung. Gegen 9 Uhr hatte die Wind- 
stärke sehr zugenommen, Es wehte zeitweise orkanartig, so dafs alle Segel 
festgemacht werden mufsten. Die Windrichtung änderte sich allmählich von E 
durch NE, N, NW und W bis WSW, aus welch letzterer Richtung es bis gegen 
8 Uhr Abends stürmte und dann abflaute. > 
Aus der Aenderung der Windrichtung und dem Verhalten des Barometers 
ist zu schliefsen, dafs der Taifun in einer Richtung etwas westlich von Nord 
zog und nahe bei, etwas östlich von der „Gerd Heye“, passirte. Die Richtungs- 
änderung betrug mehr als 16 Striche; dies war wahrscheinlich nur deshalb 
möglich, weil das Schiff von 4 bis 8 Uhr Morgens bei östlichem Winde 26 Sm 
in südwestlicher Richtung zurücklegte und auf diese Weise vor dem Centrum 
vorüber von der rechten nach der linken Hälfte des Sturmfeldes gelangte. Die 
fortschreitende Bewegung des Taifuns war eine sehr geringe, und war deshalb 
das Vorübersegeln des Schiffes ohne grofse Gefahr auszuführen. Als das Schiff 
apäter auf B. B.-Halsen beigelegt wurde, befand es sich in der günstigen Lage, 
dafs es bei der Windänderung gegen die See aufkam. 
Der niedrigste Barometerstand — 744,8 mm reducirt — wurde an Bord 
von der „Gerd Heye“ am 22. Juli um 8* 50»» a, m. beobachtet, zu der Zeit, als 
der Wind von E nach NE holte. Das Minimum zeigte sich hier also nahezu 
genau von derselben Tiefe wie in Hongkong. Die Position, iu der sich die 
„Gerd Heye“ damals befand, war 14° 26’ N-Br und 116° 55‘ O-Lg. Die Fort- 
bewegung des Taifuns vom 22. bis zum 26, Juli betrug demnach annähernd 
500 Sm nach N 20° W in 3,5 Tagen, was eine mittlere Geschwindigkeit von 
5 Sm in der Stunde ergiebt. 
Die nachstehenden sind die im Journal von: „Gerd Heye“ während des 
letzten Sturmes verzeichneten meteorologischen Beobachtungen: 
Datum 
Juli 22 
Stunde 
a. m. 
n 
4 p. m. 
Q 
2} 
€» 
Ort 
N-Br | O-Lg 
14° 51‘ 
14° 28’ 
14° 923 
117° 6 
116° 54‘ 
116° 56’ 
14025‘ 117° 2 
14° 27 117° 10 
14° 29° ‚117° 18° 
14° 99 117° 20 
Wind 
Luftdruck "Temp. | Bewöl- ! 
auf 0° Temp. der kung Wetter 
reducirt Luft ‘ des nach 
mm of | Himmels ' Beaufort 
SE 5 
E 6 
NE durch 
NW bis 
w 9 748,3 - 
WSW 9 746,9 
WSW 8 747,9 | 
WSW 7 749,8 
26,59 
27,3° 
cu—s & 
cu—s 8 
qar 
ar 
‚89 
26,3° 
26,8° 
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Die benutzten Instrumente sind von der Seewarte geliefert und geprüft.
	        
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