Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Dezember 1883,
„Savannah“ damals in 43,4° N-Br und 35,4° W-Lg, „Victoria“ in 43,5° N-Br
und 31,6° W-Lg stehend, einen kurzen Weststurm überstanden. Indem „ Victoria“
nach dieser Zeit einen etwas nördlicheren Kurs einhielt als „Savannah“, traf
jenes Schiff dort günstigere Verhältnisse an als dieses sie fand, und rückte
dasselbe infolge dessen rascher nach Westen hin vor. Am 10. Juli, als
„ Vietoria“ in 42,7° N-Br und 46° W-Lg bei fast stürmischem Ostwinde segelte,
beobachtete die gleichzeitig in 41,3° N-Br und 46,2° W-Lg stehende „Savannah“
Westwind in Stärke 6. Die verhältnifsmäfsig sich so nahe stehenden beiden
Schiffe befanden sich damals auf verschiedenen Seiten von einer Depression.
Das eine stand an deren Nordseite und fand dort den erwünschten Ostwind,
das andere an deren Südseite befindliche wurde durch Gegenwinde zurück-
gehalten. „Victoria“ gewann dadurch einen solchen Vorsprung, dafs der Be-
stimmungshafen drei Tage vor dem Mitsegler erreicht werden konnte.
Um nach Triest zu segeln, verliefs „Savannah“ den Hafen von New- York
wieder am 15. September. Während dieser Fahrt über den Ocean traf man die
während der Ausreise so schmerzlich entbehrten Ostwinde in unerwünschter
Häufigkeit an. Der Verlauf der Reise wurde infolge dessen nur ein langsamer,
und erst am 27. Oktober gelangte: „Savannah“ zur Strafßse von Gibraltar,
Durch Stürme war die in 42 Tagen vollendete Fahrt in keiner Weise erschwert
worden. 70° W-Lg hatte man in 40° N-Br am 18, September, 60° W-Lg in
40,8° N-Br am 25. September, 50° W-Lg in 41,4° N-Br am 1. Oktober und
30° W-Lg in 40,3° N-Br am 12, Oktober gekreuzt.
7. Reise der Hamburger Bark „Cardenas“, Kapt. £&. Thamen,
Am 4. Juni 1883 verliefs die von Hamburg nach Eloby bestimmte Bark
„Cardenas“ den Kanal. Der kräftige Ostwind, bei dem dasselbe geschah, endete,
bevor das Schiff frei von den Aufsengründen gekommen war, und es folgte auf
ihn ein, mehrere Tage anhaltender, leichter SW-Wind. Unweit 43° N-Br
drehte der inzwischen NNW gewordene Wind durch N nach NE, um sich für
längere Zeit im nordöstlichen Viertel zu halten, Zum Passat wurde dieser
Wind jedoch noch nicht, sondern es schien, als ob dessen Gebiet erst am
17. Juni, in der Nähe von 32,5° N-Br und 17,8° W-Lg, erreicht wurde. Als
der hier für kurze Zeit zum ganz leisen Zuge herabgesunkene Wind wieder
auffrischte, zeigte das Barometer auf einen höchsten Stand von 769,3 mm. Der
zwischen‘ 30° und 15° N-Br recht kräftig wehende Passat begleitete die sich
östlich von den Kap Verde-Inseln haltende Bark, bis sie am 27, Juni nach
11° N-Br in 21,1° W-Lg vorgerückt war. Nachdem der Wind in der Nähe
dieses Punktes bis zum ganz leisen Zuge abgenommen hatte, hielt er sich noch
in nördlicher und östlicher Richtung, bis am 1. Juli, in etwa 8,8° N-Br und
20,7° W-Lg, der SW-Monsun einsetzte. Bei diesem suchte nun die mit Steuer-
bordshalsen segelnde Bark nach SO hin vorzurücken. Am 11. Juli konnte sie
die Länge des Kap Palmas überschreiten, am 17. Juli wurde östliche Länge
erreicht, und am 21. Juli ankerte „Cardenas“ in der Nähe von Corisco. Es
waren dann 47 Tage nach der Abreise vom Kanal verfiossen. Während dieser
Zeit hatte man: 40° N-Br in 15,8° W-Lg am 12. Juni, 30° N-Br in 18,8° W-Lg
am 19, Juni, 20° N-Br in 21,2° W-Lg am 28. Juni und 10° N-Br in 21° W-Lg
am 29. Juni gekreuzt.
Von Cameroons aus ging „Cardenas“ am 22. September wieder in See,
um nach Hamburg zurückzukehren. Der Anfang dieser Reise verlief, infolge
angetroffener leichter, südwestlicher Winde nur in sehr langsamer Weise. Am
4. Oktober befand die Bark sich noch in Sicht von der Insel St. Thomas. Erst
nachdem hier der südwestliche Wind etwas kräftiger geworden war, konnte
man in rascherer Weise vorrücken, Am 11. Oktober kreuzte „Cardenas“ in
0,9°N-Br den ersten Meridian, und am 14. Oktober ging die Bark in 6,2° W-Lg
von der nördlichen zur südlichen Breite über. Hier, wo der frische beständige
SE-Passat herrschte, wurde der Fortgang ein noch mehr befriedigender, und
schließlich gelangte die‘ Bark am 21. Oktober wieder zurück zu dem in
23,8° W-Lg überschrittenen Aequator, Um den zwischen 4,6° N-Br in 27° W-Lg
und 7,8° N-Br in 27° W-Lg liegenden Stillengürtel zu überschreiten, waren
31/2 Tage erforderlich.‘ Nach Verlauf derselben stellte sich am 28, Oktober der
NE-Passat, dessen Gebiet sich bis nach 29° N-Br in 33,4° W-Lg ausdehnte,
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