Eingänge von meteorologischen Journalen etc., August 1888.
741
auf dem Wege zur Linie, 30° S-Br in 91,2° O-Lg am 23. Dezember, 20° S-Br
in 91,2° O-Lg am 27. Dezember und 10° S-Br in 89,8° O-Lg am 31. Dezember.
Nachdem es am Nachmittage des 2. Januar 1882 den SE-Passat in der Nähe
von 6,3° S-Br und 90,3° O-Lg verloren hatte, geschah dasselbe am nämlichen
Tage, nur etwa 8 Stunden später und in 6,5° S-Br und 90° O-Lg auch beim
Mitsegler „ Polynesia“. Auf der letzten kurzen Strecke zur Linie wurde „Deike
Rickmers“ dann aber derart begünstigt, dafs derselbe nördliche Breite in
90,5® O-Lg am 10. Januar, 2 Tage früher als „ Polynesia“ es iu 88,5® O-Lg
tliat, erreichen konnte. Während dieses Schiff dann aber, nur 16 Stunden später
als der Aequator überschritten worden war, in etwa 0,4° N-Br und 87,8° O-Lg
den frischen NE-Monsun antraf, fand „Deike Rickmers“ denselben erst, nachdem
er bis zum 22. Januar nach 5,1° N-Br in 94,7® O-Lg, in Sicht von Atschin
llead vorgerückt war. Zur letzteren Zeit war „ Polynesia 1 »“ Standpunkt schon
in 12,5° N-Br und 84,5° O-Lg. T Deike Rickmers 1 * erreichte schlicfslich die Rhede
von Singapurs am 6. Februar, während „ Polynesia* zur Aan^oon-Flufsmudung
am 4. Februar gelangte. Das hölzerne Schiff hatte die Reise iu 119 Tagen
vollendet, und das eiserne hatte, um den Bestimmungshafen zu erreichen, 116
gebraucht.
Nachdem „Deike Rickmers“ iu Singapore entlöscht worden war, vorsegelte
derselbe in Ballast nach Rangoon. Die Reise wurde am 28- Februar angetretcu
und bis zum 17. März beendet. Im letzteren Platze erhielt das Sehäff eine
neue, aus 26 100 Säcken Reis bestehende Ladung, und nachdem dieselbe ver
staut und das Schiff wieder sogeifertig gemacht worden war, trat es am 1. April
die Heimreise nach Bremen an. Leichte aus nordwestlicher Richtung vor
herrschende Winde führten es bis zum 6, April zum Zehngrad-Kanal, Nachdem
man denselben durchsegelt hatte, wurde für längere Zeit ganz leichte Mallung
und Windstille angetrofien, so dafs man infolge dessen nur in sehr langsamer
Weise vorrücken konnte. Um von 4° N-Br aus zur Linie in 89,4° O-Lg zu
gelangen, waren nicht weniger als 13 Tage erforderlich. In südlicher Breite,
welche „Deike Rickmers“ am 27. April erreichte, waren die dort herrschenden
Verhältnisse auch nur noch wenig besser, als die nördlich vom Aequator be
obachteten. Man konnte nicht eher, als vom 9. Mai au, bei dem in 10,5® S-Br
und 88,5® O-Lg ersetzenden SE-Passat einen befriedigenden Fortgang erzielen.
Das Gebiet des nicht sehr beständig wehenden Passats dehnte sich ungewöhn
lich weit nach Süden hin aus; denn erst als „Deike Rickmers“ am 27. Mai nach
29,9° S-Br in 42° O-Lg gekommen war, nahm der gerade dort recht kräftig
wehende Wind nordöstliche Richtung au. Der Luftdruck, welcher in der Nähe
dieses Punktes auf 764,0 mm zeigte, hatte unweit 27° S-Br in 52® O-Lg 771,6 mm
betragen. Nachdem der Wind nordöstliche Richtung angenommen hatte, ver
änderte er sich bald weiter durch N nach W und wehte an mehreren Tagen
stürmisch. Als er schwächer geworden war, veränderte er sich wieder nach
NE, ohne sich jedoch lange in diesem Viertel zu halten. Am 9. Juni über
stand „Deike Rickmers“, in der Nähe von 36° S-Br und 19° O-Lg, einen orkan
artigen Sturm, der aus N begann und SSE endete. Die Gewalt des Windes
war während dieses Sturmes zeitweise so stark, dafs das grofse, nur das Lee-
Schothorn des grofsen Marssegels und das Sturmsegel führende Schiff mit der
Lceriegelung vollständig unter Wasser lag. Das Barometer erreichte dabei
einen niedrigsten Stand von 755,6 mm. Der auf diesen Sturm folgende kurze
NE-Wind führte den „Deike Rickmers“ am 11. Juni in Sicht des Tafelberges,
und nachdem im Atlantischen Ocean später noch wieder längerer Westwind be
obachtet worden war, gelang cs am 16. Juni iu 12° O-Lg wieder zum Parallel
von 30° Süd zurückzukohren. Es waren daun 20 Tage verflossen, seit man
dieselbe Breite im Indischen Ocean verlassen hatte, und während der Fahrt
über dieses Meer war: 10° S-Br in 89® O-Lg am 9. Mai, 20° S-Br in 70,5° O-Lg
am 16. Mai, 30° S-Br in 41,5° O-Lg am 27. Mai, 90° O-Lg iu 9° S-Br anx
8. Mai, 60° O-Lg in 23,7° S-Br am 20. Mai und 30° O-Lg in 32,5° S-Br am
1. Juni geschnitten worden.
Aus dem leichten, im Atlantischen Ocean nördlich von 30° S-Br wehenden
Westwinde entwickelte sich durch eine Drehung nach links der SE-Passat.
„Deike Rickmas“ überschritt dessen unweit 26,3° S-Br in 9® O-Lg liegende
polare Grenze am 18. Juni und beobachtete dort einen höchsten Luftdruck
kan. & HyJr. ete., 1883, Heft SU. g