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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Oktober 1883. 
der Schoner auch am 7. Februar in 86,2° W-Lg von der südlichen zur nörd- 
lichen Halbkugel über. Um von 50° S-Br aus die Linie zu erreichen, waren 
26 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 40° S-Br in 
82,1° W-Lg am 18. Januar, 30° S-Br in 82,3° W-Lg am 23. Januar, 20°.S-Br 
in 83,2° W-Lg am 27. Januar und 10° S-Br in 83,6° W-Lg am 1. Februar über- 
schritten. In nördlicher Breite veränderte sich der Wind allmählich von SSE 
durch S nach SW und bald darauf nach NNW. Unweit 5°.N-Br in 90,2° W-Lg 
gerieth „Möve“ am 11. Februar in von Stillen unterbrochene Mallung, aus der 
sich schliefslich am 14, Februar, in geringer Entfernung von 5,8° N-Br. und 
93° W-Lg, der NE-Passat entwickelte. Von diesem unweit 15° N-Br noch 
wieder für mehrere Tage durch Stille und Mallung gestörten Winde wurde der 
über B. B.-Bug segelnde Schoner bis zum 26. Februar nach 18° N-Br in 
112,2° W-Lg geführt. In der Nähe dieses Punktes wurde bei dem so weit 
nördlich gelaufenen Winde, dafs bei ihm über St. B.-Bug ein Ostkurs eingehalten 
werden konnte, gewendet und ostwärts gesegelt, bis man endlich am 8, März 
in Sicht des Bestimmungshafens gelangte. In nördlicher Breite des ‚Stillen 
Oceans, wo’ man 29 Tage verbracht hatte, war: 10° N-Br in 111,6° W-Lg am 
17. Februar und 20° N-Br in 110° W-Lg am 2. März gekreuzt worden. 
Am 18. Mai trat „Möve“ von Altata aus die Rückreise nach einen eng- 
lischen Orderhafen an. Leichte unbeständige Winde, deren Richtung vor- 
wiegend eine nordnordwestliche war, begleiteten das Schiff auf seiner nach 
Süden gerichteten Fahrt, bis es am 31. Mai nach 8° N-Br in 109,5° W-Lg ge- 
kommen war. Unweit dieses Punktes veränderte sich der, für kurze Zeit zum 
ganz leisen Zuge herabgesunkene Wind nach SSW und gewann dann bald 
wieder gröfsere Stärke. Nachdem dieser südwestliche Wind später auch noch 
wieder von Mallung und Stille unterbrochen worden war, stellte sich endlich 
am 5. Juni, in der Nähe von 5,3° N-Br in 107° W-Lg, der SE-Passat ein, 
welcher „Möve“ bis zum 9. Juni zu der in 118,6° W-Lg überschrittenen Linie 
führte. Es waren bis dahin 22 Tage nach dem Autritt der Reise vergangen. 
Während dieser Zeit hatte man: 20° N-Br in 108,8° W-Lg am 22. Mai und 
10° N-Br in 110° W-Lg am 30. Mai gekreuzt. In südlicher Breite begleitete 
der Passat den Schoner bis nach 23,5° S-Br in 121,5° W-Lg. In der Nähe 
dieses Punktes schien am 19. Juni seine polare Grenze zu liegen, denvo der 
Wind veränderte sich dort nach NE, und vollendete derselbe während der 
nächsten 5 Tage zwei Rundläufe nach links um den ganzen Kompafs. Nach- 
dem dieselben ausgeführt worden waren, hielt sich der Wind für längere Zeit 
im westlichen Halbkreise. Der Fortgang der Reise wurde infolge dessen ein 
ununterbrochen günstiger, und ohne dafs sich ferner Nennenswerthes ereignet 
hätte, gelangte „Möve“ bis zum 13. Juli zu dem in 57,6° S-Br überschrittenen 
Meridian des Kap Horn. Von dem Schiffe war während der 34 Tage, welche 
es bis dahin in südlicher Breite zugebracht hatte, 10° S-Br in 119,5° W-Lg 
am 13. Juni, 20° S-Br in 121,5° W-Lg am 18. Juni, 30° S-Br in 118,6° W-Lg 
am 23. Juni, 40° S-Br in 110° W-Lg am 28. Juni und 50° S-Br in 91° W-Lg 
am 7. Juli gekreuzt worden. | 
Im Atlantischen Ocean wurde „Möve“ ebenfalls zunächst noch von an- 
haltenden Westwinden begünstigt, bei denen sich eine im allgemeinen be- 
friedigende Fahrt erzielen lief. An mehreren Tagen war dieser Wind freilich 
nur sehr schwach, und an einem Tage, dem 26. Juli, wehte derselbe in geringer 
Entfernung von 37° S-Br und 39° W-Lg als heftiger Sturm. Derselbe begann 
schon am Tage vorher aus nordöstlicher Richtung, nahm dann plötzlich bis zum 
ganz leisen nördlichen Zuge ab, um bald hernach aus WNW in orkanartiger 
Stärke wieder hereinzubrechen. Als dieser Sturm sich gemäfsigt hatte, blieb 
der Wind noch für längere Zeit westlich, und nachdem später zwischen 24° 
und 22° S-Br für mehrere Tage nordnordöstliche Winde beobachtet worden 
waren, stellte sich endlich am 9. August, in geringer Entfernung von 22° S-Br 
und 29,5° W-Lg, der SE-Passat ein. Dieser kräftig wehende Wind führte 
den Schoner bis zum 17. August zu der in 30,5° W-Lg überschrittenen Linie. 
„Möve“ hatte die zwischen Kap Horn und Aequator liegende Strecke in 
35 Tagen vollendet, und auf derselben: 50° S-Br in 50° W-Lg am 19. Juli, 
40° S-Br in 39,7° W-Lg am 24. Juli, 30° S-Br in 33° W-Lg am 31. Juli, 
20° S-Br in 29,8° W-Lg am 10. August und 10° S-Br in 30.5° W-Lg am 
13. August gekreuzt. 
Ann. d. Hydr. ote., 1884, Haft IL 
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