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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Dezember 1883. 
worden war, trat es am 23. Februar die Reise nach diesem letzteren Platze 
an. Der frische SE-Wind, bei dem dasselbe geschah, endete am 25. Februar, 
und es folgten dann umlaufende, an zwei Tagen durch Stille unterbrochene 
Westwinde. Da diese meistens aus südwestlicher Richtung kamen, konnte man 
bei ihnen noch in einigermafsen befriedigender Fahrt nach Westen hin vor- 
rücken. Bei frischem SSW-Winde umsegelte „Spekulant“ auch am 6. März die 
SW-Spitze von Australien. Westlich von derselben beobachtete man mäfsige, 
der Richtung nach sehr unbeständige Winde, bei denen die Bark bis zum 
14. März zu der in 31,5° S-Br und 107,3° O-Lg angetroffenen polaren Passat- 
pyrenze segelte. Der mäfsige Wind wurde dort, indem sich derselbe bei einem 
Barometerstande von 766,8 mm von SSW durch S nach SE veränderte, zum 
Passat. Im Gebiete desselben verlief die Reise für längere Zeit in rascher 
und ruhiger Weise. Man segelte in demselben, bis am 22. März die in der 
Nähe von 15,5° S-Br und 91° O-Lgy gelegene polare Passatgrenze erreicht 
wurde. Als der Wind sich dort von SE durch S nach SW veränderte, geschah 
dasselbe in Begleitung von orkanartigen Erscheinungen und indem das Baro- 
meter bis auf 749,8 mm fiel. Mehrere andere deutsche, in der Reisfahrt be- 
schäftigte Schiffe, die sich damals in der Nähe von „Spekulant“ befanden, 
beobachteten diesen Orkan aucb. Bei „Spekulant“ erreichte der Wind, als 
seine Richtung S war, für mehrere Stunden die Stärke 10. Auf dieses Unwetter 
folgten längere Zeit anhaltende umlaufende Winde von sehr geringer Stärke. 
Unvweit 5,5° S-Br in 85° O-Lg entwickelte sich aus Stille am 31. März ein 
frischer beständiger Westwind, bei dem die Bark am 2. April in 85° O-Lg von 
der südlichen zur nördlichen Halbkugel überging. Der 2. April war der 38, 
seit dem Tage der Abreise verflossene Tag. Auf dem zwischen dem Kap 
Leeuwin und der Linie liegenden Reiseabschnitte war vom „Spekulant“: 30° S-Br 
in 106,7° O-Lg am 15. März, 20° S-Br in 97° O-Lg am 20. März, und 10° S-Br 
in 87,2° O-Lg am 27. März gekreuzt worden. 
In nördlicher Breite begleitete der allmählich an Stärke verlierende 
Westwind die Bark, bis sie am 4. April nach 4,8° N-Br in 86° O-Lg gelangt 
war. Nördlich von diesem Punkte herrschte leichte, wiederholt von Stillen 
unterbrochene Mallung, bei welcher fast der ganze noch übrige "heil der Reise 
vollendet werden mufste. Erst‘ bei dem sich am 12. April in der Nähe von 
9,5° N-Br in 82° O-Lg einstellenden, bald auffrischenden Südwinde konnte 
wieder ein rascher Fortschritt erzielt werden. Von diesem Winde geführt, 
erreichte „Spekulant“ am 14. April die Rhede von Madras, Zur Vollendung 
der Reise waren 50 Tage erforderlich gewesen. 
Von Madras versegelte .„Spekulant“ nach einem Hafen Namens Calinga- 
patam, und nachdem die Bark dort voll beladen worden war, ging sie wieder 
am 9. Juni in See, um nach London zurückzukehren, Man durchsegelte den 
Meerbusen von Bengalen bei dem bis nach 4,5° N-Br in 91,5° O-Lg recht frisch 
angetroffenen SW-Monsun und erreichte schliefslich am 19. Juni den in 93,2° O-Lg 
überschrittenen Aequator. Während der 10 bis dahin auf See zugebrachten 
Tage war: 15° N-Br in 86,4° O-Lg am 11. Juni, 10° N-Br in 89,1° O-Lg am 
13. Juni und 5° N-Br in 91,5° O-Lg am 15. Juni gekreuzt worden. Auf die 
leichte westliche Briese, bei welcher „Spekulant“ die Linie überschritten hatte, 
folgte noch wieder Westwind von mäfsiger Stärke. Als dieser später bis zum 
leisen Zuge abnahm, veränderte sich derselbe durch N nach E und entwickelte 
sich, indem er kräftiger wurde, zum SE-Passat. Von 5,5° S-Br in 93,5° O-Lg 
an, wo dessen Gebiet betreten wurde, nahm die Reise einen befriedigend 
raschen Verlauf, Derselbe wurde wieder ein langsamerer, als die Bark sich 
der polaren Passatgrenze näherte. Unweit 23,5° S-Br in 58° O-Lg, wo dieselbe 
am 6. Juli lag, nahm der Wind, bei einem höchsten Barometerstande von 
768,0 mm, bis zum ganz leisen Zuge ab. Auf kurze Stille folgte am 7. Juli 
ein mäßiger SW-Wind, der sich bald durch S nach SE veränderte und bei dem 
das Barometer bis auf einen, unweit 25° S-Br abgelesenen, höchsten Stand von 
774,5 mm stieg. Nachdem der Wind dann wieder mehrere Tage mit passat- 
artiger Beständigkeit aus östlicher Richtung geweht hatte, veränderte er sich 
am 15. Juli, in geringer Entfernung von 31° S-Br und 36°, O-Lg, nach NE und 
N und später langsam weiter nach W. Am 18. und 19. Juli überstand 
„Spekulant“ in geringer Entfernung von 33,5° S-Br und 29° O-Lg einen heftigen 
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