Eingänge von meteorologischen Journalen etc., November 1883.
'*37
3. Reise der Elsflether Bark „Charlotte“, Kapt. E. Leverkus.
Die auf einer Reise von Cardiff nach Mauritius begriffene Bark „Charlotte“
überschritt am 25, September den Parallel von 50° Nord, Der kräftige, dort
damals wehende NE-Wind endete schon am nächsten Tage, und es folgte auf
ihn zunächst nordwestlicher, sich allmählich nach SW verändernder Wind. Als
dieser aus letzterer Richtung an mehreren Tagen stürmisch wehende Wind am
1. Oktober bis zum ganz leisen Zuge abgenommen. hatte, trat bald ein nord-
westlicher, sich nach N und NE verändernder Wind an seine Stelle. Später
beobachtete man jedoch auf der zwischen 35° und 29° N-Br liegenden Strecke
noch wieder mehrere Tage lang anhaltende leichte westliche und südliche Winde,
und schliefslich entwickelte sich aus diesen durch eine Drehung nach rechts
der NE-Passat. Die Bark überschritt dessen in 29° N-Br und 20,7° W-Lg
liegende polare Grenze am 11. Oktober. In dor Nähe derselben hatte das
Barometer einen höchsten Stand von 767,3mm erreicht. Der durchweg nur
mäfsig wehende Passat begleitete die Bark, bis sie am 23. Oktober nach
8,8° N-Br in 22,2° W-Lg gelangt war. In dem hier betretenen Stillengürtel
wurde verhältnifsmäfsig selten Stille, sondern vorherrschend leichte östliche und
südliche Briese angetroffen, Bei derselben segelte „Charlotte“ bis zum 28, Ok-
tober nach 4,7° N-Br in 23,3° W-Lg. Von dem unweit dieses Punktes ein-
setzenden SE-Passat wurde das Schiff bis zum 31. Oktober zu der in 28,3° W-Lg
überschrittenen Linie geführt. Um zu derselben von 50° N-Br her zu gelangen,
waren 36 Tage erforderlich gewesen, Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br
in 14,5° W-Lg am 2. Oktober, 30° N-Br in 20,7° W-Lg am 10. Oktober,
20° N-Br in 25,8° W-Lg am 16. Oktober und 10° N-Br in 23° W-Lg am
22, Oktober gekreuzt.
Am 1. November, nur etwa 8 Stunden später als „Charlotte“, ging in
29,1° W-Lg die von Havre nach San Juan del Sur bestimmte Papenburger
Bark „Maria“ von nördlicher in südliche Breite über. Dieselbe hatte den
Kanal am 26. September verlassen und sich am 2. Oktober Mittags in
45,6° N-Br. und 9,8° W-Lg befunden, während gleichzeitig „Charlotte“ in
40,2° N-Br und 14,5° W-Lg stand. Am Mittage des 19. Oktober war der
Standpunkt der ersteren Bark in 16,7° N-Br und 26,4° W-Lg gegen denjenigen
der anderen in 13,5° N-Br und 25,6° W-Lg gewesen; dagegen befand sich am
23. Oktober Mittags, an welchem Tage beide Schiffe den Stillengürtel erreichten,
„Maria“ in 8,2° N-Br und 25,8° W-Lg, während „Charlotte“ in 8,3° N-Br und
22,2° W-Lg stand. Durch das südlich von San Antonio befolgte Einschlagen
eines. südöstlichen Kurses hatte „Charlotte“ gegen den Mitsegler verloren.
Im Südatlantischen Ocean wurde „Charlotte“ bis nach 25° S-Br hin vom
frischen SE-Passat begleitet. Nachdem dieser Parallel überschritten ‚worden
war, wurde der Wind ganz schwach, und unweit 27,1° S-Br in 21,5° W-Lg
sank derselbe am 11. November zum ganz leisen Zuge herab. Südlich von der
durch diesen Umstand angedeuteten polaren Passatgrenze stellte sich bald
wieder ein kräftiger SE-Wind ein, bei dem das unweit 27° S-Br auf 766 mm
zeigende Barometer bis auf einen, in der Nähe von 29° S-Br abgelesenen
höchsten Stand von 769,8mm stieg. Der durch den südöstlichen Wind zunächst
bedeutend verzögerte Fortgang des Schiffes wurde erst dann wieder ein rascherer,
nachdem unweit 34° S-Br der Wind eine nördlich von E liegende Richtung
angenommen hatte. Unweit 38° S-Br in 14° W-Lg veränderte sich am 18. No-
vember der heftig wehende Wind in rascher Drehung durch N und W nach SE
zurück. Später blieben südliche und östliche Winde für längere Zeit die herr-
schenden. Erst am 24. November stellte sich ein etwas länger anhaltender
NW-Wind ein, bei dem am 25. November in 38,7° S-Br der Meridian von
Greenwich erreicht wurde. Der 25. November war der 25. bis dahin in öst-
licher Länge verbrachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in
30° W-Lg am 4. November, 20° S-Br in 25,4° W-Lg am 8, November und
30° S-Br in 22,3° W-Lg am 14. November gekreuzt. Der Mitsegler „Maria“,
bei dem der Wind schon am 4. November in geringer Entfernung von 10,83° S-Br
und 31,6° W-Lg nordöstliche Richtung angenommen hatte, hatte 20° S-Br in
34,5° W-Lg am 8. November überschritten, .