Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Dezember 1883. 231
wurde die Fahrt in keiner Weise erschwert. Am 24. Mai, dem 25. bis dahin
in östlicher Länge verbrachten Tage, gelangte „Seenymphe“ zu dem in 39,9° S-Br
überschrittenen Meridian von 80° Ost. Oestlich von demselben nahm die Reise,
infolge der dort beobachteten beständigen Westwinde, einen recht befriedigenden
Verlauf. Diese Winde begleiteten das Schiff, bis es am 1. Juni nach 29° SBr
in 106° O-Lg vorgerückt war. Nachdem sie hier ein Ende gefunden hatten,
mufste man sich längere Zeit mit Stillen und leichten umlaufenden Winden, deren
Richtung bis nach 26° S-Br eine südöstliche, nördlich von diesem Parallel aber
gine nordwestliche war, abmühen. Indem der westliche Wind sich durch
S nach SSE veränderte, entstand aus ihm endlich am 12. Juni, in geringer
Entfernung von 19,5° S-Br und 112,5° O-Lg der SE-Passat. Von diesem Winde
wurde „Seenymphe“ bis zum 17. Juni zur Lombock-Strafse geführt. Es waren
damals 113 Tage seit der Abreise vom Kanal verflossen. Auf dem letzten, im
Indischen Ocean liegenden Theil der Reise war: 30° S-Br in 105,2° O-Lg am
31. Mai und 20° S-Br ia 112,2° O-Lg am 12. Juni gekreuzt worden, Nachdem
„Seenymphe“ die Lombock-Strafse bei flauem südlichem und östlichem Winde
durchsegelt, am 19. Juni die Sunda See erreicht hatte, vollendete sie bei mäfsigem
SE-Winde auch den letzten Theil der Reise, Dieselbe wurde beendet durch
die am 24. Juni erfolgte Ankunft des Schiffes im Bestimmungshafen. .
Am 31. Juli ging „Seenymphe“ wieder von Macassar aus in See, um nach
New- York zu segeln. Dasselbe geschah in Begleitung der nach Amsterdam be-
stimmten Rostocker Bark „Emma Römer“, und verlief später die Reise der
„Seenymphe“ für längere Zeit unter nahezu gleichen, im Berichte der Bark schon
beschriebenen Verhältnissen. Am 5. August durchsegelte „Secenymphe“ die
Lombock-Strafse, und bis zum 29. August gelangte das Schiff zu der, in 24,3°
S-Br und 56° O-Lg gelegenen, polaren Passatgrenze. Der unweit dieses Punktes
766,2 mm betragende Luftdruck hatte in etwa 24° S-Br und 60° O-Lg auf einen
höchsten Stand von 769,1 mm gezeigt. Bei der sich am 29. August mittags in
25,8° S-Br und 58,2° O-Lg befindenden „Emma Römer“ endete der Passat zur
selben Zeit wie bei „Seenymphe“, Am 21. September wurden zwischen den
beiden Mitseglern, als sie sich in der Nähe von 35,8° S-Br und 21° O-Lg be-
fanden, Signale ausgetauscht. Am 22. September überschritt der Schoner bei
kräftigem Südwinde die Länge der Kapstadt, und am 27. September kehrte
derselbe nach dem in 9,5° O-Lg erreichten Parallel von 30° S zurück,
Südlich von demselben hatte man 17 Tage zugebracht, und während der Fahrt
über den Indischen Ocean war: 10° S-Br in 112,5° O-Lg am 6. August, 20° S-Br
in 80° O-Lg am 20. August und 30° S-Br in 36,5° O-Lg am 10. September;
wie 90° O-Lg in 17,3° S-Br am 17. August, 60° O-Lg in 23,8° S-Br am
27. August und 30° O-Lg in 33,2° S-Br am.13. September gekreuzt worden.
Der Mitsegler „Emma Römer“ war nach 30° S-Br in 10,1° O-Lg am 26. September
elangt. |
5 Der frische SE-Wind, welchen „Seenymphe“ am 29. September in der
Nähe von 26,5° S-Br und 6° O-Lg antraf, war noch nicht der beständige
Passat. Jener Wind wurde vielmehr, so wie man bei ihm nach Norden vor-
rückte, schwächer, und schliefslich herrschte am 3. Oktober in der Nähe von
21° S-Br und 0,7° W-Lg, ganz leiser südwestlicher Zug und Windstille. Erst
aus dieser entwickelte sich am 4. Oktober der SE-Passat, von welchem „See-
nymphe“ bis zum 23. Oktober zu der in 37° W-Lg überschrittenen Linie ge-
führt wurde. Es waren dann 26 Tage vergangen, seit man 30° S-Br verlassen
hatte. Während dieser Zeit war: 20° S-Br in 1,7° W-Lg am 4. Oktober und
[0° S-Br in 11,5° W-Lg am 10. Oktober gekreuzt worden. Der Mitsegler
„Emma Römer“ hatte nördliche Breite in 21° W-Lg am 16. Oktober erreicht.
Den zwischen 5,5° N-Br in 41,4° W-Lg und 8,3° N-Br in 42° W-Lg liegenden
Stillengürtel überschritt „Seenymphe“ bei leichter östlicher Mallung in 4 Tagen.
Nach dieser Zeit traf sie am 30. Oktober den NE-Passat wieder an, welcher
später zwischen 12° und 13° N-Br an mehreren Tagen ganz gestört auftrat und
in gröfserer Stärke erst nördlich von 18° N-Br beobachtet wurde, Die polare
Passatgrenze läfst sich, weil die Windrichtung bis nach 35° N-Br hin eine
östliche blieb, .nicht genau feststellen. Am 23. November befand sich „See-
nymphe“ in Sicht vom Kap Henlopen, und am 25, November ankerte der Schoner
in der Nähe von Sandy Hook. Es waren damals 117 Tage nach der Abreise
Aun, d. Hydr. ete.. 1884, Heft IV.