174 Temperatur, Salzmenge und Farbe des Wassers im Atlantischen Ocean,
am 25. August, 60° W-Lg in 42,5° N-Br am 1. September und 70° W-Lg in
39,8° N-Br am 7. September gekreuzt. Am 27. August hatte „Amelia“ sich in
Sicht von der Küste Neufundlands befunden, und am 23. August waren von dem
damals in 48,6° N-Br und 45° W-Lg befindlichen Schiffe mehrere ungewöhnlich
grofse Eisberge erblickt worden.
Nachdem „Amelia“ in Philadelphia eine für Bremen bestimmte Ladung
erhalten hatte, erreichte sie am 14. Oktober wieder die offene See. Dort konnte
man anfänglich bei vorherrschend nordöstlichen Winden nur in langsamer Weise
nach Osten hin vorrücken. Schon diese Winde traten an mehreren Tagen
stürmisch auf, und als sich der Wind endlich am 30. Oktober von E durch S
nach SW veränderte, geschah dasselbe ebenfalls während eines heftigen Sturmes.
„Amelia“ überstand denselben in geringer Entfernung von 41,5° N-Br in
55° W-Lg und beobachtete während seiner Dauer einen niedrigsten Barometer-
stand von 754,8mm. Mit diesem Sturme endete die Periode ungünstiger Winde,
und die von jetzt an einen rascheren Verlauf nehmende Reise wurde nur noch
durch auf den Gründen vor dem Kanal für einige Tage herrschende Ostwinde
um etwas wieder verzögert. Am 16. November gelangte das Schiff in die Nähe
von Lizard. Es waren damals 33 Tage nach der Abreise vom Delaware-Fluls
vergangen. Während dieser Zeit hatte man: 70° W-Lg in 37,5° N-Br am
16. Oktober, 60° W-Lg in 41° N-Br am 27. Oktober, 50° W-Lg in 42,4° N-Br
am 1. November und 30° W-Lg in 46,7° N-Br am 6. November gekreuzt.
Temperatur, Salzmenge und Farbe des Wassers im Atlantischen Ocean
auf ca. 59° N-Br.
In diesen Annalen 1881, pag. 236, haben wir einige Beobachtungen
dänischer Schiffskapitäne aus verschiedenen Jahren über die von ihnen bei ihren
Fahrten nach und von Grönland über die längs des Parallels von 59° Nord
zwischen der Insel Fair (zwischen den Orkney- und Shetland-Inseln) und dem
Meridian von 46° West, südlich von Grönland, angetroffenen Wassertemperaturen
mitgetheilt, aus denen hervorgeht, dafs das ÖOberflächenwasser auf demselben
Parallel im Osten wärmer ist als im Westen.
Herr K. J. V. Steenstrup, Assistent am mineralogisch-geographischen
Museum der Universität zu Kopenhagen, hat uns neuerdings eine Abhandlung
über die „Temperatur, Salzmenge und Farbe des Oberflächenwassers im Atlan-
tischen Ocean auf ca. 59° N-Br“, zugesandt, welche er in den „Videnskabelige
Meddelelser fra den naturhistoriske Forening i Kjöbenhavn“, 1877—1878, ver-
öffentlicht hat, und welcher wir Nachstehendes entnehmen.
Auf der von Herrn Steenstrup im Verein mit Prof. Johnstrup im
Juli 1874 unternommenen Reise nach Grönland und von da zurück im Oktober
1874 haben beide Forscher an Bord des Handelsdampfers „Fox“ Messungen
der Temperatur, des Salzgehalts und der Farbe des Seewassers ausgeführt,
welche im Frühjahr 1875 mit demselben Dampfer von Kapt. Olsen fortgesetzt
worden sind. Im Frühjahr und Herbst 1876 führte Steenstrup auf seiner
Reise nach Grönland und zurück noch zwei weitere Reihen von Beob-
achtungen aus,
Während der 6 Fahrten nach Grönland und zurück in den Jahren 1874,
1875 und 1876 sind zwischen den Parallelen von 61° und 58!/2° Nord und den
Meridianen von 1° bis 46° West im Ganzen 253 Messungen der Temperatur,
des Salzgehalts und der Farbe des Oberflächenwassers gewonnen worden.
In der nachstehenden Tabelle sind die Mittelwerthe der Temperatur der
Luft und des Wassers und des Salzgehalts, für jede der 6 Reisen nach den
Monaten (März bis Oktober) geordnet, nebst Angabe der durchfahrenen Strecken
nach der Zusammenstellung von Steenstrup wiederregeben.