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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

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Eingänge‘ von meteorologischen Journalen ete., Oktober 1883. 
Nachdem die gewünschten Erfrischungen erhalten waren, setzte „Niagara“ 
am 47, Juni die unterbrochene Reise fort. Anhaltende kräftige westliche und 
südliche Winde begünstigten dieselbe zunächst in solcher Weise, dal der 
Schiffsort am 26. Juni 38,5° S-Br in 30° W-Lg war. Nördlich von diesem 
Punkte, wo der südliche Wind in kurze Stille übergegangen war, herrschten 
nordwestliche und nördliche Winde vor, und nachdem später zwischen 30° und 
22,5° S-Br eine Wache hindurch ganz schwache südöstliche Briese beobachtet 
worden war, gelang es endlich, am 12. Juli die unweit 20,5° S-Br und 25,5° 
W-Lg liegende polare Passatgrenze zu erreichen. Der seit einem Tage aus 
westlicher Richtung wehende Wind veränderte sich dort durch S nach SE und 
wurde Passat. Der beim Einsetzen desselben auf 769,5 mm zeigende Luftdruck 
hatte unweit 23° S-Br einen höchsten Stand von 772,8 mm erreicht gehabt. 
Von dem bis nach 4° S-Br hin recht kräftig wehenden Passate wurde „Niagara“ 
bis zum 21. Juli zu dem in 27,4° W-Lg überschrittenen Aequator geführt. Um 
zu letzterem von Port Stanley aus zu gelangen, waren 34 Tage erforderlich 
gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 50° S-Br in 53,5° W-Lg am 
18. Juni, 40° S-Br in 31,7° W-Lg am 25. Juni, 30° S-Br in 25° W-Lg am 
3. Juli, 20° S-Br in 25,7° W-Lg am 12. Juli und 10 S-Br in 26,7° W-Lg am 
16. Juli gekreuzt. Der Passat, welcher in südlicher Breite zuletzt nur noch in 
sehr geringer Stärke geherrscht hatte, gewann nördlich vom Aequator wieder 
gröfsere Stärke und veränderte sich dann allmählich durch S nach SW und W. 
Als die Bark bis zum 26. Juli nach 9,2° N-Br in 26,7° W-Lg vorgerückt war, 
gerieth sie in leichte, oft von Stillen unterbrochene, westliche Mallung, und als 
man mit deren Hülfe bis zum 28. Juli nach 10,5° N-Br in 27° W-Lg gekommen 
war, wurde mit der Führung des meteorologischen Journals eingehalten. Die 
Bark erreichte schliefslich am 19. September den Hafen von Falmouth. 
12. Reise des Hamburger Dreimastschoners „Johann Hinrich‘, Kapt. N. Meyer. 
Am 26.December 1882 verliels der Dreimastschoner „Johann Hinrich“ 
den Hafen von Newyork, um nach Talcahuano zu segeln. Frische NW-Winde, 
bei denen die Reise angetreten wurde, blieben, wenn später auch in geringerer 
Stärke auftretend, für längere Zeit vorherrschend und führten, ohne dafs eine 
nennenswerthe Störung erfolgte, das Schiff bis zum 10. Januar 1883 nach 24,5° 
N-Br in 35,3° W-Lg. In der Nähe dieses Punktes veränderte sich der Wind, 
bei einem auf 169,0 mm gestiegenen Barometerstande, durch N nach NNE und 
wurde Passat. Bei diesem frischen und beständigen Winde nahm die Reise 
dann einen ferneren günstigen Verlauf, und trat nicht eher eine Unterbrechung 
in der Fahrt ein, als bis das Schiff sich am 18. Januar in 3,8° N-Br und 25,1° 
W-Lg befand. Zur Ueberschreitung des hier erreichten Stillengürtels waren 
2 Tage erforderlich; nach Verlauf derselben stellte sich unweit 2,7° N-Br in 
26° W-Lg der SE- Passat wieder ein, bei dem das Schiff bis zum 21. Januar 
zu der in 29,7° W-Lg gekreuzten Linie segelte. Es waren damals 26 Tage 
nach dem Antritt der Reise verflossen. Während dieser Zeit hatte man: 30° 
N-Br in 42,5° W-Lg am 6. Januar, 20° N-Br in 32,4° W-Lg am 12. Januar 
und 10° N-Br in 28,3° W-Lg am 15. Januar geschnitten. 
Im Südatlantischen Ocean dehnte sich für „Johann Hinrich“ das Gebiet 
des, nur bis nach 13° S-Br kräftigen, Passats nicht weiter als nach 14,8° S-Br 
in 33,9° W-Lg aus. In der Nähe dieses Punktes veränderte sich der für kurze 
Zeit schwache Wind nach NE, um sich dann längere Zeit in diesem Viertel zu 
halten. Nachdem später eine unregelmäfßsige Drehung durch den westlichen 
Halbkreis vollendet worden war, wehte der Wind südlich von 28° S-Br wieder 
(ür. längere Zeit aus dem östlichen Halbkreise. Westliche Winde wurden auf 
dem ganzen Wege zum Parallel von 50° Süd kaum angetroffen. Bei den herr- 
schenden östlichen und nördlichen Winden liefßs sich überall ein befriedigend 
rascher Fortgang erzielen, und bei mäfsigem Nordwinde gelangte das Schiff 
auch am 19. Februar zu dem in 64° W-Lg überschrittenen Parallel von 50° Süd. 
Um zu demselben von der Linie aus zu gelangen, waren 29 Tage erforderlich 
gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 325° W-Lg am 
25. Januar, 20° S-Br in 34,5° W-Lg am 30. Januar, 30° S-Br in 44,3° W-Lg 
am 7. Februar und 40° S-Br in 54,6° W-Lg am 12. Februar gekreuzt. Am
	        
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