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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., November 1883.
1l. Reise des Hamburger Dreimastschoners „Gustav Adolph“, Kapt. 6. H, Müller.
Der auf einer Reise von Hamburg nach Melbourne begriffene Dreimast-
schoner „Gustav Adolph“ befand sich am 7. Oktober 1882 in der Nähe von
Lizard. Nachdem dort wehende leichte Ostwinde das Schiff in den Ocean
hinausgeführt hatten, trat ein kräftiger, in Richtung meistens nicht ungünstiger
Westwind an deren Stelle, der den „Gustav Adolph“ begleitete, bis er sich am
19. Oktober unweit 34,5° N-Br in 18,3° W-Lg befand. Hier veränderte sich
während einer Regenböe der für kurze Zeit ganz schwache Wind von SSW
nach Nord und wurde bald darauf, ohne dafs vorher weitere Störung beobachtet
wurde, zum Passat. Nach dem Einsetzen dieses letzteren Windes nahm die
Reise für längere Zeit einen gleichmäfsigen und befriedigend raschen Verlauf,
der erst wieder unterbrochen wurde, nachdem das Schiff bis zum 30. Oktober
nach 9,7° N-Br in 26° W-Lg gesegelt war. Zur Ueberschreitung des in der
Nähe dieses Punktes betretenen Stillengürtels waren reichlich zwei Tage erfor-
derlich. Nach Verlauf derselben wurde in 8,2° N-Br und 26° W-Lg der SE-
Passat wieder angetroffen, Derselbe sank südlich von 4° N-Br noch wieder
für einen Tag zur ganz leichten Briese herab, führto jedoch den Schoner
schliefslich am 7. November zu der in 29,8° W-Lg überschrittenen Linie, Es
waren damals 31 Tage seit der Abreise vom Kanal vergangen. 40° N-Br hatte
man in 14,3° W-Lg am 14. Oktober, 30° N-Br in 19,4° W-Lg am 21. Oktober,
20° N-Br in 24,5° W-Lg am 25. Oktober und 10° N-Br in 25,9° W-Lg am
30. Oktober gekreuzt. Am 6. November war in 30,3° W-Lg das eiserne, von
Hamburg nach Rangoon bestimmte Vollschiff „Polynesia“ von der nördlichen
zur südlichen Halbkugel übergegangen. Dasselbe hatte den Kanal am 11. Oktober
verlassen und sich am 2, November Mittags in 7,9° N-Br und 27° W-Lg befunden,
während gleichzeitig „Gustav Adolph“ in 7,8° N-Br und 26,2° W-Lg stand.
Im Südatlantischen Ocean wurde „Gustav Adolph“ nur bis nach 17,5°
S-Br in 32° W-Lg von dem im ganzen nur schwach und unbeständig auftretenden
Passat begleitet. In geringer Entfernung von diesem Punkte nahm der Wind
am 16. November nordöstliche Richtung an, um sich, nachdem unweit 25,5° S-Br
in 30° W-Lg eine rasch verlaufende Drehung nach links ausgeführt worden
war, für längere Zeit im westlichen Halbkreise zu halten. Erst nachdem der
Schoner bis zum 24, November nach 31,5° S-Br in 24,7° W-Lg gesegelt war,
fand ein abermaliges Umlaufen des Windes durch Nord nach West statt, doch
blieb nach diesem die Richtung des Windes eine westliche. Der nun ununter-
brochen aus W wehende Wind führte das Schiff bis zum 4. Dezember zu dem
in 41,1° S-Br überschrittenen Meridian von Greenwich, Der 4. Dezember war
der 27. bis dahin in südlicher Breite verbrachte Tag. Während dieser Zeit
hatte man: 10° S-Br in 32,2° W-Lgy am 12. November, 20° S-Br in 30,3°
W-Lgy am 18. November und 30° S-Br in 25,8° W-Lg am 23. November ge-
kreuzt. Der Mitsegler „Polynesia“ hatte westliche Länge in 39° S-Br am
27. November verlassen. Als Breite, in deren Nähe die erforderliche Länge
zurückgelegt worden sollte, wählte Kapt. Müller den Parallel von 42° Süd. Es
wurden dort für längere Zeit Winde angetroffen, die fast ununterbrochen aus
dem westlichen Halbkreise kamen, und welche dabei selten in unerwünscht
grofser Stärke wehten. Erst nachdem man am 13. Januar 1883 den Meridian
von 130° Ost überschritten hatte, stellten sich östliche und umlaufende, flaue
Westwinde ein, bei denen der letzte Theil der Reise vollendet werden mufste,
Am 21. Januar gelangte „Gustav Adolph“ in Sicht des Kap Otway und am
22. Januar ankerte derselbe im Bestimmungshafen. Die Reise war in 108 Tagen
vollendet worden. Auf dem in östlicher Länge liegenden Theile derselben
hatte man: 20° O-Lg in 42,8° S-Br am 11, Dezember, 50° O-Lg in 41,7° S-Br
am 20. Dezember, 80° O-Lg in 43° S-Br am 28. Dezember und die Länge der
SW-Spitze von Australien in 42° S-Br am 8. Januar gekreuzt. Der Mitsegler
„Polynesia“ war nach 80° O-Lg in 38,2° S-Br am 17. December gelangt.
Am 20. Februar ging „Gustav Adolph“ wieder von Melbourne aus in
See, um nach Apia zu segeln. Der auf See zunächst angetroffene Ostwind ver-
arsachte, dafs der Schoner erst am 23. Februar östlich und frei von der‘ Bass-
Strafe gelangte. Dort verfolgte das Schiff anfänglich bei südlichem, vom
25, Februar ab aber bei frischem, beständigem Nordwinde einen östlichen Kurs,