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Metadata : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Weyer:  Bestimmung  des  Beobaehtungsortes  etc.

auf  irgend  eine  Deklination,  sogar  mit  Hülfe  eines  kleinen  Nonius  gestellt
werden  kann  (by  the  Method  commoniy  called  Nonius’s  Division«).  Dieser
Bogen  soll  nun  mittelst  eines  zweiten  verschiebbaren  Nonius  mit  dem  beschreibenden ­
  Stifte  k  zur  Darstellung  der  beobachteten  Zenithdistanzen  dienen,
so  dafs  die  mit  beiden  Zenithdistanzen  vom  Stifte  k  nach  einander  beschriebenen
Bögen  bc  und  ef  das  Zenith  als  Schnittpunkt  ergebet,  wenn  der  Meridian  inzwischen, ­
  dem  Winkel  gemäfs,  welchen  die  beiden  Stundenkreise  mit  einander
bilden,  verschoben  ist.  Weil  aber  der  Meridian  etwas  vom  Globus  entfernt
steht,  so  dient  noch  ein  besonderes  kleines  Aufsatzstück  (L  neben  der  Hauptfigur), ­
  versehen  mit  Nonius  uud  Stift,  zur  genaueren  Abmessung  der  Lage  des
Schnittpunktes  auf  dem  Globus.
Wichtig  ist  nun  noch  der  Abschnitt  (p.  454):  »The  Ship  in  Motion.“
Hier  wird  zum  ersten  Male  die  Korrektion  für  die  Fahrt  berücksichtigt  und
zwar  durch  die  kurze  Anweisung  erledigt,  dafs  man  den  Cosinus  des  Winkels
zwischen  der  Peilung  der  Sonne  und  dem  Kurse  des  Schiffes  mit  der  in  der
Zwischenzeit  gesegelten  Distanz  (in  Seemeilen)  zu  multipliciren  habe,  und  das
Produkt  ausdrückt,  um  wie  viele  Minuten  die  erste  Höhe  zu  vergröfsern  sei,
so  lange  der  Winkel  spitz  ist,  womit  dann  die  erste  Höhe  auf  den  zweiten  Ort
gebracht  ist,  als  wenn  sie  dort  beobachtet  wäre.  Oder  wenn  der  Winkel  stumpf
würde,  so  hätte  man  die  erste  Höhe  um  soviel  zu  vermindern,  weil  das  Zenitb
sieh  in  diesem  Falle  von  der  Sonne  wegbewegt  hat.
6.  Andere  Regel,  die  Ortsver&nderung:  des  Schilfes  zu  berücksichtigen,  von  Douwes.
Irrthum  bei  manchen  späteren  Anweisungen  durch  Vermischung  der  Regeln  von  Graham
und  Douwes.  Vervollständigung  der  Douwes’sehen  Regel  durch  Nienwland  und  der
(tralmm’schen  durch  Delnmbre.  Borda’s,  Klügel’s  und  Snmner’s  Verfahren  zur
Berücksichtigung  der  Ortsverüiiderung  des  Schilfes.
Ein  anderes  Verfahren,  die  Veränderung  des  Sehiffsortes  in  der  Zwischenzeit ­
  der  Beobachtungen  zu  berücksichtigen,  rührt  von  Douwes 10 )  her,  dem  die
Abhandlung  von  Graham  damals  nicht  bekannt  gewesen  sein  mufs,  da  er  erwähnt, ­
  keine  Vorarbeit  über  diesen  wichtigen  Gegenstand  gefunden  zu  haben.
Am  Schlüsse  seiner  Untersuchung  kommt  Douwes  zwar  noch  auf  ein  besonderes,
mit  Graham’s  Regel  übereinstimmendes  V  erfahren,  ohne  dasselbe  jedoch  vorzugsweise ­
  zu  empfehlen.  Douwes  glaubte  nämlich  auf  eine  noch  etwas  einfachere ­
  und  für  den  Seegebrauch  seiner  Zeit  genügende  Weise  die  Ortsveränderung
des  Schiffes  dadurch  berücksichtigen  zu  können,  dafs  er  nur  auf  die  Veränderung
der  Länge  achtete,  und  demnach  so  viel  zur  beobachteten  Zwischenzeit  addirte,  als
das  Schiff  sich  ostwärts  verändert  hatto,  oder  subtrahirte,  falls  es  westlich  segelte.
Der  Einflufs  der  Breitenveränderung  des  Schiffes  wurde  also  vernachlässigt,  weil,
wie  Douwes  sagte,  dafür  schon  durch  die  Höhenmessung  selbst  gewissermafsen
gesorgt  werde,  während  die  Verbesserung  der  verflossenen  Uhrzeit  die  Hauptsache ­
  sein  müsse.  Dagegen  ist  auch  freilich  nichts  einzuwenden,  wenn  das  Schiff
sich  wesentlich  nur  in  Länge  verändert  hat;  aber  selbst  wenn  im  ungünstigen
Falle  die  Ortsveränderung  lediglich  die  Breite  betraf,  wodurch  die  eine  Höhe
um  ebensoviel  hätte  geändert  werden  müssen,  wie  der  gemachte  Breitenunterschied, ­
  multiplicirt  mit  dem  Cosinus  des  Azimuths  der  Sonne  beträgt,  um  diese
Höhe  mit  derjenigen  am  Orte  der  andern  Beobachtung  zu  vereinigen,  so  ist
noch  zu  bemerken,  dafs  Douwes  auf  die  genaue  Zeitbestimmung  durch  die
Aufgabe  in  jener  vorchronometrischen  Zeit  keinen  besondern  Werth  zu  legen
hatte,  dafs  aber  eine  AenderuDg  der  kleineren  Höhe  auf  die  Breitenbestimmung
nur  geringen  Einflufs  ausüben  konnte,  falls  nur  die  andere  Höhe  in  der  Nähe
des  Meridians  beobachtet  wurde.  Uebrigens  konnte  doch  ein  merklicher  Fehler
im  Resultate  auch  für  die  Breite  haften  bleiben,  wenn  die  Höhen  etwas  weit
vom  Meridian  lagen.  Schlimmer  war  aber,  theoretisch  und  praktisch,  die  Verwechselung ­
  und  Vermengung,  welche  bei  manchen  späteren  Anweisungen n )  vorkam, ­
  auch  noch  über  100  Jahre  nach  Graham,  dafs  man  seine  Regel  mit  der
W)  Verhandeling  om  buiten  den  Middag,  op  zee  de  waare  Middags-breedt«  te  vinden:  door
Cornelia  Douwes.  Haarleem,  1756,  p.  213.  (Verhandl.  Maatseh.  Haarl.  I.  Deel.  Tweede  Druk.)
(Exempl.  d.  Hamb.  Stadtbibliothek.)
n)  K,  Woltxnan,  damals  Wasserbaudirektor  in  Hamburg,  welcher  hauptsächlich  das  „Handbuch ­
  der  Sehiffahrtskunde,  verfällst  t.  d.  Hamb.  Gesellscli.  z.  Verbreit,  raathem.  Kenn  tu.*,  Hamburg,
1819,  1823  u.  1832,  bearbeitet  haben  soll  (Mittheil,  des  älteren  Dir.  C.  Kfliuker),  machte  sieh  dabei
            
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