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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1916. 
des Kanals mit jener im äußeren Meere übereinstimmen muß, andererseits aber 
hängen sie auch davon ab, inwieweit die Eigenperiode des Kanals mit der 
Periode der erzwungenen Schwingungen ‚übereinstimmt. Im Falle, daß die 
Eigenperiode und die Periode der erzwungenen Schwingungen nicht stark von- 
einander abweichen, tritt ein Mitschwingen ein, und die Amplituden erfahren 
überall eine Vergrößerung. Die Mündung hat sodann ebenfalls eine größere 
Amplitude, als sie der äußeren Gezeitenbewegung entsprechen würde, derart, daß 
sich beim Übergang ins offene Meer eine rasche Abnahme der Amplitude zeigen 
muß. Das ist nun in der Adria der Fall. Der Querschnitt 40 hat eine theo- 
retische Hubhöhe von 22,8 cm, während sich gleich außerhalb der Straße von 
Otranto, in Korfu nur noch eine Hubhöhe von 12.0 cm vorfindet. Die Ampli- 
tuden sind somit in der ganzen Adria nahezu doppelt so groß, als es bei einem 
rein erzwungenen Schwingungsvorgang mit der äußeren Gezeitenbewegung der 
Fall wäre. 
Fig. 2. 
AA LEEIAEEELEE ade Htchiuhdt du 
3 10 15 20 25 30 35 40 
Beobachtete Amplituden der ganztägigen Längsschwingung, 
Theoretische nm 
Daß die Eigenschwingungsdauer des nordwestlich und des’ südöstlich der 
Knotenlinie gelegenen Teiles der Adria für sich Werte annehmen, die der Periode 
der halbtägigen Gezeiten sehr nahe kommen, hat R. v. Sterneck schon früher 
berechnet, indem er fand, daß der nordwestliche Teil eine Eigenperiode von 
11.10, der südöstliche Teil eine solche von 12.43 Stunden aufweist. Es tritt also 
betreffs der halbtägigen Gezeiten der Fall des Mitschwingens ein, wodurch die 
sämtlichen Hubhöhen wesentlich vergrößert werden. 
2, Die Eintagsgezeiten. Die gleiche Methode wurde auch auf die der Ein- 
lagsgezeit K, entsprechende Längsschwingung angewendet, Die Ergebnisse der 
Berechnungen sind in Tabelle 3 niedergelegt. Hier kommt man mit einer 
zweiten Näherung aus, da schon bei dieser die Unterschiede gegenüber der 
ersten Näherung nur in die Zehntel gehen. Auch hier wurden die beobachteten 
Hubhöhen der Querschnitte 6 und 30 für die Ermittlung absoluter Werte fest- 
gehalten. Figur 2 enthält den theoretischen Verlauf der Amplituden und die 
Beobachtungsdaten; die Übereinstimmung ist im wesentlichen sehr gut. Nach 
Formel 8 kann man schließlich auch die Periode dieser Längsschwingung 
ermitteln. Unter Zugrundelegung der Werte für die Querschnitte 6 und 30 
erhält man T = 85071 Sekunden —= 283.63 Stunden, in fast vollständiger Über-
	        
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