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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

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Kleine hydrographische Notizen, 
Auf der Spitze Diaz, nahe bei. Angra Pequena, wo früher ein von 
Bartolomeo Diaz errichtetes Kreuz stand, ist jetzt von dem Besitzer der 
deutschen Faktorei in Angra Pequena ein hohes schwarzes hölzernes Kreuz 
srrichtet. 
Der Hafen von Angra Pequena ist ein guter, der auch gröfseren Schiffen 
guten Ankerplatz bietet. Das Wasser innerhalb der Inseln ist meist glatt und 
hat nur den vom Wind direkt erzeugten Seegang; die draufsen stehende hohe 
Dünung wird durch die Inseln völlig abgehalten. 
Größere Schiffe ankern am besten beim Robert Harbour, da dort kein 
so hoher Seegapg aufkommen kann, dafs man ein etwaiges Stofsen auf Grund 
befürchten mülste. 
Auch die Angra-Bucht bietet guten Schutz gegen die herrschenden Süd- 
und SW-Winde. Das Landen mit Booten an den sandigen Uferstellen ist leicht 
and gefahrlos.“ 
2. (D. S.) Ueber Boma und die klimatischen Verhältnisse am 
Congo. Kapt. Segebarth, Führer der deutschen Brigg „Agnes“, schreibt: 
„Nachdem ich meine für Banana bestimmte Ladung gelöscht hatte, erhielt ich 
Order, nach dem etwa 60 Sm weiter den Congo hinauf gelegenen Platz Boma 
zu versegeln, um daselbst eine neue Ladung einzunehmen. Die Niederländisch- 
Afrikanische Handelsgesellschaft, für welche mein Schiff befrachtet war, liefs 
dasselbe hinauf schleppen, da das Aufsegeln selbst für ein ballastbeladenes 
Schiff fast unmöglich ist. Für ein Schiff von gröfserem Tiefgang als 3,9m 
‘13 Fuß) ist es überhaupt nicht rathsam, nach Boma hinauf zu gehen, weil 
auf der Barre bei Grass Island nur zuweilen eine Wassertiefe von 4,0m 
(13'% Fufß) vorhanden ist, ein Festgerathen auf dieser Barre bei der 5—6 Sm 
laufenden Strömung aber mit der gröfsten Gefahr verknüpft sein würde. 
Nach zweitägigem Schleppen erreichten wir gegen Abend unsern Be- 
stimmungsplatz, konnten aber wegen der schon eingetretenen Dunkelheit das 
Schiff nicht mehr am Lande vertäuen, sondern mufsten auf dem Strome in 10,8 m 
(6 Fad.) Tiefe vor Anker gehen. Hier traten sehr viele und heftige Stromwirbel 
auf, in denen das Schiff mitunter derartig ausschor, dafs ein Brechen der 
Ankerketite zu befürchten war, obwohl stets ein Mann am Ruder stand, um das 
Schiff zu stützen. An der kleinen Ladebrücke, welche in Boma vorhanden ist, 
stehen 3,3 m (11 Fufs) Wasser. Das Schiff liegt hier sehr gut, indem es von 
vorn und hinten je einen Anker nach dem Flusse aus hat und am Lande ver- 
mittelst Trossen von 90—108 m (50—60 Fad.) Länge festgemacht wird. Auch 
ist der Strom hier nur schwach, weil ungefähr 2 Kblg. oberhalb der Brücke 
eine Bank von nur ca 1m Wassertiefe liegt, durch welche der Strom ge- 
brochen wird.“ 
Ueber die klimatischen und gesundheitlichen Verhältnisse am Congo 
macht Kapt. C. v. d. Heyden, Führer der deutschen Brigg „Albert Reimann“, 
die nachstehenden Bemerkungen: „Vom 12. November 1883, 14 Tage nachdem 
wir die Congo-Mündung verlassen hatten, bis zum 16. mulste ich Krankheits 
halber die Führung des meteorologischen Journals unterbrechen. Bereits vor 
dem Abgang vom Congo waren Etliche der Besatzung ab und zu am Fieber 
erkrankt, namentlich während des Aufenthalts in dem ungefähr 25 Sm den Flufs 
aufwärts gelegenen Ponta da Lenha. Nachdem wir zwei Tage in See gewesen 
waren, lagen der Steuermann und fünf Mann schwer krank darnieder, so dafs 
ich mit den beiden noch übrigen Leuten fast drei Wochen lang den ganzen 
Schiffsdienst, sowie die Behandlung der Kranken zu versehen hatte, infolge 
dessen auch ich einige Tage krank und leidend wurde. Am 10. Dezember 
ist der Koch gestorben. Von den übrigen Kranken sind gegenwärtig jedoch 
schon einige soweit wieder hergestellt, dafs sie am Tage auf kurze Zeit das 
Ruder in die Hand nehmen können, 
Ich fand während meiner Anwesenheit in Banana das Klima daselbst 
durchaus nicht heifs oder ungesund; denn es herrschte von des Morgens 8 Uhr 
bis des Abends spät eine recht frische Seebriese von SW bis WSW, die 
angenehm über das Schiff hinweg wehte. Auch während der Nacht war theil- 
weise Briese, die meistens aus einer südlichen‘ Richtung kam und manchmal
	        
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