750
Klein« hydrographische Notizen.
Ort alle diese Daten gelten, in den 47 Jahren von 1837 bis 1883 im Monat
Dezember 14 Mal, Januar 17 Mal, Februar 7 Mal zufror, und zwar im Winter
1862/63 am frühesten (am 7. Dezember) und 1881 am spätesten (Februar 23);
— 2) die geringste Anzahl der Tage (13), in denen die untere Donau an ihren
Mündungen zugefroren blieb, fiel auf die Jahre 1871 und 1881; die gröfste
Anzahl (96) auf den WiDfer 1879/80 und (94) auf den Winter 1841; — 3) im
Durchschnitt friert die Donau in den ersten 10 Tagen des Januar zu; die
durchschnittliche Dauer des Zufriorens ist 48 Tage; — 4) in neun Wintern
ist die Donau gar nicht zugefroren gewesen, nämlich in den Wintern von 1843,
1846, 1852, 1853, 1854, 1860, 1867, 1873, 1877; — 5) das Aufthauen der
Donau erfolgte in den Jahren von 1837 bis 1883 3 Mal im Januar, 17 Mal im
Februar, 18 Mal im März, am frühesten im Winter 1866 (Januar 18), am
spätesten im Winter 1875 (März 30). Die durchschnittliche Zeit des Aufthauens
der Donau fällt auf die letzten Tage des Februar.
8. (D. S.) Eis beim Kap Horn. Kapitän N. Meyer, Führer des
deutschen Dreimastschoners „Johann Hinrickberichtet in seinem meteoro
logischen Journal ungefähr, wie folgt: »Auf unserer Reise von Pimgua nach
Hamburg waren wir bei der Umsegolung des Kap Horn durch anhaltende frische
nördliche und nordöstliche Winde naeh einer sehr südlichen Position geratheu.
Am 28. Juli 1883 Mittags standen wir auf 59° 11' S-Br und 64° 28' W-Lg,
und da der Wind noch immer N bis NNE blieb, konnten wir auch in der Folge
für die nächste Zeit keinen nördlicheren als Ost- bis ONO-Kurs gutmachen.
Dabei nahm die Wassertemperatur von 2,9° C. um 12 Uhr Mittags auf 1,1° C.
um 12 Uhr Nachts, in 58° 54' S-Br uud 62° ll'W-Lg, ab. Wegen der niedrigen
Wassertemperatur verrauthete ich, dafs Eis in unserer Nähe sei.
Um 2 Uhr Morgens den 29. Juli, in 58° 49' S-Br und 61° 56' W-Lg,
gewahrten wir denn auch Eis voraus. Das Schiff wurde sofort über B-B.
(westwärts) gelegt uud erst nach Verlauf von zwei Stunden, um 4 Uhr Morgens
auf 58° 48' S*Br und 62° 6' W-Lg, der ONO-Kurs wieder aufgenommen. Die
Wassertemperatur war inzwischen bis auf —0,8° C. heruutergegangen, während
die der Luft 3,3° C. betrug.
Indem wir mit einer Fahrt von 3 Kn in der Stunde naeli ONO segelten,
passirten wir im Laufe des Vormittags einzelne kleine Eisstüeke.
Um 12 Uhr Mittags den 29. Juli, in 58° 40' S-Br und 61° 21' W-Lg,
liefen wir auf ausgedehnte Eisfelder. Die Temperatur des Meerwassers war
hier —0,6% die der Luft 3,7° C. Das Eis war ganz mürbe und bestand haupt
sächlich aus Schneeeis. Die östliche Grenze desselben war nicht zu sehen. Wir
waren deshalb wieder genöthigt zu wenden, mnfsten jedoch bis 6 Uhr Abends,
da Windstille herrschte, in der Nähe des Eises bleiben. Darauf kam ein
leichter NNW-Wiud durch, uud indem wir westwärts segelten, kam das Eis bald
aus Sicht. Die Temperatur des Wassers war bis 4 Uhr Nachmittags unverändert
—0,6° C. geblieben, stieg dann aber bis 8 h p. m., während wir uns vom Eise
entfernten, auf 0,6° C., während die Lufttemperatur bis 4,0° 0. zunahm.
In der folgenden Nacht segelten wir bei auffrischendem NNW-Windo
nach West und standen darauf um 4 Uhr Morgens den 30. Juli auf 58° 33' S-Br
und 62° 15' W-Lg, als der Wind plötzlich auf WNW holte uud bald zu einer
frischen Briese zunahm, so dafs ein rechtweisender Nordkurs innegehalten werden
konnte. Aber schon um 8 Uhr lief der Wind zurück auf NNW, und das Wetter
wurde trübe bei bedeckter Luft. Um 9 Uhr Morgens, als unser Sehiffsort
58° 10' S-Br und 62° 8' W-Lg war, bemerkten wir im Norden nochmals ein
kleines Eisfeld. Das gröfscre Feld, welches wir gestern angelaufeu hatten, kam
jedoch nicht wieder in Sicht. Wir hatten jetzt eine so nördliche Position ge
wonnen, dafs wir mit dem bald stürmisch werdenden NW-Winde auf nordöst
lichem Kurse luvwärts von dem Eise passiren konnten. Die Wassertemperatur
betrug um 4 h a. m. 2,2 0 und um 8 b a. m. 2,3° C.“
9. (D. S.) Eis im südöstlichen Theil des Südatlantischen Oceans. 1 )
Kapt. N. Nienburg von dem deutschen Vollschiöe „Antares* berichtet: „Am
>) Siehe die Berichte in den vorhergehenden Heften dieser Annalen.