Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Oktober 1883, 101
Während der Zeit, in welcher die erforderliche Länge zurückgelegt wurde, be-
rührte „Adolph“ am 23. Dezember als südlichsten Punkt 45,1° S-Br in 49° O-Lg.
Es geschah jenes bei vorherrschend aus westlicher und nördlicher Richtung
kommenden Winden, die so wenig stürmisch waren, dafs kaum eine gröfsere
Windstärke als 7 beobachtet wurde, An mehreren Tagen herrschte sogar nur
ganz flaue Briese, und in einem Falle war der Wind sogar zur Stille herab-
gesunken. Am 30. Dezember, dem 20. bis dahin in östlicher Länge zugebrachten
Tage, kreouzte „Adolph“ in 40° S-Br den Meridian von 80° 0. Der Mitsegler
„Melpomene“ gelangte zur selben Länge in 38,2° S-Br am 8. Januar 1883. Den
Weg zum Passatgebiet legte „Adolph“ gröfstentheils bei mäßlsigem Westwinde
zurück, und’ aus solchem entwickelte sich auch am 4. Januar, in etwa 34,8° S-Br
und 96,5° O-Lg, der SE-Passat, ohne dafs vorher Störung irgend welcher Art
angetroffen wurde. Man beobachtete in der Nähe jenes Punktes einen auf
771,4 mm gestiegenen Barometerstand. Der gleich sehr kräftig einsetzende,
in sieben auf einander folgenden Wachen dem Schiffe einmal eine Fahrt von
296 Sm verleihende Passat wurde nördlich von 22° S-Br schwächer, und
schliefslich veränderte sich der Wind, nachdem er den „Adolph“ bis zum
14. Januar nach 12° S-Br begleitet hatte, durch S nach SSW und nahm dann
allmählich bis zum ganz leisen Zuge ab. Bei solchem gelangte die Bark am
17. Januar in Sicht der Sandelwood-Insel. Es waren damals nicht mehr als
82 Tage nach der Abreise vom Kanal verflossen. Während dieser Zeit hatte
man: 30° S-Br in 103,6° O-Lg am 6. Januar und 20° S-Br in 110,5° O-Lg am
10. Januar gekreuzt. Die bis dahin so aufserordentlich günstige Reise des
„Adolph“ wurde durch die nach dem 17. Januar angetroffenen Verhältnisse in
einer ganz ungewöhnlichen Weise verzögert. In dem von hohen gebirgigen
Inseln umgebenen, zur Ombay-Passage führenden Meerestheile herrschten derart
flaue Winde, und besonders lief dort eine solch starke, in 14 Tagen einen
Gesammtbetrag von nicht weniger als 460 Sm erreichende südwestliche Strömung,
dafs. „Adolph erst am 4. Februar die Molukken-See erreichen konnte. Sobald
man einmal in dieser war, nahm die Reise auch wieder einen rascheren Verlauf;
die dort angetroffenen mäfsigen NW-Winde führten die Bark bis zum 6, Februar
in Sicht von der Insel Burw und am 9. Februar zu dem in 129° O-Lg über-
schrittenen Aequator. In nördlicher Breite hatten die dort herrschenden
mäfsigen Winde bis nach 2,5° N-Br in 132° O-Lg nordwestliche Richtung;
während nördlich von diesem Punkte, wo an einem Tage leiser Zug und Stille
beobachtet wurde, der sich allmählich entwickelnde NE-Monsun einsetzte. Der-
selbe führte „Adolph“ bis zum 23, Februar in Sicht der Insel Balingtan und
bis zum 25. Februar zum Hafen von Hongkong. Zur Vollendung der Reise
waren von Lizard ab 121 Tage erforderlich gewesen. In nördlicher Breite hatte
man: 5° N-Br in 134° O-Lg am 15. Februar, 10° N-Br in 131° O-Lg am 19. Fe-
bruar und 15° N-Br in 127,5° O-Lg am 21. Februar gekreuzt. Am 10. März
orreichte die von Cardiff herkommende Bark „Adele“ den Hafen von Hongkong.
Dieselbe hatte 50° N-Br am 25. Oktober 1882, den Aequator in 31° W-Lg am
30. November, 0° Länge in 40,2 S-Br am 25. Dezember und 80° O.Lg in
42,5° S-Br am 14, Januar verlassen. Nachdem dieses für die Allas-Strafse
steuernde Schiff das Passatgebiet durchsegelt hatte, gelangte es am 8. Februar
in Sicht der Inseln Lombock und Sumbava, Aw 9. Februar wurde ein Anker-
platz in jener Strafse erreicht, auf dem „Adele“ einen Tag verbrachte, um das
Schiff von einer starken Schlagseite zu befreien. In der am 10. Februar be-
tretenen Java-See beschlofs Kapt. Logemann in Folge des dort angetroffenen
stürmischen NW-Monsuns nicht durch die Salayer-Stralse zu gehen, sondern in
geringer Entfernung von der Nordküste von Flores nach Osten zu steuern, und
auf diesem Wege die Molukken-See zu erreichen. Nachdem dieses geschehen,
fand man in diesem Meerestheile einen schwächeren NW-Monsun, der die Bark
bis zum 15. Februar in Sicht von Burw und bis zum 20. Februar zur Linie in
129,5° O-Lg führte. Am 27. Februar war „Adeles“ Schiffsort 10° N-Br in
129,9° O-Lg. Noch ein anderer Mitsegler, die von Hamburg nach Manila be-
stimmte Bark „Varuna“, welche den Kanal am 20, September 1882 verlassen
hatte, sichtete die Sandelbosch-Insel am 6. Januar 1883. Am 12. Januar
passirte „Varuna“ die Ombay-Passage, am 20. Januar ging diese Bark in
129° O-Lg von der südlichen zur nördlichen Halbkugel über, am 29. Januar