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Weyer: Bestimmung des Beobaehtungsortes etc.
auf irgend eine Deklination, sogar mit Hülfe eines kleinen Nonius gestellt
werden kann (by the Method commoniy called Nonius’s Division«). Dieser
Bogen soll nun mittelst eines zweiten verschiebbaren Nonius mit dem be
schreibenden Stifte k zur Darstellung der beobachteten Zenithdistanzen dienen,
so dafs die mit beiden Zenithdistanzen vom Stifte k nach einander beschriebenen
Bögen bc und ef das Zenith als Schnittpunkt ergebet, wenn der Meridian in
zwischen, dem Winkel gemäfs, welchen die beiden Stundenkreise mit einander
bilden, verschoben ist. Weil aber der Meridian etwas vom Globus entfernt
steht, so dient noch ein besonderes kleines Aufsatzstück (L neben der Haupt
figur), versehen mit Nonius uud Stift, zur genaueren Abmessung der Lage des
Schnittpunktes auf dem Globus.
Wichtig ist nun noch der Abschnitt (p. 454): »The Ship in Motion.“
Hier wird zum ersten Male die Korrektion für die Fahrt berücksichtigt und
zwar durch die kurze Anweisung erledigt, dafs man den Cosinus des Winkels
zwischen der Peilung der Sonne und dem Kurse des Schiffes mit der in der
Zwischenzeit gesegelten Distanz (in Seemeilen) zu multipliciren habe, und das
Produkt ausdrückt, um wie viele Minuten die erste Höhe zu vergröfsern sei,
so lange der Winkel spitz ist, womit dann die erste Höhe auf den zweiten Ort
gebracht ist, als wenn sie dort beobachtet wäre. Oder wenn der Winkel stumpf
würde, so hätte man die erste Höhe um soviel zu vermindern, weil das Zenitb
sieh in diesem Falle von der Sonne wegbewegt hat.
6. Andere Regel, die Ortsver&nderung: des Schilfes zu berücksichtigen, von Douwes.
Irrthum bei manchen späteren Anweisungen durch Vermischung der Regeln von Graham
und Douwes. Vervollständigung der Douwes’sehen Regel durch Nienwland und der
(tralmm’schen durch Delnmbre. Borda’s, Klügel’s und Snmner’s Verfahren zur
Berücksichtigung der Ortsverüiiderung des Schilfes.
Ein anderes Verfahren, die Veränderung des Sehiffsortes in der Zwischen
zeit der Beobachtungen zu berücksichtigen, rührt von Douwes 10 ) her, dem die
Abhandlung von Graham damals nicht bekannt gewesen sein mufs, da er er
wähnt, keine Vorarbeit über diesen wichtigen Gegenstand gefunden zu haben.
Am Schlüsse seiner Untersuchung kommt Douwes zwar noch auf ein besonderes,
mit Graham’s Regel übereinstimmendes V erfahren, ohne dasselbe jedoch vor
zugsweise zu empfehlen. Douwes glaubte nämlich auf eine noch etwas ein
fachere und für den Seegebrauch seiner Zeit genügende Weise die Ortsveränderung
des Schiffes dadurch berücksichtigen zu können, dafs er nur auf die Veränderung
der Länge achtete, und demnach so viel zur beobachteten Zwischenzeit addirte, als
das Schiff sich ostwärts verändert hatto, oder subtrahirte, falls es westlich segelte.
Der Einflufs der Breitenveränderung des Schiffes wurde also vernachlässigt, weil,
wie Douwes sagte, dafür schon durch die Höhenmessung selbst gewissermafsen
gesorgt werde, während die Verbesserung der verflossenen Uhrzeit die Haupt
sache sein müsse. Dagegen ist auch freilich nichts einzuwenden, wenn das Schiff
sich wesentlich nur in Länge verändert hat; aber selbst wenn im ungünstigen
Falle die Ortsveränderung lediglich die Breite betraf, wodurch die eine Höhe
um ebensoviel hätte geändert werden müssen, wie der gemachte Breitenunter
schied, multiplicirt mit dem Cosinus des Azimuths der Sonne beträgt, um diese
Höhe mit derjenigen am Orte der andern Beobachtung zu vereinigen, so ist
noch zu bemerken, dafs Douwes auf die genaue Zeitbestimmung durch die
Aufgabe in jener vorchronometrischen Zeit keinen besondern Werth zu legen
hatte, dafs aber eine AenderuDg der kleineren Höhe auf die Breitenbestimmung
nur geringen Einflufs ausüben konnte, falls nur die andere Höhe in der Nähe
des Meridians beobachtet wurde. Uebrigens konnte doch ein merklicher Fehler
im Resultate auch für die Breite haften bleiben, wenn die Höhen etwas weit
vom Meridian lagen. Schlimmer war aber, theoretisch und praktisch, die Ver
wechselung und Vermengung, welche bei manchen späteren Anweisungen n ) vor
kam, auch noch über 100 Jahre nach Graham, dafs man seine Regel mit der
W) Verhandeling om buiten den Middag, op zee de waare Middags-breedt« te vinden: door
Cornelia Douwes. Haarleem, 1756, p. 213. (Verhandl. Maatseh. Haarl. I. Deel. Tweede Druk.)
(Exempl. d. Hamb. Stadtbibliothek.)
n) K, Woltxnan, damals Wasserbaudirektor in Hamburg, welcher hauptsächlich das „Hand
buch der Sehiffahrtskunde, verfällst t. d. Hamb. Gesellscli. z. Verbreit, raathem. Kenn tu.*, Hamburg,
1819, 1823 u. 1832, bearbeitet haben soll (Mittheil, des älteren Dir. C. Kfliuker), machte sieh dabei