Eingänge von meteorologischen Journalen ete,, November 1883. 157
26,5° W-Lg gegen den gleichzeitigen von „Herschel“ in 33,4° S-Br und 25,9°
W-Lg gewesen.
Während der Zeit, in welcher die erforderliche Länge zurückgelegt
wurde, hielt „Herschel“ sich meistens zwischen 42° und 43° S-Br. Die dort
angetroffenen Winde waren fast nur westliche, doch wurden auch nicht selten
nordöstliche und nördliche Winde beobachtet. Nennenswerthe Stürme erschwerten
die Fahrt nicht, obgleich der Wind mehrere Male die Stärke eines mäfsigen
Sturmes erreichte. Am 23, August, 25 Tage später, als westliche Länge ver-
lassen worden war, gelangte das Schiff nach dem in 41,5° S-Br überschrittenen
Meridian von 80° Ost. Der Mitsegler „Anna“ hatte 80° O-Lg in 39,5° S-Br
am 16. August gekreuzt, und am 21. August war dasselbe in 37,5° S-Br vom
Mitsegler „Rossini“ geschehen. Oestlich von 80° O-Lg traf „Herschel“ kräftige,
aus nordwestlicher Richtung vorherrschende Winde an, von denen das für die
Lombock-Strafse steuernde Schiff bis zum 2. September nach 31° S-Br in 106,5°
O-Lg geführt wurde. Unweit dieses Punktes drehte der schwach werdende
Wind nach S, und schliefslich entwickelte sich aus ihm am 4. September, in
der Nähe von 29,4° S-Br und 107,1° O-Lg, der SE-Passat. Bei diesem nur
sehr flau und unbeständig auftretenden Wind nahm die Reise in nächster Zeit
einen derart langsamen Verlauf, dafs „Herschel“ nicht eher als am 20. Sep-
tember zur Lombock-Strafse gelangte. Am 22. September erreichte das Schiff
die Sunda-See, und nachdem diese bei mäfsigem SE-Monsun durchsegelt worden
war, gelangte es am 26. September zur Makassar-Strafse. In dieser beobachtete
man leichte, umlaufende, südöstliche und südwestliche Winde und einen der
Richtung nach meist günstigen Strom. Nachdem das Schiff am 2. Oktober den
Aequator überschritten hatte, setzte die Strömung zunächst mit 1 Kn Stärke
nach S und während der nächsten zwei bei Windstille in Sicht von Kap Rivers
verbrachten Tage mit derselben Stärke nach E. Auch in der Celebes-See, wo
langanhaltende Windstillen auftraten, versetzte die Strömung stark nach Osten,
und legte man mit ihrer Hülfe einen grofsen Theil der Strecke durch dieses
Meer zurück. Am 9. Oktober gelangte „Herschel“ in Sicht von den in der
Nähe der NO-Spitze von Celebes gelegenen Inseln, und am 16, Oktober erreichte
das den gröfsten Theil des Vorrückens der günstigen Strömung verdankende
Schiff nach 5° N-Br in 128,3° O-Lg. In geringer Entfernung von diesem
Punkte stellten sich endlich leichte südliche und östliche Winde ein, die
„Herschel“ bis zum 23. Oktober nach 10° N-Br in 129,9° O-Lg führten, und
von hier aus segelte man bei dem von 9° N-Br ab herrschenden leichten
NE-Monsun nordwärts. Nördlich von 22° N-Br trat dieser letztere Wind so
heftig und aus solch schraler Richtung auf, dafs durch ihn die Schnelligkeit
der Fahrt bedeutend beeinträchtigt wurde, Es mufßte wieder für längere Zeit
über St. B.-Bug gesegelt werden, und geschah es daher, dafs, obgleich der
Schiffsort am 1. November schon in 22,2° N-Br und 123,4° O-Lg gewesen war,
„Herschel“ sich am 20. November doch erst in 27,5° N-Br und 132,5° O-Lg
befand. Unweit 30,5° N-Br in 133,2° O-Lg veränderte sich am 24. November
der Wind in rascher Drehung von E durch S nach NW, und legte man bei
Wind aus letzterer Richtung den letzten Theil der Reise zurück. Am 29. No-
vember wurde endlich auf der Rhede von Yokohama geankert. Es waren
nicht weniger als 201 Tage nach der Abreise vom Kanal vergangen. Auf dem
letzten in nördlicher Breite liegenden Reiseabschnitt hatte „Herschel“: 5° N-Br
in 128,3° O-Lg am 16. Oktober, 10° N-Br in 129,9° O-Lg am 23. Oktober,
15° N-Br in 128° O-Lg am 27. Oktober, 20° N-Br in 124,6° O-Lg am 30. Ok-
tober, 25° N-Br in 128,5° O-Lg am 13. November und 30° N-Br in 132,8° O-Lg
am 24. November überschritten. Der Mitsegler „Rossini“, welcher von 80° O-Lg
aus den Weg zur Sunda-Strafse und China-See einschlug, erreichte diese Strafe
am 9. September, den Aequator in 107,8° O-Lg am 17. September, 10° N-Br
in 110,4° O-Lg am 23. September und den Hafen von Hongkong am 7. Oktober,
Dieses Schiff hatte bis nach 15,5° N-Br hin einen zeitweise recht frisch wehenden
SW-Monsun gefunden, und nur den von diesem Parallel ab noch vorliegenden
Theil der Reise gegen nordöstlichen Wind zurücklegen müssen. „Rossini“ voll-
andete die Reise von 50° N-Br bis zum Bestimmungsplatz in 138 Tagen.
. Nachdem „Herschel“ seine Ladung in Yokohama entlöscht hatte, versegelte
derselbe in Ballast nach Manila. Diese Reise .wurde am 12. Januar 1883 an«