Reiseberichte der deutschen Bark „Papa“.
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Andern wurde auch die Bremer Bark „Adele“, Kapt. Logemann, ebenso wie
„Papa“, nach den Tonin-Inseln versetzt. Zum Glück geschah dieses am Tage,
und konnte man, wenn auch nur mit grofser Mühe, frei kreuzen. „Adele“ nahm
dann auch den Weg längs der Nordküste von Flores. Letztere Route ist nach
meiner Ansicht die empfehlenswertheste. Man sollte von der Allas Strafse aus,
und nachdem V/ak-Insel passirt ist, auf einem östlichen Kurse im Norden und
in Sicht der kleinen Sunda-Inseln entlang segeln. Auf diese Weise wird die
Strömung nahezu mit dem Kurs des Schiffes zusammenfallen und die Fahrt des-
selben sehr beschleunigen. Nebenbei hat man auf dieser Route ausgezeichnete
Peilobjekte, als: Selunda, Apie Vulkan, Paloweh-, Busa Linguette-Insel, Flores-
Spitze, Komba-Insel u. s. w. Von Busa Linguette setzt der Strom nordöstlich
und wird also wiederum mit dem von hier ab zunehmenden nordöstlichen Kurse
gleich. laufen. Bei Tage und bei sichtigem Wetter kann man dann Veldhoven-
Insel in Sicht laufen und an deren Ostseite nach Nord steuern, bei Nacht mufs
man aber wegen der Doubtful Dangers einen etwas weiteren Umweg machen.
Ein Schiff wird auf dieser Route noch immer bedeutend luvwärts von den
Schiffen stehen, die von der Ombay Passage herauf kommen, und wird ohne
viele Mühe und Zeitverlust die nordwestliche Spitze von Boero umsegeln können.“
Nachdem die Reparatur in Hongkong beendet war, setzte Kapt. Bannau
am 21. Mai 1883 seine Reise nach dem Bestimmungshafen Wiadiwostock fort,
welcher am 10. Juni erreicht wurde.
Am 24. Juli trat „Papa“ eine Reise nach Sydney-Insel*) in der Phönix-
Gruppe (Südsee-Inseln) an, um daselbst eine. Ladung Guano für Hamburg zu
laden. Diese Reise wurde am 1l. September beendet. Am Schluß derselben
schreibt Kapt. Bannau:
„Um 1% Uhr Nachmittags den 11. September sahen wir von der Mars-
raa im Westen Land (Sydney-Insel), und um 2 Uhr war dasselbe von Deck zu
sehen. Wir segelten dicht um das Nordende der Insel, kürzten die Segel bis
auf die Marssegel, Klüver und Besan und erhielten einen Lotsen. Wir segelten
darauf an der Westseite der Insel eine Strecke nach Süden, worauf gewendet
wurde, um das Schiff auf St. B.-Halsen — der Wind war ENE 4 — zu Anker
zu bringen. Wir standen jetzt bis nahe zur NW-Spiize der Insel zurück, wo
wir gegen 5 Uhr Nachmittags, kaum eine halbe Schiffslänge von der Brandung
entfernt, auf 10,8m (6 Fad.) den St. B.-Anker fallen liefsen. Wir steckten 135m
(75 Fad.) von der St, B.-Kette aus, liefsen dann auf 36m (20 Fad.) Tiefe den
B. B.-Anker fallen, steckten von der Kette 72m (40 Fad.) aus und kürzten dann
von der St. B.-Kette 27m (15 Fad.) wieder ein. Darauf wurden alle Segel fest
gemacht. Unter dem Heck des Schiffes betrug die Wassertiefe 54m (30 Fad.).“
Auf dem Ankerplatze lief fast immer eine hohe südwestliche Dünung, die
am Strande der Insel eine starke Brandung erzeugte, wodurch das Abfahren
von Leichtern mit Guano an den ersten sechs Tagen verhindert wurde. Erst
am 18. September wurde die Dünung schwächer, so dals es möglich war,
Ladung einzunehmen. Nachdem dann noch an den.beiden darauf folgenden
Tagen geladen werden konnte, mufßste am dritten Tage (den 21. September),
wegen der grofsen Brandung am Strande, die Arbeit wieder unterbrochen
werden. Vom 22. September bis zum 3. Oktober konnte unausgesetzt mit dem
Laden fortgefahren werden, aber vom 4. bis 6. Oktober lief wieder eine 80
hohe Dünung, und die Brandung war derart, dafs kein Leichter den Strand ver-
lassen konnte. Am 7. Oktober kreuzten sich eine südliche und eine nördliche
Dünung. Am 10. Oktober schlug ein Leichter in der hohen Brandung um und
wurde zertrünmert. Es konnte natürlich auch an diesem Tage keine Ladung
übergenommen werden. Nachdem am 13. Oktober der Rest der Ladung an
Bord genommen war, wurde am 17. Oktober, nach einem Aufenthalt von im
ganzen 36 Tagen, die Reise nach Hamburg angetreten; doch mufste, da auf
Sydney-Insel kein Trinkwasser zu haben ist, zunächst noch Apia angesegelt
werden.“
Kapitän Bannau stellte auf dem Ankerplatze von Sydney-Insel während
der Zeit vom 12. September bis zum 16. Oktober regelmäfsige meteorologische
1) S. „Ann. d. Hydr. etc.“, 1883, pag. 443 u. 444, und „Nachr. f. Seef.“, 1884, Monat
Februar, No. 317.