L62 Eingänge von meteorologischen Journalen etc, November 1883,
stande von 737,1 mm begleitet. Als der Sturm sich mäfesigte und der Luftdruck
zu steigen begann, veränderte der Wind seine Richtung langsam nach SE und S.
Während der beiden Tage, an welchen es in dieser Weise bei „Gustav Adolph“
heftig stürmte, wehte auch bei dem auf einer Reise von Altata nach dem
Kanale begriffenen Elmshorner Dreimastschoner „Möve“ ein orkanartiger Sturm.
Als dieses Schiff sich am Nachmittage des 25. Juli in 37,5° S-Br und 39° W-Lg
befand, begann dort ein Sturm aus E, der am nächsten Tage, als der Wind
sich nach NW verändert hatte, fast orkavartige Stärke erreichte und welcher
sich erst am 27. Juli mäfsigte. Aus den bei diesen beiden Schiffen beobachteten
verschiedenen Windrichtungen ergiebt sich, dafs der am 26. Juli Mittags in
42,7° S-Br und 45° W-Lg stehende „Gustav Adolph“ das süd westliche Viertel des
Sturmfeldes berührte, während der Mitsegler „Möve“ sich zur selben Zeit im
nordöstlichen Quadranten desselben befand. Am 30. Juli überstand „Gustav
Adolph“ unweit 40,5° S-Br in 43° W-Lg einen anderen heftigen, jedoch aus
nordwestlicher Richtung wehenden Sturm, während dessen Dauer der Luftdruck
bis auf 738,1 mm sank. Bei dem unmittelbar nach diesem Sturme folgenden
S- und SE-Winde konnte endlich für längere Zeit ein befriedigend rascher
Fortgang erzielt werden, und schliefslich erreichte man am 11. August in ge-
ringer Entfernung von 24,5° S-Br in 25,8° W-Lg das Gebiet des SE-Passats.
Man beobachtete in deren Nähe einen höchsten Barometerstand von 769,0 mm.
Von dem SE-Passate wurde „Gustav Adolph“ bis zum 23. August zu der in
27° W-Lg überschrittenen Linie geführt. Um zu derselben vom Kap Horn
her zu gelangen, waren 39 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit
hatte man: 50° S-Br in 51° W-Lg am 21. Juli, 40° S-Br in 44,8° W-Lg am
29. Juli, 30° S-Br in 29° W-Lg am 8. August, 20° S-Br in 26,3° W-Lg am
{4. August und 10° S-Br in 27,5° W-Lg am 18. August gekreuzt. Der Mit-
segler „Möve“, welcher sich am 13, Juli beim Kap Horn befunden hatte, er-
reichte den Aequator in 30,4° W-Lg am 17. August.
In nördlicher Breite veränderte sich der Wind bei „Gustav Adolph“ von
SE nach SW, ohne dafs irgend eine Störung diesen Vorgang begleitete. Und
nachdem der schwach gewordene Wind seine Drehung später bis nach NW
fortgesetzt hatte, entwickelte sich aus ihm am 31, August, in der Nähe von
11,5° N-Br und 23° W-Lg, ein NE-Wind, der jedoch unweit 13,5° N-Br und
24,5° W-Lg noch wieder durch Windstille unterbrochen wurde. Krst der auf
diese folgende nordöstliche Wind wurde zum Passat, der später zwischen 15°
and 24° N-Br am kräftigsten wehte und dessen Gebiet sich nordwärts bis nach
30,7° N-Br in 35° W-Lg ausdehnte. Nachdem der Wind sich am 14. September
in der Nähe des letzteren Punktes durch S nach SW verändert hatte, blieb
dessen Richtung auch fast stets eine günstige, bis zu der am 30. September
erfolgten Ankunft des Schiffes auf dem Tajo. Es waren damals 124 Tage nach
dem Antritt der Reise verflossen. Im Nordatlantischen Ocean hatte man
38 Tage zugebracht, und dort: 10° N-Br in 23° W-Lg am 29. August, 20° N-Br
in 30° W-Lg am 7. September, 30° N-Br in 34,8° W-Lg am 13. September
und 40° N-Br in 30° W-Lg am 21. September gekreuzt. Am Mittago des
19. September, als „Gustav Adolph“ sich in 34,9° N-Br und 31,8° W-Lg be-
funden hatte, stand der von Pisagua nach Hamburg bestimmte Dreimastschoner
„Johann Heinrich“ in 34,9° N-Br und 25,2° W-Lg. Derselbe hatte sich am
27. Juli beim Kap Horn, am 1. September auf der Linie befunden und erreichte
die Kanal-Mündung am 27, September.
16, Reise der Elsflether Bark „Pacific“, Kapt. C. Oltmann.
Die auf einer Reise von Christiania nach Melbourne begrifene Bark
„Pacific“ befand sich am 9. Juli 1882 in der Nähe von Lizard. Dieselbe konnte
gegen die zunächst angetroffenen frischen Westwinde nur solch langsamen
Fortschritt erzielen, dals sie sich am Mittage des 15. Juli noch in 47,7° N-Br
und 10,5° W-Lg befand. Nach dieser Zeit rückte man in etwas rascherer
Weise nach Süden hin vor und noch schneller geschah dasselbe, nachdem sich
aus einer am 19. Juli unweit 43° N-Br in 10,5° W-Lg beobachteten Windstille
ein rasch auffrischender Nordwind entwickelt hatte. Aus diesem Winde ging
später der NE-Passat hervor, ohne dafs vorher eine Störung beobachtet wurde.
Die sich östlich von den Kap Verde-Inseln haltende Bark segelte dann bis