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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Wey or: Bestimmung des Beobaehtungsortes etc. 
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— Nonius hatte forner öfter Veranlassung, einen Irrthum zu rügen, dafs man 
damals in der Nautik häufig den Abstand der Sonne vom Meridian, auf dem 
Aeqnator und auf dem Horizont gemessen, von gleicher Gröfse annahm, also 
den Stundenwiukel gleich dem Azimuth setzte, welches doch nur einmal richtig 
sei, wenn die Höhe und die Deklination der Sonne einander gleich wären 
(pag. 124). Uebrigens findet sich diese Verwechselung, wenn man sie nicht als 
ungefähre Näherung gelten lassen will, auch noch in viel späterer Zeit, indem 
man hei der Bestimmung der Zeit des hohen Wassers die Hafenzeit einfach in 
Grade verwandelt findet, zur Angabe des Azimuths des Mondes. Prof. Röhl 
z. B. hatte in seiner Steuermannskunst, Greifswald 1778 (pag. 205—210) diesen 
alten Gebrauch noch beibehalten. — Endlich ist bei Gelegenheit der Lehre von 
den Dreiecken die Stellung erwäkneuswerth, welche Nonius zu seinem, 19 Jahre 
älteren, Zeitgenossen Copernieus und dessen System genommen hatte. Letzterer 
hatte den Satz angeführt (Rev. orb. coel. Norimb. 1543, fol. 24): „wenn in 
2 sphärischen Dreiecken 2 Seiten und ein gegenüberliegender Winkel, einzeln 
genommen, einander gleich sind, so sind die Dreiecke selbst einander gleich.“ 
Nonius hob nun nicht mit Unrecht hervor, dafs hier ein Irrthum sei, indem 
bei diesem, im Allgemeinen unbestimmten Falle noch ein von beiden vorigen 
verschiedenes Dreieck existiren kann, worin dieselben 3 Stücke verkommen. 
Selbst bei geradlinigen Dreiecken batte Copernieus (fol. 20) den entsprechenden 
unbestimmten Fall al3 einen bestimmten behandelt, welches auch Pfleiderer 
(Trigon, pag. 351) wieder auffiel. Allucinatio est, bemerkte aber Nonius dazu 
und suchte diese Mäugel sofort zu benutzen, um sie mit dem Weltsystem des 
Copernieus in Verbindung auzuführen und sieh über das letztere, als eine der 
Vergessenheit anheimgegebene Astronomie des Aristarch, zu äufsern: (Nonii 
opera pag. 104): „Ilanc laterum et angulornra trianguli habitudinem parum 
advertit Nicolaus Copernieus Turinensis, in eo potissimum ocenpatus, quonam 
videlicet modo veterem ac pene oblitara Aristarchi Samii Astronomiam de terrae 
Mobilitate, et Solis atque octavi orbis quiete, quam Archimedes in libro de 
Arenae numero commemorat, Methodo vadicibus ac demonstratäonibus Ptolemaei 
in lucera denuo rovocaret. . .“ Hiernach scheint Nonius nicht beachtet zu haben, 
was er als Zeitgenosse wissen mnfste, dafs die erwähnte Schrift des Archimedes 
erst gleichzeitig mit der des Copernieus, im Todesjahre des letzteren (1543), 
veröffentlicht wurde, also wohl keinen Einflufs mehr auf Copernieus gehabt 
1 iahen konnte, welcher sich übrigens beiläufig aus dem Alterthnm für seine 
Ansicht schon selbst auf gelegentliche Bemerkungen von Cicero und Plutarch 
bezogen hatte. 
3. Besondere Fälle der Aufgabe. Riccioli. Halcke. 
Einen besonderen Fall der Aufgabe, wenn nämlich 2 bekannte Sterne 
zugleich im Horizonte gesehen werden, also eine Beobachtung ohne alle In 
strumente, selbst ohne Cbr, für die Bestimmung des Beobachtungsortes, be 
handelte J. B. Riccioli in seinem Almagestum novum, Pars posterior, Bononiae 
1651, pag. 651. Zur praktischen Verwendung erweitert, findet sich diese Auf 
gabe in der Sammlung von 574 algebraischen, geometrischen und astronomischen 
Aufgaben des „Aritkmetikers in Buxtehude“, Paul Halcke („Deliciae mathe 
maticae oder Mathematisches Sinnen-Confeet“, Hamburg 1719), wo (Aufg, 521) 
die Polhöhe berechnet wird aus dem beobachteten Zeitunterschiede des Aufgangs 
zweier bekannten Sterne. Es ist dabei nur kurz das Rechnungsresnltat an 
gegeben. Ebenso bei der folgenden Aufgabe (522), in welcher schon ein 
Specialfall der später bei Sumner vorkommenden Kurven gleicher Höhe be 
trachtet wird, indem Halcke berechnet, an welchen Tagen die Sonne für 
2 gegebene Oerter (Buxtehude und Stockholm) zugleich aufgeht oder untergeht, 
wo er also die Pole des gröfsten Kreises zu suchen hatte, welcher die beiden 
Oerter mit einander verbindet, und die geographischen Breiten dieser Pole ihm 
eine Schrift, die aber dem Regiomontanus schwerlich schon vor ihrer Veröffentlichung bekannt 
geworden war. — Bei der maritimen Ausstellung zur Einweihung der neuen Deutschen Seewarte in 
Hamburg (1881) fand sich auch noch ein Exemplar dieses Gradstocks, von Dr. Behrmann aus 
Elsfleth eingesandt, mit der Inschrift J, V. K. 1749. Ein anderes, vor langer Zeit in Hamburg von 
mir erworbenes Exemplar ist ebenfalls 3. V. It. 1748 bezeichnet.
	        
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