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Kleine hydrographische Notizen.
entlang getrieben sein, und sahen an beiden Seiten über Bord, um dasselbe zu
erspähen. Der Ausguckmann machte die Meldung, dafs das Schiff auf den
Grund gestofsen habe, Kompafs und Aneroid, die ich kaum 30 Sekunden nach
dem Seebeben beobachtete, verhielten sich vollständig ruhig; auch war keine
aufsergewöhnliche Bewegung an der Meeresoberfläche wahrnehmbar. Die Tem-
peratur der letzteren war um 4 Uhr Nachmittags 26,9°, um 7 Uhr 50 Minuten
und um 8 Uhr 15 Minuten Nachmittags 26,5° C.“
Ferner meldet Kapt. H. Peters von der deutschen Bark „Euterpe“:
„Auf einer Reise nach San Francisco verspürte ich am 30. Oktober 1881 um
7 Uhr 45 Minuten Vormittags wahre Ortszeit auf 1° 7‘ N-Br und 26° 14‘ W-Lg
ein 25 Sekunden andauerndes Secebeben. Die Erschütterung des Schiffes war
ziemlich stark. Die Mannschaft, welche gerade frühstückte, kam aus dem Logis
gestürzt, in der Meinung, das Schiff hätte eine Untiefe berührt. Die Erschütterung
fühlte sich gerade so an, als wenn das Schiff langsam über einen rauhen Stein
hinweg segelte, Die Richtung des Stolses war scheinbar rechtweisend von SWzS
nach NOzN. Am anderen Tage überholte ich eine amerikanische Bark. Der
Kapitän derselben theilte mir mit, dafs er dieselbe Beobachtung gemacht hätte,
nur einige Minuten früher als ich.“
10. (D.S.) Meteor. Kapt. Peters von der deutschen Bark „Zuterpe“
meldet: „Auf einer Reise von Cardiff nach Rangoon beobachtete ich am 12. No-
vember 1882 um 8 Uhr 15 Minuten Abends auf etwa 19° 12‘ N-Br und 25° 26‘ W-Lg
eine Sternschnuppe ‚von intensiv heller Farbe, mit einem Schweif, welche sich in
der Richtung vom Sternbild der Fische bis zu dem des Orion fortbewegte. Die
Dauer der Erscheinung betrug 4—5 Sekunden.“
il. (D. S.) Südlichterscheinungen im Indischen Ocean, Kapt.
A. Hansi von der deutschen Bark „Levuka“ berichtet im Journal seiner Reise
von Hamburg nach Sydney, wie folgt: „In der Nacht vom 27, zum 28. März
1883, von 8 Uhr Abends bis 2 Uhr Morgens, in etwa 44° S-Br und 104° O-Lg
heobachteten wir ein sehr schönes Südlicht; desgleichen am 29. März von
10% 20° bis 11* Abends und am 2. April von 2" bis 3 30” Morgens, das
erstere in etwa 44° S-Br und 112° O-Lg, das letztere in 45° S-Br und 125° O-Lg.
Ferner wurde ein prachtvolles Südlicht am 3. April um 7" 30" Abends in etwa
43° S-Br und 131° O-Lg, sowie am folgenden Morgen in 43° S-Br und 133° O-Lg
während der Wache von 12* bis 4" beobachtet. Das letztere, welches während
der genannten Zeit ununterbrochen leuchtete, entwickelte seinen gröfsten Glanz
um 1* 30”. Von 10* bis 11 Abends an demselben Tage, in 44° S-Br und
137° O-Lg, war abermals Südlicht zu sehen.“
12. (D. S.). Flaschenpost. a) Durch Vermittelung des „Board of Trade“
in London ist der Seewarte ein Flaschenpostzettel zugegangen, welcher von
dem deutschen Dampfer „Bavaria“, Kapt. C. Kördell, auf der Reise von
St. Thomas (Westindien) nach Havre am 6. Januar 1884 auf 48° 47’ N-Br und
14° 0‘ W-Lg über Bord geworfen und Anfang März 1884 — ohne genaue An-
gabe des Datums — in der Nähe von Wexford, an der SO-Küste von Irland,
aufgefunden wurde. Unter den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in
etwa zwei Monaten 360 Sm nach NO*%/440 zurückgelegt.
6) Durch Vermittelung des Herrn W. N, Baker in Poole, des Deutschen
Konsulats in London und der Kaiserlichen Admiralität in Berlin ist der Soce-
warte ein Flaschenpostzettel zugegangen, welcher von der deutschen Bark
„Bernhard Carl“, Kapt. E. Niemann, auf der Reise von Hamburg nach Port
Adelaide am 2. Januar 1884 auf 48° 30‘ N-Br und 7° 42‘ W-Lg über Bord
geworfen und am 16. Februar 1884 in der Swanage-Bat, an der englischen
Kanal-Küste, unweit Poole, durch den Herrn Frederick Brown aufgefunden
wurde. Unter den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in 45 Tagen
ungefähr 260 Sm nach NOz03/s0 zurückgelegt.
Gedruckt und in Kommission bei E. S. Mittler & Sohn.
Königliche Hofbuchhandlung.
Kochstrafse 69/70.