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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Oktober 1883, 
9. Januar 1883 überstand „Niagara“ in der Nähe von 15° N-Br und 95,7° 
W-Lg einen sehr heftigen NE-Sturm, ohne dafs dabei der Luftdruck eine 
nennenswerthe Abnahme erfuhr. Nachdem dieser Sturm sich gemäfsigt hatte, 
herrschten für längere Zeit ganz schwache, unbeständige Winde, die oft von 
Stillen unterbrochen wurden. Durch dieselben wurde die Vollendung des letzten 
Reiseabschnitts noch in solcher Weise verlängert, dafs erst am 17. Januar der 
Bestimmungshafen erreicht werden konnte. Zur Zurücklegung der Reise waren 
30 Tage erforderlich gewesen. 20° N-Br war in 106° W-Lg am 23, Dezember 
gekreuzt worden. Die angetroffene Strömung hatte bis nach 14,5° N-Br in 
95,5° W-Lg hin vorherrschend eine südöstliche Richtung gehabt, während in 
der Nähe der Küste meistens SW-Strom beobachtet worden war. 
Am 18, März verliefßs „Niagara“ auch Salina Cruz wieder, um nach 
einem englischen Orderhafen zurückzukehrev. Nachdem die offene See erreicht 
worden war, suchte man bei dem dort angetroffenen ganz schwachen westlichen 
Winde nach Süden hin vorzurücken. Als die Bark bis zum 25. März nach 
11,5° N-Br in 96° W-Lg gelangt war, stellte sich leichte nordöstliche Briese 
ein, bei welcher der Fortgang etwas günstiger wurde, dagegen verursachten 
die südlich von’ 4° N-Br auftretende Mallung und Stille eine längere Ver- 
zögerung. Bei leichter Mallung wurde auch am 10. April in 97° W-Lg der 
Aequator überschritten. Auf dem Wege zu diesem Punkte war 10° N-Br in 
95,6° W-Lg am 27. März gekreuzt worden. 
Auch in südlicher Breite herrschte zunächst noch Stille und Mallung. 
Die letztere hatte hier jedoch vorherrschend eine südöstliche Richtung und 
nachdem man bei derselben bis zum 15. April nach 3,7° S-Br in 101,5° W-Lg 
vorgerückt war, entwickelte sich aus derselben der SE - Passat. Nach dem 
Einsetzen desselben nahm die Reise, obgleich der Wind nur auf der zwischen 
4° und 11,5° S-Br liegenden Strecke einigermafsen frisch wehte, einen mehr 
befriedigenden Verlauf, Derselbe begleitete die Bark, bis sie am 30, April 
nach 26,5° S-Br in 117,5° W-Lg gelangt war, einem Punkte, in dessen Nähe 
sich der Wind, bei auf 765,7 mm gestiegenem Barometerstande, nach NE ver- 
änderte. Einen Tag später, nachdem er diese Richtung angenommen hatte, 
drehte derselbe durch N nach W, und als er sich mehrere Tage im westlichen 
Halbkreise gehalten hatte, lief er durch S nach E zurück, um heftig wehend 
und bei steigendem Barometerstande sich mehrere Tage im östlichen Halbkreise 
zu halten. Die ganze zwischen 35° S-Br in 112,5° W-Lg und 43° S-Br in 
116° W-Lg liegende Strecke wurde von „Niagara“ bei gröfstentheils ' stür- 
mischem Ostwinde zurückgelegt. Als in der Nähe dieses letzteren Punktes der 
Ostwind am 15. Mai bis zum ganz leisen Zuge abnahm, hatte der Luftäruck 
einen höchsten Stand von nicht weniger als 781,4 mm erreicht. Nachdem sich 
am 16. Mai endlich Westwind eingestellt hatte, begann das Barometer zu fallen 
und die Reise nahm bei dem von nun an oft stürmisch auftretenden Winde 
einen rascherem Verlauf, Eine längere Unterbrechung fand wieder statt, nach- 
dem 70° W-Lg schon überschritten worden warn „Niagara“ traf dort zuerst 
wieder Stille und leichte Mallung und nach dieser einen, mehrere Tage an- 
haltenden wiederholt stürmisch wehenden, Ostwind. | 
Bei nordöstlichem Winde wurde auch am 2. Juni die Länge des Kap 
Horn überschritten. Der 2. Juni war der 53. bis dahin in südlicher Breite 
zugebrachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 107° W-Lg 
am 18, April, 20° S-Br in 114,7° W-Lg am 26. April, 30° S-Br in 116,5° W-Lg 
am 2, Mai, 40° S-Br in 115,3° W-Lg am 12. Mai und 50° S-Br in 101° W-Lg 
am 21. Mai gekreuzt. In der Nähe des Aequators war dieses Mal keine auf- 
fallend niedrige Wassertemperatur beobachtet worden. Die unweit 2° N-Br 
28,8° C. betragende Wasserwärme war in der Nähe der Linie auf 27,6° C. ge- 
sunken und betrug unweit 1° S-Br wieder 28,5° C. Im Atlantischen Ocean 
verzögerten die dort zunächst angetroffenen Ostwinde die Fahrt bedeutend. 
Man konnte erst wieder rascher vorrücken, nachdem sich am 8, Juni unweit 
54,5° S-Br in 61° W-Lg frische Westwinde eingestellt hatten. Bei diesen liefßs 
Kapt. Kuhlmann, da ein grofßser Theil seiner dringend der Erfrischungen be- 
dürftigen Mannschaften erkrankt war, Kurs für Port Stanley steuern. Am 
12, Juni wurden die Falkland-Inseln erblickt und am Nachmittage desselben 
Tages im Hafen von Port Stanley goankert. 
Ann. d. Hydr. etc., 1884, Hoft IL
	        
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