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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc, Oktober 1883. 
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nach 21,5° S-Br in 38,5° W-Lg. In geringer Eutfernung von diesem Punkte 
Jag am 1. Mai dio polare Passatgrenze. Es veränderte sich dort nicht, wie es 
sonst gewöhnlich der Fall ist, der Wind nach NE, sondern derselbe lief, indem 
er gleichzeitig ganz schwach wurde, durch S nach SSW. Den letzten Theil der 
Reise legte die Bark bei veränderlichen, wiederholt von Stillen unterbrochenen 
Winden zurück, bis sie schliefslich am 10. Mai im Hafen von Santos ankern 
konnte. Zur Vollendung der Reise waren 52 Tage erforderlich gewesen. Im 
Südatlantischen Ocean, wo man 26 Tage zugebracht hatte, war: 10° S-Br in 
31,6° W-Lg am 22, April und 20° S-Br in 36,5° W-Lg am 29. April gekreuzt 
worden. 
Am 15. Juli ging „Frieda Grampp“ von Santos aus wieder in See, um 
nach Coronel zu segeln. Sie konnte bei den zu Anfang dieser Reise angetroffenen 
umlaufenden Winden, die nur, wenn ihre Richtung ungünstig war, einigerma[sen 
frisch wehten, nur langsam Fortschritt machen. Nachdem jedoch auf die am 
19. Juli unweit 24,7° S-Br in 44,5° W-Lg angetroffene Stille ein rasch auf- 
frischender Ostwind gefolgt war, rückte man in rascherer Weise nach Süden 
hin vor. Indem dieser bei seinem Einsetzen von einem höchsten Barometer- 
stande von 772,3 mm begleitete Wind sich nach links veränderte, begann auch 
der Luftdruck zu sinken, bis derselbe schliefslich am 22. Juli in der Nähe von 
32° S-Br und 47° W-Lg mit 758,0 mm seinen niedrigsten Stand erreichte. 
Derselbe trat ein, als auf einen vorher wehenden stürmischen N-Wind kurze 
Stille folgte; und begann das Barometer erst dann, als dieser wieder von heftig 
stürmendem SW-Winde‘ verdrängt worden war, rasch zu steigen. Als dieser 
Sturm, ein Pampero, sich nach zwei Tagen gemäfsigt hatte, folgte wieder ein 
schwach einsetzender Ostwind, welcher, nachdem das Barometer einen höchsten 
Stand von 774,8 mm erreicht hatte, sich abermals langsam nach links veränderte. 
Am 28. Juli erfolgte dann unweit 29° S-Br in 52° W-Lg, bei einem allmählich 
auf 748,6 mm gesunkenen Barometerstande eine abermalige Veränderung des 
heftig stürmenden Windes, diesmal aber ohne vorhergehende Windstille, von 
N durch W nach SSW. Als auch dieser Wind, nachdem er zwei Tage stürmisch 
geweht hatte, ein Ende nahm, folgte wieder ein sich aus Windstille entwickelnder 
Östwind, und ein unweit 40° S-Br abgelesener höchster Lufturuck von 774,8 mm. 
Südlich von diesem Parallele bewegte der Wind sich nicht mehr in Drehungen 
nach links, und als derselbe nun nach einiger Zeit wieder westliche Richtung 
annahm, erfolgte dies durch eine Drehung nach rechts, ohne dafs dabei, 
obgleich der Luftdruck auf 747,8 mm gesunken war, der Wind stürmisch wurde. 
Bei frischem Westwinde überschritt „Frieda Grampp“ am 10. August in 
63,1° W-Lg den Parallel von 50° Süd. Auf dem Wege zu demselben war: 
30° S-Br in 45,2° W-Lg am 21. ‚Juli und 40° S-Br in’51,8° W-Lg am 2, August 
gekreuzt worden. Am 20. August umsegelte „Frieda Grampp“ das Kap St. John, 
und am 22. August befand sie sich in Sicht vom Kap Horn. Nachdem die 
Bark am 25. August in 57,2° S-Br die Länge dieses Vorgebirges überschritten 
hatte, rückte sie bei den zunächst angetroffenen, ungewöhnlich schwachen, 
wiederholt von Stillen unterbrochenen Winden bis zum 1. September nach 
57,5° S-Br in 73,5° W-Lg vor. Nach dieser Zeit traten anhaltende Gogenwinde, 
welche sehr häufig stürmisch wehten, auf, so dafs man infolge dessen nur in 
sehr langsamer Weise nach Westen hin vorrücken konnte. Die Bark wurde 
dabei nach Süden hin abgedrängt und hielt sich vom 5. bis zum 11. September 
selbst südlich von 60° S-Br auf, Erst am 19. September konnte „Frieda 
Grampp“ nach dem in 81,6° W-Lg überschrittenen Parallel von 50° Süd 
zurückkehren. Es waren damals nicht weniger als 40 Tage nach dem Abgange 
von 50° S-Br im Atlantischen Ocean verflossen. Auf dem letzten Reiseabschnitt 
traf die Bark auch noch eine verhälinifsmäfsig recht ungünstige Gelegenheit au. 
Es wehten dort wiederholt heftige NW-Winde, welche verursachten, dafs man 
nicht eher als bis zum 1. Oktober zum Hafen von Coronel gelangen konnte, 
Die Reise dahin war in 78 Tagen vollendet worden. Am 17. September, zwei 
Tage nach „Frieda Grampp“, hatte in 84,5° W-Lg die von Newcastle nach 
Portland bestimmte eiserne Bremer Bark „Fulda“ den Parallel von 50° Süd 
überschritten. Dieselbe hatte sich am 9. August in 40° S-Br und 51,6° W-Lg 
und am 18. August in 50° S-Br und 57,6° W-Lg befunden. Dieses östlich von 
den Falkland-Inseln passirende Schiff hatte später ebenso wie‘ „Frieda Grampp“ 
während der Zeit vom 23. bis 31. August ganz ungewöhnlich schwache Winde 
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