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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., November 1883.
Am 12. Januar gelangte „Klze“ in Sicht der Ostspitze von Staaten Land,
Da dort damals indessen ein stürmischer SW-Wind wehte, umsegelte man dieses
Vorgebirge nicht, sondern wartete nördlich von der Insel bis zum Nachmittag
des 14. Januar. Erst dann begab man sich südlich von jenem Kap und ver-
suchte dort nach Westen hin vorzurücken. Bei dem sich beständig im west-
lichen Halbkreise haltenden Winde erfolgte dies jedoch nur in langsamer Weise,
Am 18. Januar kreuzte „Kize“ in 59,3° S-Br die Länge des Kap Horn, und am
29. Januar kehrte die Bark zu dem in 81,4° W-Lg überschrittenen Parallel von
50° Süd zurück. Es waren dann 21 Tage verflossen, seit man dieselbe Breite
im Atlantischen Ocean verlassen hatte. Während der Umsegelung des Kap Horn
war ein aufsergewöhnlich schwerer Sturm beobachtet worden. Derselbe wehte
am 21. Januar, als die Bark sich in der Nähe von 58,3° S-Br und 68,7° W-Lg
befand. Er begann aus WNW und erreichte aus dieser Richtung orkanartige
Stärke. Als das Barometer mit 722,0 mm seinen niedrigsten Stand erreicht
hatte, nahm der Wind plötzlich bis zur Windstille ab, um dann bei zunehmen-
dem Luftdrucke sich bald nach SSW zu verändern und wieder bis zur Stärke 8
zuzunehmen. Furchtbare Hagelböen begleiteten den Sturm. Auscheinend wurde
dieser selbe Sturm etwa 24 Stunden später auch von dem sich am 22. Januar in
56,6° S-Br und 65,4° W-Lg befindenden Mitsegler „Mercur“ überstanden. Dieses
Schiff gelangte nach 50° S-Br in 80° W-Lg am 3. Februar. Am 23. Januar
beobachtete ınan an Bord der sich in 56,4° S-Br und 71° W-Lg befindenden
„Elze“ Schneeböen, welche von Blitz begleitet waren. Auf dem Wege zum
Passatgebiet wurde die Bark von frischen Westwinden begünstigt, aus denen
sich nach einiger Zeit durch eine Drehung nach links der Passat unmittelbar
entwickelte. Von 42° S-Br in 80,2° W-Lg au war die Windrichtung eine süd-
östliche, und läfst sich deswegen die polare Passatgrenze nicht mit Sicherheit
bestimmen, In geringer Entfernung von jenem Punkte erreichte der Luftdruck
mit 769,1 mm seinen höchsten Stand. Nachdem „Kize“ nördlich von 27,5° S-Br
gekommen war, nahm der Passat bis zur mäfsigen Briese ab, und wurde man
erst an den zwei letzten, der Ankunft des Schiffes im Bestimmungshafen voran-
gehenden Tagen wieder von frischerem Winde begünstigt. Am 16. Februar
wurde bei leichtem SE-Winde die Rhede von Salaverry erreicht. Es waren bis
dahin 94 Tage nach der Abreise vom Kanal verflossen. Auf dem nördlich von
50° S-Br im Stillen Ocean liegenden Reiseabschnitt war von „Elze“ 40° S-Br
in 79,9° W-Lg am 1. Februar, 30° S-Br in 79,7° W-Lg am 6. Februar und
20° S-Br in 79,8° W-Lg am 10. Februar gekreuzt worden. Der Mitsegler
„Mercur“ ankerte auf der Rhede von Callao am 21. Februar.
Nachdem „Eize“ die Ladung in Salaverry entlöscht hatte, versegelte sie
nach Guayaquil, um dort eine aus Steinnüssen und Kakao bestehende neue
Ladung einzunehmen, Als dieses geschehen und das Schiff wieder seeklar
zemacht worden war, trat es am 27. Juli die Heimreise nach Hamburg an.
Am 1. August wurde die offene See erreicht, wo bei dem dort herrschenden
Südwinde ein westlicher Kurs gesteuert wurde. Der anfänglich schrale Wind
lief, so wie man weiter nach Westen hin vorrückte, raumer. Unweit 14,5° S-Br
in 94° W-Lg wurde der Passat am 9. August durch leichte unbeständige Briese
unterbrochen, und besafls der später wieder durchkommende SE-Wind auch nur
geringe Stärke. Die polare Passatgrenze schien am 15. August in der Nähe
von 24,5° S-Br und 97,5° W-Lg zu liegen. Der bis zum ganz leisen Zuge
abgenommene Wind veränderte sich dort, bei einem höchsten Barometerstande
von 768,4 mm, nach NE, und wehte darauf, indem er gleichzeitig stärker wurde,
mehrere Tage aus hoch nördlicher Richtung. Auf am 19. August, in der Nähe
von 30,7° S-Br und 98,2° W-Lg, beobachtete kurze Stille folgte ein sich von
SW durch S nach SE verändernder Wind, bei dem der Luftdruck bis auf einen
unweit 34° N-Br in 95,7° W-Lg abgelesenen höchsten Stand von 773,6 mm
stieg. Südlich von diesem eben erwähnten Punkte, wo zunächst eine 36 Stunden
lang anhaltende Windstille beobachtet wurde, herrschten westliche Winde vor,
die jedoch noch zu wiederholten Malen von hoch südlichen Winden unterbrochen
wurden, Der Verlauf der Reise wurde bei denselben ein ziemlich günstiger.
Unter mehreren Stürmen, welche zu überstehen waren, war der heftigste der-
jenige, welcher am 8. September in der Nähe von 56,8° S-Br und 71° W-Lg
angetroffen wurde. Derselbe wehte aus westlicher Richtung, war von einem