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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

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Die Katastrophe in der Sunda-Strafse. 
entfernt war. Gleichzeitig kamen drei oder vier hohe Wellen, welche Button 
Island, in dessen Nähe das Schiff war, zum Theil überflutheten; der Wind war 
SWzS. Unmittelbar darauf trat vollständige Finsternifs ein mit Niederschlag 
von Mudd und Sand. Gegen 2" p.m. wurde es ein wenig heller. 
Vom Schiff „Berbice“ berichtet man von einer ca 20 Fufs hohen Welle, 
welche dasselbe um 3" p. m. des 27. so stark traf, dafs die Chronometer 
stehen blieben; der Zeiger des Barometers ging zwischen 28 und 30 Zoll hin 
und her; die Dunkelheit wich erst am 28. Morgens 8 Uhr. 
In Padang Panjang bemerkte man eine heftige Explosion am 27. Morgens 
8» 30”, dann um 10* 50" a.m. ein dumpfes Heulen, welches nach 11 Uhr 
noch stärker wurde. 
In Batavia soll nach Mittheilung eines Herrn Buijskes die heftigsto 
Explosion am Morgen des 27. August um 8 Uhr gehört worden sein. Damit 
soll, nach derselben Quelle, das Erscheinen der gröfsten Fluthwelle in Anjer 
um 8! Uhr Morgens übereinstimmen, vor welcher der dort mit Revision der 
Telegraphenkabel beauftragte Ingenieur geflohen sei. 
In dem Wasserlauf, an welchem Batavia liegt, wurde ein starkes und 
plötzliches Steigen des Wassers von ca 5m Höhe um 12" 10” a. m. des 27. August 
bemerkt. Da Batavia von Krakatau auf dem Wasserwege ca 95 Sm entfernt 
liegt und die Durchschnittstiefe zwischen beiden Orten ca 50m beträgt, so 
würde unter Zugrundelegung der Wellengeschwindigkeit nach Sir George Airy 
eine Welle ca 2% 10” gebraucht haben müssen, um von Krakatau nach Batavia 
zu gelangen, also um ungefähr 10* a, m. dort entstanden sein müssen, 
Bei Viaken Hoek, 103 km von Krakatau, erschien die gröfste Welle um 
ungefähr 10* 30” a.m. des 27. August. Bei 7jaringin, 47km von Krakatau, 
sah man die grofse Welle gerade bevor die Finsternifs einsetzte, was bald nach 
10* a, m. stattfand. 
Es sind die erlangbaren Daten über einzelne hervorragende Phasen der 
Katastrophe um deshalb vorstehend mit einiger Ausführlichkeit wiedergegeben 
worden, weil es von grofser Wichtigkeit erschien, durch möglichst genaue Fest- 
stellung, namentlich der Uhrzeit, den Zusammenhang und die Aufeinanderfolge 
der Einzelerscheinungen für die Diskussion möglichst klar zu stellen. 
Trotz mancher Inkongruenzen, welche in den Angaben enthalten und bei 
Zeitangaben von nicht nach wissenschaftlichen Grundsätzen beobachtenden 
Zeugen ein gewöhnliches Vorkommnifs sind, wird man aus denselben folgende 
Schlüsse zu ziehen vermögen. 
ı1. Am 26. August 1883 Morgens begann der Vulkan!) auf Krakatau 
erneut eine gröfsere Aktivität zu entwickeln. Die ersten gröfseren Fluthwellen 
werden jedoch erst zwischen 6 und 7 Uhr Abends an den Küsten der Sunda- 
Straße bemerkbar und sind verbunden mit schweren Detonationen und Gewitter- 
stürmen. 
2. Die Fluthwellen wiederholen sich in der Sunda Strafse um 10 Uhr 
Abends, und scheinen dieselben namentlich bei Telong-Betong und Katimbang 
1) Herr Verbeek, welchem die nachträgliche officielle niederländische Untersuchung des 
Phänomens obzuliegen scheint, und der zu diesem Behufe die in Mitleidenschaft gezogenen Inseln 
und Küstentheile besucht hat, spricht in einem Bericht hierüber in No, 757 der „Nature“ von zwei 
Kratern auf Krakatau, welche während der Katastrophe in Thätigkeit gewesen wären. Es sollen 
dies die beiden im nördlichen Theile der Insel gelegenen Hügel sein, und erwähnt Herr Verbeek, 
dafs der nördlichere der niedrigste von den drei Bergen der Insel gewesen sei, was er aus 
zwei in früheren Jahren aufgenommenen Skizzen schliefst. Dem gegenüber ist zu bemerken, daf(s 
auf der in Heft II der Annalen gegebenen Skizze der mittlere Berg sich als der niedrigste dar- 
stellt und dafs die Richtigkeit des gegenseitigen Verhältnisses der Berge auf dieser Skizze verbürgt 
werden kann. Dafs der nördlichere Hügel höher war als der mittlere, geht auch aus einer von 
anderer Seite aus fast entgegengesetzter Richtung (von Südwest) im Jahre 1870 aufgenommenen 
Skizze der Insel hervor, welche sich in den „Proceedings of the R. Society“ No. 229 findet. Die 
Skizze in Heft II der Annalen ist in über 10 Sm Entfernung von der Inselgruppe am 5, April 1862 
aufgenommen, und konnte in dieser Entfernung die Lang-Insel, welche sich, von Ost gesehen, gegen 
den nördlichen Theil von Krukatau projiciren mufste, selbst mit dem Fernrohr nicht ausgemacht 
werden. Es wäre daher eine Möglichkeit vorhanden, dafs der nördliche höhere Berg auf der Skizze 
in den Annalen dieser Insel angehört hat, und dafs der niedere nördliche Hügel auf Krakatau von 
ihm verdeckt war, Besitzt Lang-Insel einen solchen Berg nicht, so ist 1862 der nördlichste Hügel 
von Krakatau höher gewesen als der mittlere.
	        
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