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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Kleine hydrographische Notizen. 
2. Einsegelung von Honolulu. l 2 ) Insel Oahu. Sandwich Inseln. 
Nach einem Bericht S. Al. S. „LeipzigKorv -Kapt. Hering, ist das Fahrwasser 
des Hafens von Honolulu, einsegelnd an St-B. durch einen Pfahl und fünf rothe 
Tonnen und anB-B. durch sechs Pfähle gekennzeichnet. Von den letzteren die West 
seite des Fahrwassers bezeichnenden Pfählen liegt der äußerste der dritten rothen 
Toime gegenüber. Von der rothen kegelförmigen Ansegelungstonne*) mit Stange 
und weißer Scheibe aus Korbgeflecht, WNW steuernd, wurden die beiden 
Leuchtthürme in NzO’/stO in Deckpeilung gebracht, in welcher Richtung die 
Einsegelung zu erfolgen hat. Zu bemerken ist, dafs bei dem Iusiehtkommeu 
der Tonnen die Anscgelungstonne von deu übrigen nicht so deutlich unter 
schieden werden kann, wie es bei einem Zeichen, welches zur Ansegclung dienen 
soll, erwartet werden darf. Sehr weit und deutlich waren dagegen die weifsen 
Gebäude der Stadt von See aus zu sehen. 
Das Einlaufen in den Hafen und das Verlassen desselben erfolgten zur 
Zeit des Niedrigwasserst der größte Tiefgang S. M. S. „Leipzig“ betrug hierbei 
6,68 m. Schiffe von größerem Tiefgang als 6,85 m erklärte der Lotse, der sich 
als durchaus zuverlässig und geschickt, aber etwas ängstlich erwies, selbst bei 
Hochwasser nicht einbringen zu können. 
Das Einlaufen kleinerer Schiffe ohne Hülfe eines Lotsen hat bei Tage 
keine Schwierigkeiten, sofern der auf der Ostsoitc des Hafens, nahe am Zoll 
amt befindliche Leuchtthurm des grünen Leuchtfeuers rechtzeitig und mit Be 
stimmtheit ausfindig gemacht werden kann. Ohne diese für die Einsegelung 
unerläßliche Marke erscheint ein Einlaufen am Tage ohne Lotsen nicht rathsam. 
Der Hafen ist zwar klein, aber sicher und bequem, namentlich für 
Handelsschiffe, die sämmtlich direkt an das Bollwerk holen, auch befindet sich 
eine Helling im Hafen, auf welcher Schiffe von Größe der „AUjatroß“-Klasse 
aufgesclilcppt und jeglicher Grundreparatur unterzogen werden können. 
3. Ansegelung des New River (Orete Flufs) 3 ). Südküste der 
mittleren Iusel von Ken-Seeland. Nach der „New South Wales Govern 
ment Gazette“ Ko. 325 vom 3. August d. J. hat das Marine Department zu 
Wellington bekannt gemacht, daß nach Angabe des „New River Harbour Board“ 
die Sandzunge, welche seit den letzten 3 Jahren bedeutend zunahm, jetzt entfernt 
worden und dafs das alte Fahrwasser längs der Klippen jetzt frei ist. Fremde 
müssen jedoch einen Lotsen zum Einsegeln nehmen. Im Falle dafs zu viel 
See steht und ein Lotse nicht an Bord kommen kann, wird das Schiß' ver 
mittelst der Semaphorstation bis zur Bake auf dein Bombay Rock eingolotst. 
Die Bake ist von Eisen und hat ein weißes Fafs als Toppzeichen. Von dieser 
Bake bis zur ersten weifsen Tonne ist der Kurs NOzN, und hier kann ein 
Schiff in der Mitte zwischen der Tonne und dem westlichen Ufer in Sicher 
heit ankern und einen Lotsen abwarteu. Die Wassertiefe auf der Barre ist bei 
Hochwasser 4,3 m. Alan darf jedoch während der Ebbe nicht in den Hafen 
einsegeln, höchstens bei steifer, raumer Briese. 
4. (D. S.) Strömung vor und in der Ombay - Passage. Kapr. 
C. R. Mohr von der deutschen Bark „ Adolph“ schreibt auf seiner Reise von 
Hamburg nach Hongkong: „Endlich, am 4. Fehl*. 1883, stehen wir nördlich von 
der Öm&jy-Passage, nachdem nicht weniger als 18 Tage verflossen sind, seit 
dem wir die 8« ooct-1 n sei sichteten. In den letzten 14 Tagen haben wir 
eine Versetzung nach SW uud WSW von zusammen 460 Sin oder durchschnitt 
lich 1,4 Sm die Stunde entgegen gehabt. Es ist natürlich sehr schwierig, mit 
den leichten Winden gegen eine solche Strömung voranzukommen. Wahrschein 
lich ist der Strom noch stärker gewesen, als hier angegeben. Wie ich öfter 
beobachtet habe, läuft derselbe aber dicht uuter der Küste von Ornbay nur mit 
der halben Geschwindigkeit, als weiter landabwärts. In den Englischen Segol- 
haudbüchern ist von diesen Verhältnissen keine Erwähnung gemacht. Auch ist 
') Vgl. .Aon. d. Hydr. etc.“ 1875 pag. 280, 1877 pag. 600, 1878 pag. 200: Findtay: „Nortli 
Pacific Directory“ 1870 pag- 849; „Kesser Imray“: „North Pacific Pilot“ pag. 32. 
2) Vgl. „Nadir, f. Seef.“ 1883 No. 1423. 
3) „New Zealand Pilot* 1875 pag. 242.
	        
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