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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Physische Océanographie etc. zwischen 30®-~ä0 <> S-Br und KP—40° O-bg. 
67 
Frühlings-, Sommer- und Herbstmonate die Gefahr für die Schiffer, Eis anzu- 
treffen, bedeutend wächst, wenn sie ihre Routen südlich von dem Parallel von 
45° Süd nehmen. Dies ist um so wichtiger zu beachten, als Auswanderungs- 
sehiffe nicht selten ihre Passagen in hohen südlichen Breiten während der 
Zeiteu, in denen dort Treibeis häufig vorkommt, machen. In dem Winter ist 
die Chance, auf Eis zu stofsen, weit geringer, aber andererseits sind zu dieser 
Zeit südlich von dem Parallel von 45° Süd die Winde weniger günstig für 
eineu Segler nach Osten, und das Wasser ist rauher. Die Admiralitäts-Biskarte 
zeigt auch noch, dafs in gewissen Jahren Eis nahe bei dem Lande von Südafrika 
angetroffen worden ist. Ein Ausguck nach Eis mufs zu allen Zeiten beim 
Doubliren des Kaps vorgenommen weiden. 
Die Passage-Diagramme sind entworfen worden, um die relative Segel 
geschwindigkeit der Schiffe in verschiedenen Theilen des in Rede stehendou 
Gebiets kennen zu lernen, indem mau die Breite der Zone zwischen ver 
schiedenen Parallelen mit der mittleren Anzahl von Tagen kombinirt, welche 
die Schiffe gebrauchen, um diese Parallele zu kreuzen. Für diesen Zweck ist 
cs als genügend erachtet worden, die Passagen nach der geographischen Breite 
zu gruppiren, iu welcher der Meridian von 20® Ost geschnitten worden ist. 
Das Ergebnifs ist in der letzten Spalte der unten folgenden Tabelle enthalten, 
wonach es den Anschein hat, als ob die gröfste Geschwindigkeit läugs des 
Parallele von 43° Süd erhalten wird und jedenfalls eine gröfsere, als längs 
irgend eines nördlicher gelegenen Parallel»; längs der südlicheren Parallele ist 
die Geschwindigkeit nur wenig geringer; doch ist hierbei zu beachten, dafs 
einige dieser Passagen südlich von 43° S-Br von den durch ihre Geschwindigkeit 
bekannten australischen Klippern gemacht worden sind. 
¡! Anzahl 
i der Schiffe 
Parallele, 
zwischen denen 
20° Ost 
! 
Breite der Zone 
i im mifctl. Parallel 
Durchschnitt!. 
Anzahl der Tage 
beim Passiren 
=aa i 
Durchschnitt!. | 
ICtmal nach Ost 
in Sm 
i 
geschnitten ist 
zw. 10° und 40® Ost 
54 
86°—88® Süd 
1438 
10-1 
142 
220 
38°—40° 
• 
1399 
8,8 
159 
147 
40°—42° 
t 
1359 
8,8 
164 
116 
42°—44° 
* 
1310 
7,3 
180 
38 » 
© 
1 
o 
-tf* 
1273 
7.8 
174 1 
178 
15 
46°—48° 
1228 
6,9 
4 
1 i 
48°—50° 
* 
1181 
; 
6,8 
JL 
174 
Für die heimreisenden Schiffe ist keine solche Zusammenstellung gemacht 
worden, weil sie zu allen Jahreszeiten dieselben Routen befolgen, Ihr Bestreben 
ist, sich nahe an Land zu halten, wo sie den Vortheil des A¿/«/Aas-Stromes 
und eine gröfsere Chance haben, östliche Winde nnzutreffen, als weiter nach 
See zu. Die durchschnittliche Dauer der Heimreise zwischen den Meridianen 
von 40° und 10° Ost ist für die verschiedenen Monate des Jahres in nach 
stehender Reihe A angegeben. 
Anzahl der Tage 
Jan. 
Fehr, 
März 
April 
Mai 
Juni 
Juli 
Aug. 
Sept. 
Okt. 
Nov. 
Dez. 
A. Nach Beobachtung 
14 
13 
14 
16 
21 
22 
20 
17 
16 
14 
14 
14 
B. Nach Schätzung 
14 
14 
16 
17 
19 
21 
21 
20 
18 
17 
15 
16 
Mittelst der Windrosen für die betreffenden Monate wurde eine Schätzung 
der wahrscheinlichen relativen Dauer der Heimwärts-Passageu zwischen 40® und 
10° Ost für die verschiedenen Monate vorgenommen; die Ergebnisse derselben 
zeigt die Reihe B. Die allgemeine Uebereinstimmung der Zahlenangaben in 
beiden Reihen zeigt einerseits, dafs die Durchschnittszahlen in der Reihe A 
durch zufällige Unterschiede in der Segelfähigkeit der betreffenden Schiffe nicht 
wesentlich beeinüufst werden, und andererseits, dafs die Windrosen mit einem 
gewissen Grade von Genauigkeit zur Schätzung der wahrscheinlichen relativen 
Dauer von Passagen benutzt werden können.
	        
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