Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Dezember 1883. . 939
Seit der Abfahrt der „Magdalene“ aus dem Hafen von New- York waren damals
23 Tage verflossen. Während dieser Zeit hatte man: 70° W-Lg in 39° N-Br
am 25. November, 60° W-Lg in 41° N-Br am 3. Dezember, 50° W-Lg iu
42,6° N-Br am 6. Dezember und 30° W-Lg in 46,4° N-Br am 11. Dezember
gekreuzt.
(6. Reise des Altonaer. Dreimastschoners „Balthasar“, Kapt. J. Feindt.
Der Dreimastschoner „Balthasar“, welcher auf einer Reise von Hamburg
nach Rosario begriffen war, befand sich am 7. September 1882, dem 9. bis dahin
auf See zugebrachten Tage, in der Nähe von Lizard, Frische Ostwinde führten
das Schiff von dort in den Ocean hinaus, und als der Schiffsort am 10. September
46,5° N-Br in 10,6° W-Lg geworden war, veränderte sich dort der Wind durch
N nach NW, dem Schiffe auch nach dieser Veränderung eine günstige Gelegen-
heit zur raschen Fahrt gewährend. Als „Balthasar“ bis zum 15. September
pach 33° N-Br in 18,8° W-Lg vorgerückt war, drehte dort der für kurze Zeit
schwache Wind von NNW durch N nach NNE zurück uud wurde Passat, Kurze
Zeit bevor die Windrichtung wieder eine nordöstliche wurde, hatte der Luft-
druck einen höchsten Stand von 770,6 mm erreicht. Im Passatgebiete selbst
waren die dort angetroffenen Winde nicht so kräftig und beständig, wie man
sie zu finden erwartete. Als man sich am 24. September der unweit 17° N-Br
in 25,8° W-Lg gelegenen äquatorialen Passatgrenze näherte, wurde dort ein
stürmischer, sich durch SE und S nach SW verändernder Wind beobachtet,
der von Gewitter und einem auf 759,0mm sinkenden Barometerstande begleitet
war, Anzeichen, die auf das Dasein einer Depression, vielleicht sogar auf das
Vorhandensein eines im Entstehen begriffenen Orkans hinzudeuten schienen,
Nachdem die Windrichtung eine südwestliche geworden war, nahm die Wind-
stärke rasch bis zur Stille ab. Es folgte dann leichte, aus östlicher und nörd-
licher Richtung kommende, oft von Stillen unterbrochene Mallung, die anhielt,
bis sich am 2. Oktober in der Nähe von 8,5° N-Br und 25,4° W-Lg der SW-
Monsun einstellte. Bei diesem nicht mehr beständig auftretenden Winde segelte
das Schiff mit St-B.-Halsen bis zum 7, Oktober nach 4,7° N-Br in 19,7° W-Lg,
und nachdem dort gewendet worden war, gelangte es vier Tage später zu dem
in 25,3° W-Lg überschrittenen Aequator. Es waren damals 34 Tage seit der
Abreise vom Kanal vergangen. Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in
14,4° W-Lg am 12. September, 30° N-Br in 20,5° W-Lg am 17. September,
20° N-Br in 25,2° W-Lg am 22. September und 10° N-Br in 26° W-Lg am
29, September gekreuzt. Die Elsflether Bark „Hermes“, welche auf einer Reise
von Liverpool nach Rosario begriffen war, und die 50° N.Br am 4. September
verlassen, hatte südliche Breite in 20,4° W-Lg am 7. Oktober erreicht.
Im Südatlantischen Ocean wurde „Balthasar“ bis nach etwa 18,5° S-Br
in 34,3° W-Lg vom SE-Passat begleitet, In der Nähe dieses Punktes wehte
während eines Gewitters der Wind für kurze Zeit kräftig aus westlicher Rich-
tung, und nachdem später zunächst an zwei Tagen leichte Mallung und Stille
geherrscht hatte, folgte wieder ein mäfsiger, sich langsam nach links verändern-
der SE-Wind. Westliche Winde wurden auf dem ganzen noch vorliegenden
Reiseabschnitt kaum angetroffen, Auf den am 2. November wehenden West-
wind folgte am nächsten Tage schon wieder ein östlicher Wind, bei dem am
4. November die Mündung des La Plata erreicht wurde. Der 4, November
war der 58. seit der Abreise vom Kanal verflossene Tag. In südlicher Breite
hatte man 24 Tage zugebracht, und während dieser Zeit war: 10° S-Br in
29,5° W-Lg am 15. Oktober, 20° S-Br in 35,3° W-Lg am 21. Oktober und
30° S-Br in 45,2° W-Lg am 30. Oktober geschnitten worden. Der Mitsegler
„Hermes“ erreichte den La Plata am 28. Oktober,
Am 4. Januar 1883 verliels „Balthasar“ den La Plata wieder, um nach
Para zu segeln. Er verfolgte bei den auf See herrschenden, meist aus östlicher
und nördlicher Richtung kommenden Winden einen östlichen Kurs, auf welchem
der Schoner bis zum 14. Januar nach 33° S-Br in 35° W-Lg gelangte, In der
Nähe dieses Punktes veränderte sich der zur Zeit stürmisch wehende Wind
nach NW, um sich in diesem Viertel zwei Tage lang zu halten, Nach dieser
Zeit folgten wieder hoch nördliche Winde, und nachdem diese schliefslich in
Stille übergegangen waren, stellte sich am 22. Januar in etwa 28,3° S-Br und
Anuyn. d. Hydr. ete., 1834, Heft IV.