Reiseberichte der deutschen Bark „Papa“.
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Ein täglicher Gang im Luftdruck geht deutlich aus den Zahlen der
Tabelle hervor. Der Unterschied zwischen dem mittleren Luftdruck um 8 Uhr
Morgens und dem um 4 Uhr Nachmittags beträgt 2,4mm. Die gröfste während
eines Tages beobachtete Schwankung betrug 3,0mm, die kleinste 1,2mm. Das
absolute Maximum des Luftdrucks von 763,0mm fand am 11. Oktober um 8 Uhr
Morgens bei ESE-Wind 1, das Minimum von 756,7mm am 12. September um
4 Uhr Nachmittags bei mäfsigem ENE- und böigem Winde statt. Die absolute
Schwankung während der ganzen Zeit betrug mithin 6,3mm.
Die Temperatur der Luft veränderte sich wegen der Lage der Insel
recht im Passat und wegen der geringen Gröfse derselben im Laufe eines Tages
sehr wenig; der gröfste Unterschied, der im Laufe eines Tages beobachtet
wurde, war 4,3°, der kleinste betrug 1,2° C. Die höchste überhaupt beobachtete
Temperatur war 30,8° C. am 6. Oktober 12 Uhr Mittags bei leichtem NNE-
Winde, die niedrigste wurde am 19, September um 8 Uhr Abends bei leichtem
ENE-Winde zu 25,7° C, gefunden.
Die relative Feuchtigkeit der Luft war in Anbetracht der oceanischen
Lage des Ortes nicht bedeutend. Ihren höchsten Werth erreichte sie mit 88 %%,
ihren kleinsten mit 65%. Der Gang der relativen Feuchtigkeit während eines
Tages entsprach vollständig demjenigen der Lufttemperatur, indem bei Zunahme
der Letzteren die Erstere abnahm, während bei Abnahme der Lufttemperatur
die relative Feuchtigkeit gröfser wurde.
Die mittlere Bewölkung des Himmels erreichte nur den niedrigen Grad
von 2,3 der zehntheiligen Skala, obwohl ein vollständig klarer Himmel nur
zweimal beobachtet wurde. Dahingegen ist in den 120 Fällen der Grad 1 der
Bewölkung 41 Male verzeichnet, während bedeckter Himmel (9) nur an zwei
verschiedenen Beobachtungsterminen wahrgenommen wurde.
Die vorherrschendste Wolke war der kleine Cumulus. Unter den
139 Notirungen sind Cum. 106, Cu-s. 12, Cir-s. 10, Nim. 5, Cu-c. 3 und Cir,
3 Mal aufgeführt.
Wie zu erwarten, war das Wetter im allgemeinen schön und beständig,
Während der 34tägigen Beobachtungszeit bei Sydney-Insel traten nur am
ersten Tage viele Böen und heftige, anhaltende Regenschauer auf. Später
aber wurde die ruhige, schöne Witterung nur an 7 Tagen, und zwar im ganzen
nur durch acht, kurze Zeit andauernde Regenschauer unterbrochen, .
Am zweiten Tage seines Aufenthalts, am 13. September, beobachtete
Kapt. Bannau zum letzten Male, wie schon vorher an mehreren Tagen während
seiner Reise von Wiadiwostock, eine gelbliche Färbung der oberen Luftschichten,
deren Ursache bekanntlich von vielen Seiten auf vulkanische Ausbrüche zurück-
geführt wird,
Den Angaben der Tabelle über die Meerestemperatur ist nichts hinzu-
zufügen.
Aus den Reiseberichten des Kapitän C. Wilts, Führer der
deutschen Bark „Annie“.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,)
Am 26. August 1882 ankerte „Annie“ nach einer Reise von 90 Tagen von
Hamburg auf der Rhede von Callao. Kapt. Wilts führt weiter aus: „Da die An-
segelung der Rhede von Callao, sowie die meisten Verhältnisse des Ortes bekannt
sind, so habe ich denselben nur noch hinzuzufügen, dafs für ein mit Stückgütern
(Mafsgut) einkommendes Schiff die Unkosten sehr hoch sind, denn allein für
das Löschen der Ladung hat man an die Dock-Kompagnie 75 Cents Silber für
die Tonne = 40 Kubikfufs spanisch zu bezahlen. Die „Annie“, ein Schiff von
505 Reg.-Tonnen Gröfse, ladet kaum 700 Tonnen Schwergut, und doch hatte
ich für ungefähr 1200 Tonnen Ladung nach Mafs Löschgeld zu entrichten.