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Eingänge ton meteorologischen Journalen etc., AoguSt 1883.
40" S-Br in 68,4® O-Lg. Um diese letztere Zeit war der Schiffsort des Mit
seglers „Urania“ 40,2® S-Br in 62,3° O-Lg und derjenige von „Undine“
42,8° S-Br in 50,7° O-Lg. Da „ Wilhelm? später nl>er längere Zeit durch
schwache, meist östliche Winde zmückgehalten, wurde bewirkt, dafs dieses
Schiff erst am 29. November, dem 22. bis dahin in östlicher Länge zugebrachten
Tagt», 80° O-Lg in 36,3° S-Br erreichen konnte. Der Mitsegler „Urania“, der
bei den unweit 41° S-Br angetroffenen frischen N NE-Winden in den 3 Etmalcn
vom 24. bis 26. November 498 Sm zurücklegte, während der sich damals in
etwa 38° S-Br haltende „ Wilhelm.“ bei ganz leichtem Ostwinde gleichzeitig nur
265 Sm durchsegeln konnte, kreuzte 80® O-Lg in 37,5° S-Br am 28. November;
und der Mitsegler „Undine“ schnitt 80° O-Lg in 39,7° S-Br atn 30. November.
Auf dem Wege zur Linie wurde „Wilhelm“ auf der zwischen 26° S-Br iu
88° O-Lg und 5,3° S-Br in 89,6° O-Lg liegenden Strecke vom SE-Passate be
günstigt. Bei dem nördlich von dem letzteren Punkte angetroffeueu, rasch auf
frischenden W-Monsun gelangte man bis zum 16. Dezember zu dem, in 92° O-Lg
überschrittenen Aequator. Der Mitsegler „Urania“ ging am 17. Dezember in
93,2® O-Lg von der südlichen zur nördlichen Halbkugel über, und von „Undine“
geschah dasselbe in 93® O-Lg am 23. Dezember. 10° S-Br war vom ,, Wilhelm“
in 87,9° O-Lg am 11. Dezember, von „Urania“ iu 89,7° O-Lg fast genau zur
selben Stunde und von „Undine“ in 90,3° O-Lg am 12. Dezember gekreuzt
worden. „ Wilhelm“ hatte aufserdem 30® S-Br in 86,5° O-Lg am 2. Dezember
und 20® S-Br in 88,3° O-Lg am 8. Dezember überschritten. In nördlicher Breite
wechselte „ Wilhelm“ in 4,5° N-Br und 94,2® O-Lg Signale mit der Bremer,
nach Singapore bestimmten Bark „Elisabeth RickmersDieselbe hatte im
Atlantischen Ocean den Aequator in 25,7° W-Lg am 10. Oktober verlassen,
und 0® Lg iu 39,8® S-Br am 31. Oktober, 80° O-Lg in 38,9® S-Br am 20. No
vember, 10® S-Br in 91,8® O-Lg am 9. Dezember und die Linie iw Indischen
Ocean in 92,5° O-Lg am 15. Dezember geschnitten. „ Wilhelm“, der den letzten
Theil seiner Reise auf östlich von den Nikobaren und Andamanen liegender
Route zurücklegte, der sich am 20. Dezember in Sicht von Pulo Brasse befunden
hatte, erreichte am 3. Januar 1882 einen Ankerplatz in der Nähe von China
Buckeer. Es waren daun 107 Tage nach der Abreise vom Kanal vergangen.
Der Mitsegler „Urania“, welcher sich westlich von jenen beiden Inselgruppen
gehalten hatte, erreichte die Mündung des ÄsMgroon-Flussea am 4. Januar.
„ Wilhelm“ und „Urania“ hatten beide den letzten, in nördlicher Breite liegen
den Theil ihrer Reise in 18 Tugen vollendet und ebenso war für diese beiden
rasch segelnden und tüchtig geführten Schiffe, um vom Kanal aus deu Be
stimmungshafen zu erreichen, die gleiche Zeit von 107 Tagen erforderlich
gewesen.
Am 24. März ging „ Wilhelm“ von Rangoon aus wieder in See, um nauh
Bremen zurückzukehren. Der während dieser Reise zunächst angetroffeue leichte
Wind wehte anfänglich aus südwestlicher Richtung, veränderte sich später aber
nach NW und N und wehte, nachdem am 30. .März der Zehn-Grad-Kanal durch
segelt worden war, zwischen 8,5° und 6® N-Br in ziemlicher Stärke. Südlich
von 2,5® N-Br traf „Wilhelm“ leichte südwestliche Mallung und Stille an, die
in solcher Weise verzögernd wirkte, dafs, um von diesem Parallele aus den
Aequator zu erreichen, 6 Tage erforderlich waren. In südlicher Breite, welche
„Wilhelm,“ in 91,5° O-Lg am 11. Juni erreichte, herrschten dieselben Ver
hältnisse, welche man w'ährend der letzten nördlich der Linie verbrachten Tage
beobachtet hatte, nur kam die Mallung dort meistens aus einer südöstlichen
Richtung. Als ,, Wilhelm“ bei derselben bis zum 23. April nach 4,4® S-Br in
87,6® O-Lg vorgerückt war, nahm der südöstliche Zug an Stärke zu und wurde
Passat. Von diesem frischen, beständigen Winde begünstigt, nahm die Reise
dann für längere Zeit einen recht befriedigenden Verlauf. Der Passat begleitete
das Schiff, bis es am 6. Mai nach 23,7® S-Br in 55,4° O-Lg gekommen war.
Unweit dieses Punktes endete derselbe, indem der kurze Zeit vorher noch ganz
kräftige Wind rasch bis zum leisen Zuge abnahm und westliche Richtung an
nahm. So abweichend von dem gewöhnlichen Verlaufe wie diese Art des Auf
hörens des Passats war, so aufsergewöhnlich war auch der, in der Nähe jenes
Punktes beobachtete Luftdruck. Derselbe betrug nur 759,8 mm. Drei Tage
vorher w r ar unweit 22® S-Br ein Stand von 764,8 mm beobachtet worden, und