accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

78 
Weyer: Bestimmung de« Beobaclttutigsories etc. 
Wcrtlio von x uöthig ist. Man findet diese Formel nicht immer richtig an 
gegeben. In Brünnow’s Sphär. Astrou., Berlin 1851, p. 275, 2. Aull. 1862, 
p. 315, ist beide Male durch ein Versehen der Faktor sin* Q ausgelassen. 
In einigen andere» Lehrbüchern ist zuweilen das Vorzeichen verwechselt 
(Francoeur, Dubois), welches doch nur als Korrektion der Zenithdistanz 
entgegengesetzt werden könnte. — Als Beispiel zur Anwendung in einem für 
Graham’s Regel sehr ungünstigen Falle sei h = 80°, die Peilung der Sonne 
S'/'aW, der Kurs des Schiffes West (rechtweisend) mit 118 Seemeilen Fahrt — R. 
so ist Q = 7Vs Strich ~ 82° 22,5', und damit wird vollständig: 
bi — h = -f- 11,6' — 11,3' = 4- 0,3', also bi = 80° 0,3'. 
Nach der jetzt sehr allgemein üblich gewordenen kurzen Regel von 
Graham hätte man also in diesem ausgesucht ungünstigen Falle die Reduktion 
11,3' zu grofs, In = 80° 11,6' gefunden, während die früher gebräuchliche un 
vollständige Regel von Douwes hier das richtige Resultat für die Breite durch 
alleinige Korrektion der verflossenen Uhrzeit gegeben haben würde, da keine 
Breiten Veränderung des Schiffes stattfand. In einer älteren Schrift von 
P. N. Krüsg, „Auflös. der Aufg., die wahre Breite auf der See zu finden durch 
2 Höhen“ n. s. w., findet sich schon eine Tafel als (zweite) Korrektion beim 
Reduciren der ersten Höhe auf den zweiten Ort, freilich nur für den speciellen 
Fall, wenn der Winkel zwischen Peilung und Kurs ein rechter ist. 
Borda 14 ) verbesserte die verflossene Zeit nach der Regel von Douwes 
und berücksichtigte schliefslich die Breiten Veränderung des Schiffes bei seiner 
Anwendung der regula falsi, welche also zu den indirekten Auflösungen der 
Aufgabe gehört. Ganz unpraktisch weitläufig aber rnufste es erscheinen, dafs 
Kluge 1 (Berlin. Ästr. Jahrb. 1". 1798, p. 181) zur Berücksichtigung der Orts 
veränderung des Schiffes vorschlug, ans der angenommenen Breite am ersten 
Orte mit der Höhe und Deklination den Zeitwinkel zu berechnen, diesen Zeit 
winkel wegen der Längenveränderung auf den zweiten Ort zu reduciren, und 
daraus mit der Breite und Deklination eine neue Höhe zu berechnen, welche 
statt der zuerst beobachteten Höhe zu nehmen sei. Das zeigt also, wie das 
schätzbare einfache Verfahren von Graham, dessen man sich heute bedient, 
gar nicht so leicht zu finden war. Suaner erledigte bei seiner indirekten 
Methode die Ortsveränderung des Schiffes durch Konstruktion in der Karte, 
indem er seine Positionslinie, parallel mit sich selbst, so weit verschob, wie 
Kurs und Distanz in der Zwischenzeit es erfordertem (Sumuer: „New Method 
of finding a Ship’s Position“, Boston 1845, p. 19.) 
7. System der nautischen Astronomie von Maupertuis. Ilerbeizieliuiig aller astrono 
mischen Hülfsmittel zur Bestimmung der geographischen Lage des Schiffes als eines 
beweglichen Observatoriums. Versncli mit rein algebraischen Bezeichnnngs- und Auf* 
löswngsformcn für trigonometrische Gleichungen, die sich aus der orthograplüsehen 
Projektion entnehmen lassen, zur Terdriiiigung der sphärischen Trigonometrie. 
Die „Astronomie nautique“ von Maupertuis erschien zuerst im Jahre 1745, 
und 6 Jahre später unter dem Titel: „Astronomie nautique, ou elemens d’Astro- 
uomie. 'Fant pour un Obsorvatoire fixe, que pour un Observatoire mobile“. Par 
M. de Maupertuis. Seconde ddition, Paris 1751. Der Verfasser giebt darin 
eine übersichtliche und streng systematische Behandlung der Aufgaben der 
nautischen Astronomie, wie sie vorher in solcher Weise nicht vorhanden war. 
lieber die Absicht desselben, alle gelegentlichen astronomischen Mittel heran- 
zuzielien, welche dem Navigateur zur Ortsbestimmung des Schiffes, als eines 
beweglichen Observatoriums dienen können, verbreitet sich schon die ansprechend, 
mit französischer Eleganz geschriebene längere Vorrede. 15 ) In Erwägung der 
,4 ) Description et usage du cercle de réflexion, Paris 1787, 1816, p. 60. 
**) Dasselbe Ziel, unter Anwendung der modernen Hülfemittel, verfolgt bekanntlich auch die 
-.Koutclle Navigation astronomique“ von Y. Viltart-t-aii und A. de Magnae, Paris 1877. — Für 
Landexpedittonen hatte d’Abbadie auf seinen Reisen einen ähnlichen Plan, welcher als »Géodésie 
expéditive* mit der Bezeichnung einer «Nouvelle Science® gerühmt Wurde (Fâyo, Comptes rendus, 
1864). Aber schon C. N ich »ihr benutzt*- in Arabien (1762—1767) n. A. die nach dem Kontpafs 
beobachtete Richtung der Karawanenzüge and die Geschwindigkeit der Kamele, durch Öftere Ver 
gleichungen, ähnlich wie auf dem Meer« die Ortsbestimmung durch Kompaß) nnd Logg« geschieht. 
Auch war er der erste, welcher die Lätigenbcstimmung aus Monddistanzen bei Lnndexpeditioneu 
anwandte.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.