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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Oktober. 1883. 
20. Februar ums6gelte „Johann Hinrich“ bei stürmischem Nordwinde die Ost- 
spitze der Staaten-Insel und versuchte das Schiff dann gegen den bald nach 
West umgelaufenen Wind Länge gut zu machen, Dieses fiel aber, da die Winde 
sehr häufig stürmisch wehten und ihre Richtung nur verhältnifsmäfsig selten 
eine hoch nördliche ‚oder südliche war, schwer und häufig ging die mühsam ge- 
wonnene Länge wieder verloren. Am 25. Februar wurde das Kap Horn ge- 
sichtet, und am 2. März peilte man es in nahezu derselben Entfernung und 
Richtung wieder. Während eines orkanartigen Weststurmes, den der Schoner 
am 6. März in der Nähe von 58° S-Br und 67° W-Lg überstand, erreichte das 
Barometer einen niedrigsten Stand von 710,7 mm. 
Am 27. März, nicht weniger als 36 Tage später, nachdem derselbe 
Parallel im Atlantischen Ocean verlassen worden war, kehrte „Johann Hinrich“ 
in 80,4° W-Lg zurück nach 50° S-Br. Der Meridian des Kap Horn war in 
58,8° S-Br- am 8. März geschnitten worden. Am 1. April, ö Tage nach 
„Johann Hinrich“, erreichte in 81,2° W-Lg die eiserne, von Liverpool nach 
Talcahuano bestimmte Bark „Dione“ den Parallel von 50° Süd. Dieses Schiff, 
welches die Linie in 27,4° W-Lg am 4. Februar verlassen ‘hatte, war nach 50° 
S-Br in 64,2° W-Lg am 16. März und in Sicht des Kap St. John am:20. März 
gelangt. Bei der Umsegelung des Kap Horn beobachtete dasselbe an mehreren 
Tagen Windstille, an 5 Tagen östlichen Wind und nur einen sich am 31. März 
ereignenden Weststurm. Dieses Schiff legte die zwischen Staaten - Land 
und 50° S:Br im Stillen Ocean liegende Entfernung in 12 Tagen zurück, Den 
letzten nördlich von 50° S-Br liegenden Reiseabschnitt vollendete „Johann 
Hinrich“ bei westlichen und südlichen Winden, bis es schliefslich am 3. April 
gelang, den Hafen von Talcahuano zu erreichen. Zur Vollendung‘ der Reise 
waren 99 Tage erforderlich gewesen. 
Von Talcahuano aus versegelte „Johann Hinrich“ nach Arica. Es wurde 
diese Reise am 7. Mai angetreten und bis zum 19. Mai vollendet. Nachdem 
der Schoner später auch noch nach Pisagua gesegelt war und dort eine für 
Hamburg bestimmte Ladung erhalten hatte, trat derselbe am 2. Juli die Heim- 
reise an. Er segelte bei dem auf See angetroffenen Passat. bis zum 9.- Juli 
gech 26,8° S-Br in 81,7° W-Lg, wo durch das Umlaufen des Windes nach SW 
je polare Passatgrenze angezeigt wurde. Südlich von derselben gewährten 
westliche Winde zunächst eine erwünschte Gelegenheit zur weiteren Förderung 
der Reise. Nachdem man jedoch am 21. Juli 50° S-Br überschritten hatte, 
stellten sich ‘östliche und nördliche Winde ein, die weniger günstig waren und 
mußte man bei diesen die übrige Strecke bis zum Kap Horn zurücklegen. 
Am 27. Juli, dem 25. nach dem Antritt der Reise verflossenen Tage, 
überschritt „Johann Hinrich“ bei frischem NE-Winde die Länge jenes Vor- 
gebirges. Auf dem Wege zu demselben war: 30° S-Br in 81,3° W-Lg am 
11. Juli, 40° S-Br in 86,5° W-Lg am 15. Juli und 50° S-Br in 81,8° W-Lg am 
21. Juli gekreuzt worden. Durch die schon erwähnten, auch im Atlantischen 
Ocean noch anhaltenden, nördlichen und östlichen Winde. wurde das Schiff so 
ungewöhnlich weit nach Süden hin verdrängt, dafs dasselbe infolge dessen 
am 29. Juli, unweit 59° S-Br und 61,5° W-Lg, in Sicht von Eisfeldern und 
Treibeis gerieth. Die Wassertemperatur, welche in diesem Falle schon bevor 
das- Eis gesichtet wurde unter den Gefrierpunkt gesunken war, warnte recht- 
zeitig vor der drohenden Gefahr. Nach dem 29. Juli herrschten für längere 
Zeit nördliche und westliche Winde, bei denen sich ein befriedigend. rascher 
Fortgang erzielen ließ. Eine abermalige Verzögerung wurde durch die zwischen 
29° und 25,5° S-Br auftretenden mälßig starken Nordwinde bewirkt, und nahm 
erst bei dem sich am 23. August in geringer Entfernung von 24,6° S-Br und 
28° W-Lg einstellenden SE-Passat die Reise wieder ‘einen rascheren Verlauf. 
Der sich aus kurzer, bei einem Barometerstande von 771,8mm herrschender, 
Stille entwickelnde; nördlich von 21° S-Br recht kräftig wehende Passat führte 
den Schoner bis zum 1. September zu der in 28,1° W-Lg überschrittenen 
Linie. Das Schiff hatte die zwischen Kap Horn und Aequator liegende Strecke 
in 36 Tagen vollendet, und während dieser Zeit: 50° S-Br in 484° W-Lg am 
5. August, 40° S-Br in 33,8° W-Lg am 11. August, 30° S-Br in 30° W-Lg am 
16. August, 20° S-Br in 29° W-Lg am 26. August und 10° S-Br in 29° W-Lg 
am 29. August gekreuzt. 
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