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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

A) 
Vergleichende Uebersicht etc., November 1923 
Vergleichende Uebersicht der Witterung des Monats November 1883 
in Nordamerika und Centraleuropa. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,) 
Nach der „Monthly Weather Review“ des „Signal Office“ in Washington 
und der von der Deutschen Seewarte herausgegebenen Uebersicht der Witterung 
stellen wir im Folgenden die Hauptzüge im Witterungs-Charakter des Monats 
November 1883 in Nordamerika und Centraleuropa einander gegenüber. 
Centraleuropa. 
1. Die grofse Häufigkeit von baro- 
metrischen Depressionen mit mälsiger 
Tiefe im Nordwesten des Erätheils; 
von den übrigen Depressionen zeich- 
nete sich eine, welche am 13. und 
14. im südöstlichen Osteseegebiete in 
schleifenförmiger Bahn sich bewegte, 
durch ihre ungewöhnlich symmetrischen 
Formen aus. 
Nordamerika. 
1. Die mäfsige Anzahl intensiver 
barometrischer Minima, welche meist 
mit grofser Geschwindigkeit die Seen- 
vegion durchzogen, Hervorzuheben 
ist das Minimum, welches am 11. und 
12. über der Seenregion und an der 
Atlantischen Küste schwere Stürme 
verursachte, Eine erhebliche Anzahl 
Depressionen bewegte sich von Neu- 
*undland quer über den Ocean nach 
den britischen Inseln hin. 
2. Das zu niedrige Monatsmittel 
des Luftdruckes auf dem ganzen Ge- 
biete; nur an einigen Stationen der 
Südatlantischen und der Golfstaaten 
lagen die Mittel etwas über der Nor- 
malen. Am gröfsten waren die nega- 
tiven Abweichungen in dem Gebiete 
von der oberen Seenregion westwärts 
nach Idaho, wo dieselben 3—4 mm 
betrugen, 
Die Barometerschwaukungen waren 
am gröfsten in New-England, der 
Seenregion, dem äufsersten Nord- 
westen, dem oberen Mississippi- und 
Missouri-Thal, am kleinsten in Cali- 
fornien, Florida und den östlichen 
Golfstaaten. 
3. Das Vorherrschen der südlichen 
und südwestlichen Winde im oberen 
Mississippi- und unteren Missouri- 
Thal, der Seenregion, Ohio-Thal und 
an der Atlantischen Küste nördlich 
von Virginien, der nördlichen an den 
Südatlantischen und Golfküsten, der 
nordwestlichen im oberen Missouri- 
Thal und der westlichen in Montana. 
Die Häufigkeit schwerer und von Ver- 
wüstung begleiteter Stürme insbeson- 
dere in der Seenregion und an der 
Atlantischen Küste. Der Tornado 
am 5., welcher in der Gegend von 
Springfield, Missouri, viele Verluste an 
Gut und Menschenleben verursachte. 
4. Die grofse Regenarmuth in dem 
Atlantischen und Pacifischen Küsten- 
gebiete, dagegen die zu grofsen Regen- 
mengen in den Golfstaaten, im Ohio- 
Thal, in der oberen Seenregion und 
dem nördlichen Felsengebirge. 
2. Die normale Vertheilung des 
mittleren Luftdruckes, bei welcher 
jedoch der letztere in Südskandinavien 
noch tiefer, im östlichen Alpengebiete 
noch höher war, als gewöhnlich. 
Die im Südosten normale, im 
Nordwesten etwa um !/s zu grofse 
monatliche Schwankung des Baro- 
meters, 
3. Das hiermit zusammenhängende, 
sehr entschieden ausgeprägte Vor- 
herrschen der Winde aus SE bis W. 
Die Häufigkeit sitarker Winde, wenn 
auch Stürme nicht gerade häufig vor- 
kamen. 
4. Die grofse Häufigkeit und im 
Norden Deutschlands um !/s, im Süden 
um !/4 zu grofse Menge des Nieder- 
schlages.
	        
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