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Kleine hydrographische Notizen.
2. Einsegelung von Honolulu. l 2 ) Insel Oahu. Sandwich Inseln.
Nach einem Bericht S. Al. S. „LeipzigKorv -Kapt. Hering, ist das Fahrwasser
des Hafens von Honolulu, einsegelnd an St-B. durch einen Pfahl und fünf rothe
Tonnen und anB-B. durch sechs Pfähle gekennzeichnet. Von den letzteren die West
seite des Fahrwassers bezeichnenden Pfählen liegt der äußerste der dritten rothen
Toime gegenüber. Von der rothen kegelförmigen Ansegelungstonne*) mit Stange
und weißer Scheibe aus Korbgeflecht, WNW steuernd, wurden die beiden
Leuchtthürme in NzO’/stO in Deckpeilung gebracht, in welcher Richtung die
Einsegelung zu erfolgen hat. Zu bemerken ist, dafs bei dem Iusiehtkommeu
der Tonnen die Anscgelungstonne von deu übrigen nicht so deutlich unter
schieden werden kann, wie es bei einem Zeichen, welches zur Ansegclung dienen
soll, erwartet werden darf. Sehr weit und deutlich waren dagegen die weifsen
Gebäude der Stadt von See aus zu sehen.
Das Einlaufen in den Hafen und das Verlassen desselben erfolgten zur
Zeit des Niedrigwasserst der größte Tiefgang S. M. S. „Leipzig“ betrug hierbei
6,68 m. Schiffe von größerem Tiefgang als 6,85 m erklärte der Lotse, der sich
als durchaus zuverlässig und geschickt, aber etwas ängstlich erwies, selbst bei
Hochwasser nicht einbringen zu können.
Das Einlaufen kleinerer Schiffe ohne Hülfe eines Lotsen hat bei Tage
keine Schwierigkeiten, sofern der auf der Ostsoitc des Hafens, nahe am Zoll
amt befindliche Leuchtthurm des grünen Leuchtfeuers rechtzeitig und mit Be
stimmtheit ausfindig gemacht werden kann. Ohne diese für die Einsegelung
unerläßliche Marke erscheint ein Einlaufen am Tage ohne Lotsen nicht rathsam.
Der Hafen ist zwar klein, aber sicher und bequem, namentlich für
Handelsschiffe, die sämmtlich direkt an das Bollwerk holen, auch befindet sich
eine Helling im Hafen, auf welcher Schiffe von Größe der „AUjatroß“-Klasse
aufgesclilcppt und jeglicher Grundreparatur unterzogen werden können.
3. Ansegelung des New River (Orete Flufs) 3 ). Südküste der
mittleren Iusel von Ken-Seeland. Nach der „New South Wales Govern
ment Gazette“ Ko. 325 vom 3. August d. J. hat das Marine Department zu
Wellington bekannt gemacht, daß nach Angabe des „New River Harbour Board“
die Sandzunge, welche seit den letzten 3 Jahren bedeutend zunahm, jetzt entfernt
worden und dafs das alte Fahrwasser längs der Klippen jetzt frei ist. Fremde
müssen jedoch einen Lotsen zum Einsegeln nehmen. Im Falle dafs zu viel
See steht und ein Lotse nicht an Bord kommen kann, wird das Schiß' ver
mittelst der Semaphorstation bis zur Bake auf dein Bombay Rock eingolotst.
Die Bake ist von Eisen und hat ein weißes Fafs als Toppzeichen. Von dieser
Bake bis zur ersten weifsen Tonne ist der Kurs NOzN, und hier kann ein
Schiff in der Mitte zwischen der Tonne und dem westlichen Ufer in Sicher
heit ankern und einen Lotsen abwarteu. Die Wassertiefe auf der Barre ist bei
Hochwasser 4,3 m. Alan darf jedoch während der Ebbe nicht in den Hafen
einsegeln, höchstens bei steifer, raumer Briese.
4. (D. S.) Strömung vor und in der Ombay - Passage. Kapr.
C. R. Mohr von der deutschen Bark „ Adolph“ schreibt auf seiner Reise von
Hamburg nach Hongkong: „Endlich, am 4. Fehl*. 1883, stehen wir nördlich von
der Öm&jy-Passage, nachdem nicht weniger als 18 Tage verflossen sind, seit
dem wir die 8« ooct-1 n sei sichteten. In den letzten 14 Tagen haben wir
eine Versetzung nach SW uud WSW von zusammen 460 Sin oder durchschnitt
lich 1,4 Sm die Stunde entgegen gehabt. Es ist natürlich sehr schwierig, mit
den leichten Winden gegen eine solche Strömung voranzukommen. Wahrschein
lich ist der Strom noch stärker gewesen, als hier angegeben. Wie ich öfter
beobachtet habe, läuft derselbe aber dicht uuter der Küste von Ornbay nur mit
der halben Geschwindigkeit, als weiter landabwärts. In den Englischen Segol-
haudbüchern ist von diesen Verhältnissen keine Erwähnung gemacht. Auch ist
') Vgl. .Aon. d. Hydr. etc.“ 1875 pag. 280, 1877 pag. 600, 1878 pag. 200: Findtay: „Nortli
Pacific Directory“ 1870 pag- 849; „Kesser Imray“: „North Pacific Pilot“ pag. 32.
2) Vgl. „Nadir, f. Seef.“ 1883 No. 1423.
3) „New Zealand Pilot* 1875 pag. 242.