DEN
Ergebnisse der Dänischen internationalen Polar-Expedition etc, 1882—1883.
Zur Erläuterung ist Folgendes hinzuzufügen.
a) Temperatur. Der Anfang vom Herbst 1882 war infolge der vor-
herrschenden Südwinde verhältnifsmäfsig milde; nur die letzten Tage des Sep-
tember brachten etwas Frost, der indefs von neuem durch Südwinde in den
ersten Tagen des Oktober unterbrochen wurde. Vom 11. Oktober bis zum
Mai hatten Nordwinde die Oberhand, und fast ohne Unterbrechung herrschte
bis zum 5. März 1883 Kälte. Besonders intensiv und anhaltend war letztere
in der Zeit vom 23. Januar bis 13. Februar, wo selbst Südwinde und starke
barometrische Depressionen keine Aenderung herbeizuführen vermochten. Die
gröfste Kälte wurde am 9. Februar bei der Station mit —24,4° notirt, während
man gleichzeitig auf niedrigerem Terrain —26,7° fand. Der Februar war im
allgemeinen außergewöhnlich kalt; es betrug die mittlere Temperatur —15,5°
oder 5,5° unter dem Mittel der letzten 20 Jahre. Während der ersten Tage
des März war die Kälte von neuem sehr heftig; vom 5. dieses Monats ab
wurde indefs das Wetter milder und mehr veränderlich: Südwinde traten für
diese Jahreszeit aufsergewöhnlich häufig auf. Die mittlere Temperatur des März
betrug 212° über dem normalen Werth. Im April trat von neuem infolge vor-
herrschender Nordwinde Kälte ein, und selbst der Mai brachte fast täglich
Frost, so dafs der Frühling im allgemeinen kalt war, besonders April und Mai,
deren mittlere Temperatur 1° unter der normalen blieb. Erst von Mitte Juni
ab besserte sich das Wetter. Im Juli war die Wärme normal; der Wind wehte
aus Süd. Schon Ende August trat von neuem während der Nacht Frost ein.
Die gröfste Wärme (von 14,5°) wurde am 22. Juni während eines Südsturmes
beobachtet; gleichzeitig zeigte auf niedrigerem Terrain das Thermometer 17°.
b) Luftdruck, Im August und September 1882 überstieg der Luftdruck
um 2mm den normalen. Während des Oktober war er verhältnilsmäfsig niedrig;
er blieb 3!/amm unter dem Mitteldruck 15jähriger Beobachtungen. Im November
war der Luftdruck normal. Der Dezember charakterisirte sich durch einen
ungewöhnlich hohen Druck, welcher um ca 8 mm den normalen überstieg. Da-
gegen zeigten die beiden ersten Monate des Jahres 1883 einen ungewöhnlich
niedrigen Luftdruck; Januar blieb 5!/emm, Februar 8'/zmm unter dem Mittel;
es ist dies um 80 bemerkenswerther, weil noch Nordwinde vorherrschten und
die Kälte sehr strenge war. Am 23. Januar fiel das Barometer am Meores-
niveau auf 713,4 mm, während des Vormittags des 18. Februar sogar bis 708,4 mm.
Im März stieg der Luftdruck stark; während des Vormittags des 24, d. Mis,
erreichte er die Höhe von 781,3 mm. Die absoluten Schwankungen des Baro-
meters betrugen daher 73mm oder nahezu 0,1 des gesammten Atmosphärendrucks.
c) Windrichtung ist vornehmlich NE während des Winters und S
während des Sommers. Frühling und Herbst bilden Uebergangsperioden zu
diesen beiden Richtungen: im August und September 1882 wehten vorherrschend
Südwinde, seit Oktober 1882 bis Ende Februar 1883 Nordwinde; eine Unter-
brechung trat im März ein, indefs wehten im April wiederum Nordwinde. Von
Mai bis August waren Südwinde in der Oberhand.
Stürme waren ziemlich häufig. Während der 13monatlichen Beobachtungs-
periode betrug an nicht weniger als 60 Tagen die Windstärke nach Beaufort’s
Skala 7 und darüber. An 36 von diesen Tagen wehte der Wind aus S und
SE, Richtungen, aus denen die heftigsten und am längsten andauernden Stürme
kamen. Während der 12 Stürme, welche in der Zeit zwischen dem 1. August
und 11. Oktober 1882, dem Anfang des anhaltenden Winters, auftraten, wehte
der Wind nur einmal, nämlich am 5. September, aus NE, indeß auch nur zu
Anfang des Sturmes, denn bald drehte er mit wachsender Stärke nach SSE.
In der Zeit vom 1. März bis 1. August 1883 erhoben sich im ganzen 26 Stürme,
unter ihnen einer am 16, April aus N; am 5. März begann der Sturm aus NE
und endigte mit Südwind. Zwei dieser Stürme kamen aus SW, die übrigen
aus S und SE. Der stürmischste Monat war der März mit 10 Sturmtagen; die
stürmischste Periode in diesem Monat dauerte vier Tage (vom 21.—24.). Die
gröfste Windstärke wurde am 23. März zu 36m p. Sek., am folgenden Tage
zu 30m p. Sek. mit Hülfe des Hagemann’schen Anemometers verzeichnet.
a) Feuchtigkeitsgehalt der Luft und Bewölkung waren das ganze Jahr
hindurch sehr bedeutend; indefs zeigte sich eigentlicher Nebel nur während
der Sommermonate.