Physische Océanographie etc. zwischen 30®-~ä0 <> S-Br und KP—40° O-bg.
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Frühlings-, Sommer- und Herbstmonate die Gefahr für die Schiffer, Eis anzu-
treffen, bedeutend wächst, wenn sie ihre Routen südlich von dem Parallel von
45° Süd nehmen. Dies ist um so wichtiger zu beachten, als Auswanderungs-
sehiffe nicht selten ihre Passagen in hohen südlichen Breiten während der
Zeiteu, in denen dort Treibeis häufig vorkommt, machen. In dem Winter ist
die Chance, auf Eis zu stofsen, weit geringer, aber andererseits sind zu dieser
Zeit südlich von dem Parallel von 45° Süd die Winde weniger günstig für
eineu Segler nach Osten, und das Wasser ist rauher. Die Admiralitäts-Biskarte
zeigt auch noch, dafs in gewissen Jahren Eis nahe bei dem Lande von Südafrika
angetroffen worden ist. Ein Ausguck nach Eis mufs zu allen Zeiten beim
Doubliren des Kaps vorgenommen weiden.
Die Passage-Diagramme sind entworfen worden, um die relative Segel
geschwindigkeit der Schiffe in verschiedenen Theilen des in Rede stehendou
Gebiets kennen zu lernen, indem mau die Breite der Zone zwischen ver
schiedenen Parallelen mit der mittleren Anzahl von Tagen kombinirt, welche
die Schiffe gebrauchen, um diese Parallele zu kreuzen. Für diesen Zweck ist
cs als genügend erachtet worden, die Passagen nach der geographischen Breite
zu gruppiren, iu welcher der Meridian von 20® Ost geschnitten worden ist.
Das Ergebnifs ist in der letzten Spalte der unten folgenden Tabelle enthalten,
wonach es den Anschein hat, als ob die gröfste Geschwindigkeit läugs des
Parallele von 43° Süd erhalten wird und jedenfalls eine gröfsere, als längs
irgend eines nördlicher gelegenen Parallel»; längs der südlicheren Parallele ist
die Geschwindigkeit nur wenig geringer; doch ist hierbei zu beachten, dafs
einige dieser Passagen südlich von 43° S-Br von den durch ihre Geschwindigkeit
bekannten australischen Klippern gemacht worden sind.
¡! Anzahl
i der Schiffe
Parallele,
zwischen denen
20° Ost
!
Breite der Zone
i im mifctl. Parallel
Durchschnitt!.
Anzahl der Tage
beim Passiren
=aa i
Durchschnitt!. |
ICtmal nach Ost
in Sm
i
geschnitten ist
zw. 10° und 40® Ost
54
86°—88® Süd
1438
10-1
142
220
38°—40°
•
1399
8,8
159
147
40°—42°
t
1359
8,8
164
116
42°—44°
*
1310
7,3
180
38 »
©
1
o
-tf*
1273
7.8
174 1
178
15
46°—48°
1228
6,9
4
1 i
48°—50°
*
1181
;
6,8
JL
174
Für die heimreisenden Schiffe ist keine solche Zusammenstellung gemacht
worden, weil sie zu allen Jahreszeiten dieselben Routen befolgen, Ihr Bestreben
ist, sich nahe an Land zu halten, wo sie den Vortheil des A¿/«/Aas-Stromes
und eine gröfsere Chance haben, östliche Winde nnzutreffen, als weiter nach
See zu. Die durchschnittliche Dauer der Heimreise zwischen den Meridianen
von 40° und 10° Ost ist für die verschiedenen Monate des Jahres in nach
stehender Reihe A angegeben.
Anzahl der Tage
Jan.
Fehr,
März
April
Mai
Juni
Juli
Aug.
Sept.
Okt.
Nov.
Dez.
A. Nach Beobachtung
14
13
14
16
21
22
20
17
16
14
14
14
B. Nach Schätzung
14
14
16
17
19
21
21
20
18
17
15
16
Mittelst der Windrosen für die betreffenden Monate wurde eine Schätzung
der wahrscheinlichen relativen Dauer der Heimwärts-Passageu zwischen 40® und
10° Ost für die verschiedenen Monate vorgenommen; die Ergebnisse derselben
zeigt die Reihe B. Die allgemeine Uebereinstimmung der Zahlenangaben in
beiden Reihen zeigt einerseits, dafs die Durchschnittszahlen in der Reihe A
durch zufällige Unterschiede in der Segelfähigkeit der betreffenden Schiffe nicht
wesentlich beeinüufst werden, und andererseits, dafs die Windrosen mit einem
gewissen Grade von Genauigkeit zur Schätzung der wahrscheinlichen relativen
Dauer von Passagen benutzt werden können.