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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Kleine_hydrographische Notizen. 
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Auf der Rhede von Batavia setzte gewöhnlich um 11 Uhr Vormittags 
die Seebriese ein, welche bis 7 Uhr oder auch wohl 9 Uhr Abends anhielt, 
worauf die Landbriese folgte. 
Am 29, Mai verlielßsen wir um 5 Uhr Morgens mit der Landbriese die 
Rhede von Batavia, um nach Samarang zu versegeln. Als gegen 11 Uhr die 
Seebriese durchkam, standen wir wieder nach dem Lande zu und ankerten um 
5 Uhr Nachmittags unter Krawany Point auf 16,2m (9 Fad.) Tiefe. Um 11'/2 Uhr 
Abends, als ESE-Wind durchkam, gingen wir wieder unter Segel. Die Land- 
and Seebriese benutzend, kreuzten wir in den folgenden Tagen. nach Samarang, 
woselbst wir um 12 Uhr Nachts des 2. Juni auf der Aufsenrhede ankerten. 
Am 6. Juni setzten wir um 9 Uhr Abends mit der durchkommenden 
Landbriese die Reise nach Soerabaya fort. Die Land- und Seebriese wurde 
so viel als möglich ausgenutzt und .gegen Abend in der Nähe der Küste auf 
11 bis 14m (6 bis 8 Fad.) Tiefe geankert. Am 11. Juni um 10 Uhr Abends 
erreichten wir die Aufsenrhede von Soerabaya. Mit einem Tiefgange von 
16’% bis 17 Fufs englisch kann man durch die Soerabaya-Strafse nach Soerabaya 
einsegeln; tiefer gehende Schiffe aber haben ihren Weg nord- und ostwärts von 
Madura durch die Sapoedie- und Madura-Strafse zu nehmen, Das Lotsgeld 
betrug für „Pacific“ bei einem Tiefgang von 12'/ Fuls von Westen einkommend 
58, ausgehend durch die östliche Passage mit einem Tiefgang von 11'/2 Fufßs 
46 Gulden. . 
Am 30. Juni verliefsen wir wieder die Rhede von Soerabaya, und am 
1. Juli wurde um 4 Uhr Nachmittags auf der Aufsenrhede von Passoerocang 
gcankert, woselbst wir auf einer Tiefe von 10,8m (6 Fad.) unsern Ballast über 
Bord warfen. Am folgenden Tage segelten. wir nach. der Binnenrhede und 
ankerten daselbst auf 9,9m (5! Fad.) Tiefe. Von unserem Ankerplatz peilte 
der. Leuchtthurm SSW. 
Am 9. Juli wurde um 1. Uhr Nachmittags bei frischem NW-Winde 
Passoeroceang wieder verlassen und die Reise nach Tagal angetreten. Mit 
günstigem Winde wurde die Route durch die Sapoedie-Strafse genommen. Am 
10. Juli um 10 Uhr Abends passirten wir die Sapoedie-Insel in unmittelbarer 
Nähe und um 11 Uhr waren wir frei von Madura, so dafs wir von jetzt an 
mit frischem östlichem Winde längs der Nordküste dieser Insel und später der 
von Java unsere Reise fortsetzen konnten. Am 12, um 11'2 Uhr Nachts 
ankerte „Pacific“ auf der Rhede von Tagal. Hier vervollständigten wir mit 
Hülfe von Kulis bis zum 23. Juli unsere Zuckerladung, im Ganzen 557 Tonnen, 
und verliefsen dann am folgenden Tage die Rhede von Tagal, um: nach Batavia 
zu segeln und dort den nöthigen Vorrath an frischem Wasser, das in Tagal 
schlecht war; an Bord zu nehmen. Um 12 Uhr Nachts des 25. Juli erreichten 
wir die Rhede von Batavia.“ 
4. Ueber die Gezeitenströmungen an einigen Orten der Ost- 
küste von Süd-Amerika hat der frühere Kommandant S. M. Kbt. „Albatrofs“, 
Korv.-Kapt. von Pawelsz, nachstehende Angaben durch seinen Nachfolger im 
Kommando, Korv.-Kapt, Plüddemann, eingesendet. Wir - bemerken zunächst, 
dafs die, die Gezeitenerscheinungen in der Boca von Buenos Aires (Riachuelo) 
betreffenden Angaben in dem Januarhefte dieser Annalen, 1884, bereits mit- 
getheilt worden sind. ; 
1). San Sebastian. Die Gezeitenströmungen‘ sind hier sehr vom Winde 
abhängig und infolge dessen unregelmäfsig. Ebbe und Fluth laufen beide in 
derselben Richtung, bei Nordwinden läuft die Fluth von Norden ein und die 
Ebbe nach Süden durch den Kanal ab, mit 0,5 bis zu 2,7 Sm Geschwindigkeit; 
bei Südwinden setzt der Strom in umgekehrter Richtung. Während eines zehn- 
tägigen Aufenthaltes dort wurde an 7 Tagen Südstrom und an 3 Tagen Nord- 
strom beobachtet, bei vorherrschenden Nordwinden, Die Niveau-Unterschiede 
betrugen 0,6 bis 1,2m. 
.2) Santos. Im Allgemeinen fand der Gezeitenwechsel zu der berechneten 
Zeit statt, so dafs die auf der Karte angegebene Hafenzeit, 2* 50m, als richtig 
bezeichnet werden mufs, dennoch zeigten sich. mehrfach Unregelmäfsigkeiten; so 
setzen z. B. am Tage des Vollmondes Ebbe und Fluth eine Stunde später ein, 
als zur berechneten Zeit. — Der Ebbstrom läuft mit größerer Geschwindigkeit 
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