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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Oktober 1883. 
Am 5. April wurde der Zehn Grad Kanal passirt, und am Morgen des 10. April 
in der Nähe der Rangoon-Flufsmündung geankert, Es waren damals 77 Tage 
nach der Abreise vom La Plata vergangen. Der Mitsegler „Constanze“, welcher 
als westlichsten Punkt am 1. April 10,3° N-Br in 89,5° O-Lg erreicht und sich 
am 5. April io Sicht von der in der Andamanen-Gruppe liegenden Insel Klein 
Coco befunden hatte, erblickte China Buckeer Feuer am 8. April. . 
Nachäem „Hermes“ in Rangoon beladou worden war, wurde am 27. April 
Jie Rückreise nach London angetreten. Der auf Sec zunächst angetroffene, 
mäfsige NW-Wind sank am 3. Tage der Reise zum leisen, oft von Stillen unter- 
brochenen, Zuge herab und veränderte sich daun nach südlicher Richtung. 
Bei für einen Tag wehendem, etwas frischerem SSE -Winde passirte „Hermes“ 
am 6. Mai den Zehn Grad Kanal in ziemlich rascher Weise, während westlich 
von demselben die Fahrt infolge dort wieder auftretender ganz leichter süd- 
westlicher Briese und häufiger Windstille, einen sehr langsamen Verlauf nahm. 
Erst am 22. Mai konnte man bis zum Aequator in 92,7° O-Lg gelangen. An 
demselben Tage ging in 92° O-Lg auch der Mitsegler „Constanze“ von nörd- 
licher in südliche Breite über. Dieses Schiff, welches am 28. April von Rangoon 
aus in Sce gegangen war, hatte sich am 9. Mai in Sicht von Car Nikobar und 
am 13. Mai von Pulo Brass befunden, In ‚südlicher Breite gewann „Hermes“ 
bei der dort herrschenden, leichten, südöstlichen Briese einen Vorsprung gegen 
„Constanze“, su dafs, als bei der am Mittage des 25. Mai in 4,9° S-Br und 
90,4° O-Lg stehenden Bark sich der schwach beginnende SE-Passat einstellte, 
das Vollschiff sich noch in 2,9° S-Br und 90,3° O-Lg befand. Dieses traf den 
Passat am 28, Mai in geringer Entfernung von 6° S-Br und 86,8° O-Lg an. 
Der nur bis nach 15,5° S-Br kräftig auftretende Passat begleitete „Hermes“ bis 
nach 22° S-Br in 63° O-Lg. Als der Wind sich in geringer Entfernung von 
diesem Punkte am 6. Juni nach NNE veränderte, geschah dasselbe bei einem 
Barometerstande von 763,5 mm, während 3 Tage vorher unweit 19° S-Br ein 
höchster Stand von 771,0 mm beobachtet worden war. „Constanze“ war zu der 
in 18,5° S-Br und 655° O-Lg liegenden polaren Passatgrenze schon am 
4. Juni gelangt. Nachdem der Wind sich bei „Hermes“ gleich südlich vom 
Passatgebiet durch N nach W verändert hatte, hielt er sich wieder für längere 
Zeit in südlicher Richtung, und als er später noch einmal einen Rundlauf nach 
links ausführte, durcheilte er ebenfalls die nördlichen Striche rasch und kehrte 
bald nach dem südöstlichen Viertel zurück. Man konnte unter diesen Ver- 
hältnissen, obgleich die Windstärke im Allgemeinen unerwünscht schwach war, 
doch in einigermafsen rascher Weise nach Westen vorrücken. Kin längerer 
Aufenthalt wurde erst durch die westlich von 22° O-Lg auftretenden oft stür- 
mischen Westwinde verursacht, so dals dort nicht weniger als 9 Tage er- 
forderlich waren, um 5 Längengrade zurückzulegen. Am 9. Juli gelang es bei 
frischem NW-Winde die Länge der Kapstadt zu erreichen, und am 16. Juli 
kehrte die Bark zurück zu dem in 10,1° O-Lg überschrittenen Parallel von 
30° S. Es waren damals 23 Tage verflossen, seit man dieselbe Breite im 
Indischen Ocean verlassen hatte. Während der Fahrt über dieses Meer war: 
10° S-Br in 87° O-Lg am 28. Mai, 20° S-Br in 68° O-Lg am 4. Juni und 
30° S-Br in 37° O-Lg am 23. Juni; wie 90° O-Lg in 6,7° S-Br am 26. Mai, 
60° O-Lg in 22,8° S-Br am 8. Juni und 30° O-Lg in 33,8° S-Br am 26, Juni 
gekreuzt worden. Der Mitsegler „Constanze“, welcher sich am 26. Juni mittags 
in 35,8° S-Br und 22,5° O-Lg befunden hatte, während gleichzeitig „Hermes“ 
in 34,2° S-Br und 28,9° O-Lg stand, der am 30. Juni zur Länge der Kapstadt 
gelangt war, hatte 30° S-Br in 14,8° O-Lg am 3. Juli überschritten. ; 
Im Südatlantischen Ocean stellte sich bei „Hermes“ der SE-Passat erst 
am 22. Juli in der Nähe von 22,5° S-Br und 2° O.Lg ein. Der Wind war 
schon vorher südöstlich gewesen, doch wurde er wiederholt von westlicher 
Mallung unterbrochen, und herrschte derselbe erst nördlich von jenem Punkte 
in beständiger Weise. Kurze Zeit nach dem Einsetzen. des Passats wurde ein 
höchster Barometerstand von 774,2 mn beobachtet. „Constanze“ hatte die po- 
lare Passatgrenze gleich nördlich von 30° S-Br angetroffen. Von dem bis nach 
3° S-Br in mäfsiger Stärke wehenden Passate wurde „Hermes“ bis zum 
3. August zu dem in 21,8° W-Lg überschritfenen Aequator geführt. Um zu 
demselben von 30° S-Br ab zu gelangen, waren 18 Tage erforderlich. gewesen: 
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